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Vergleich mit den 1970ernRay Dalio empfiehlt Anlegern eine Goldquote von bis zu 15 Prozent

Gold erreicht ein Allzeithoch, Ray Dalio erhöht die strategische Rolle des Metalls. Seine Kritik gilt Schuldenlast und Geldentwertung. Klassische 60-40-Portfolios geraten aus seiner Sicht unter Druck.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 7 min
Titelbild: VadK213 / Bigstock

Wie CNBC berichtet, empfiehlt Bridgewater-Gründer Ray Dalio Anlegerinnen und Anlegern, bis zu 15 % ihres Portfolios in Gold zu halten. Das Edelmetall habe sich als Diversifikator bewährt, der in Phasen fallender Kurse bei klassischen Anlageklassen stabilisiere. Der Hinweis kommt, während der Goldpreis ein neues Rekordniveau von über 4.000 USD je Unze erreicht.

Dalio begründet die höhere Gewichtung mit einer Gemengelage aus hoher Verschuldung, anhaltenden Defiziten und geopolitischen Spannungen. In solchen Phasen verlören Geldwerte und Anleihen an Attraktivität. Gold sei dann "ein Vermögenswert, der sehr gut arbeitet, wenn typische Teile des Portfolios fallen", sagte Dalio bei einem Auftritt auf einem Wirtschaftsforum in Connecticut.

Dalio vergleicht die Lage mit den frühen 1970er Jahren

Der Investor zieht Parallelen zu den frühen 1970ern, als Inflation, Ausgabenprogramme und wachsende Schulden das Vertrauen in Papierwerte schwächten. Aus seiner Sicht ist es riskant, überschüssige Liquidität in Schuldinstrumente zu parken, wenn Angebot und Emissionsvolumen stark steigen. Das belaste deren Eignung als Wertspeicher.

Die aktuelle Marktphase zeichne sich zudem durch größere Unplanbarkeit aus. In einem Umfeld mit fiskalischen Lücken und geopolitischen Konflikten steige die Nachfrage nach als sicher geltenden Anlagen. Gold habe hierin eine Sonderrolle, weil es nicht auf die Zahlungsfähigkeit eines Schuldners angewiesen sei.

Rekordpreis untermauert die Flucht in sichere Häfen

Gold-Terminkontrakte notieren über 4.000 USD je Unze, nachdem der Preis im laufenden Jahr um mehr als 50 % zugelegt hat (Stand: jüngste Angabe aus der Quelle). Der Anstieg spiegelt eine Suche nach Sicherheit und die Sorge vor Geldentwertung wider. Für Dalio ist die Höhe des aktuellen Preises kein Hinderungsgrund für eine strategische Allokation.

Traditionelle 60-40-Portfolios aus Aktien und Anleihen geraten damit in die Diskussion. Dalios Vorschlag konterkariert die übliche Empfehlung vieler Berater, Rohstoffe und Edelmetalle nur im niedrigen einstelligen Bereich beizumischen. Seine Sichtweise betont die Portfoliowirkung in Stressphasen statt laufender Erträge.

Andere Stimmen setzen ebenfalls auf eine hohe Goldquote

Auch Jeffrey Gundlach, Chef von DoubleLine Capital, befürwortet eine überdurchschnittliche Goldgewichtung und nennt bis zu 25 % als Orientierung. Er verweist auf anhaltenden Preisdruck und eine schwächere US-Währung als Treiber. Beide Positionen zielen auf Absicherung gegen geld- und fiskalpolitische Risiken.

Gleichzeitig bleibt Gold ein Vermögenswert ohne laufenden Cashflow. Die Entscheidung über die Gewichtung hängt vom Risikoprofil und der Toleranz gegenüber Kursschwankungen ab. Dalio fasst den Kern seiner Präferenz so zusammen: "Gold ist der einzige Vermögenswert, den man halten kann, ohne von jemandes Zahlungsfähigkeit abhängig zu sein".

Von Makro zu Mikro: Wo Explorationswerte ins Bild rücken

Wenn Gold strategisch wieder höher gewichtet wird, öffnet das das Fenster für selektive Chancen im Explorationssegment. Titel in dieser Nische sind spekulativ und reagieren in starken Goldmärkten oft überproportional, vorausgesetzt Geologie, Genehmigungen und Finanzierung greifen ineinander. Ein Blick nach Liberia zeigt, wie Makro und Mikro zusammenspielen können.

Pasofino Gold (ISIN: CA7026573054, WKN: A3CSQB) arbeitet am Dugbe-Projekt an einer Aktualisierung der Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2022, um die Bankfähigkeit zu erhöhen und eine Projektfinanzierung mit Blick auf einen möglichen Baustart im Jahr 2026 zu untermauern. Eine Analyse der ersten Phase wurde Ende August veröffentlicht und dient als Leitplanke für die Überarbeitung der Studie. Für Anleger ist das deshalb spannend, weil belastbare Studien in einem Hochpreisumfeld die Wirtschaftlichkeit sichtbar verbessern und damit den Zugang zu Kapital erleichtern können.

Dynamik zeigt sich auch in Kolumbien. Quimbaya Gold (ISIN: CA74841L1013, WKN: A3DT3C) meldete für das zu hundert Prozent gehaltene Tahami-Projekt in Antioquia die Mobilisierung einer zweiten Bohranlage. Das gilt als klassischer Katalysator in der Frühphase, denn die Frequenz der Ergebnisse steigt und bei passenden Trefferbildern lässt sich die Kontur einer Ressource schärfer zeichnen. Bereits zu Jahresbeginn setzte das Unternehmen auf LIDAR-Vermessung, um Strukturen effizienter zu erfassen. Die Kombination aus moderner Kartierung und höherer Bohrkapazität soll das technische Bild zügig verdichten. In einem Umfeld mit festem Goldpreis und reger Nachrichtenlage kann diese Verdichtung der Daten zum Bewertungshebel werden.

In Nevada versucht Fairchild Gold (ISIN: CA30371L1013, WKN: A3D1D5) die Unternehmensbasis breiter und reifer aufzustellen. Neben dem bestehenden Nevada-Titan-Projekt plant die Gesellschaft den Erwerb des fortgeschrittenen Golden-Arrow-Projekts in der Walker-Lane-Region. Begleitet wurde der Schritt von einer überzeichneten Privatplatzierung mit europäischer Nachfrage. Die Logik dahinter ist klar. Ein Portfolio mit wachstumsstarken Explorationsflächen und einem weiter entwickelten Projekt kann den Weg zu regelmäßigeren operativen Meilensteinen ebnen und die Sichtbarkeit für Investoren erhöhen. Entscheidend bleibt die Ausführung. Transaktionsabschluss, Arbeitsprogramme und Bohrergebnisse müssen liefern, damit die Erzählung trägt.

Unterm Strich passt das Mikrobild zur Makro-These. Wer Dalios Argument für einen höheren Goldanteil nachvollzieht und über Barren und große Produzenten hinaus nach Wachstumsoptionen sucht, findet sie bei Explorern mit klaren Programmen, messbaren Katalysatoren und solider Finanzierungsperspektive. Der Reiz liegt im Hebel auf den Goldpreis, das Risiko in der Volatilität und im stetigen Kapitalbedarf. Beides macht saubere Prüfung, kleine Einstiegsgrößen und Disziplin entlang klarer Ereignisse zur Pflicht. Diese Kombination kann, richtig dosiert, die robuste Rolle von Gold im Portfolio um eine opportunistische Komponente ergänzen, ohne deren defensiven Kern zu verwässern.

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