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Rallye nimmt Fahrt aufGold nähert sich Rekordzone: Northern Star und Evolution Mining steigern Gewinne, Alpha Exploration, Dryden Gold und Lode Gold treiben Projekte voran

Steigende Staatsschulden und höhere Anleiherenditen treiben Gold zurück in Richtung Rekordzone. Während Produzenten wie Northern Star und Evolution ihre Gewinne ausweiten, rücken bei Alpha Exploration, Dryden Gold und Lode Gold neue Bohr- und Entwicklungsprogramme nach.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 8 min
Titelbild: picture alliance / Chromorange / Ales Utouka

Der Goldmarkt reagiert erneut auf wachsende Zweifel an der Tragfähigkeit staatlicher Schulden. Nachdem die US-Staatsverschuldung zuletzt die Marke von 40 Bio. USD überschritten hatte, stieg die Rendite 30-jähriger US-Staatsanleihen zeitweise über 5,3 %. Gold gewann innerhalb einer Woche rund 190 USD und erreichte in der Spitze 4.516 USD je Unze.

Dieses höhere Preisniveau verändert die Kalkulation entlang der gesamten Goldbranche. Produzenten erzielen mehr Cashflow aus bestehenden Minen. Zugleich wächst weiter vorne in der Projektpipeline der Spielraum für Bohrprogramme, größere Ressourcenmodelle und technische Studien. Damit gewinnt auch die Frage an Gewicht, welche neuen Projekte bei dauerhaft hohen Goldpreisen in die nächste Entwicklungsstufe vorrücken können.

Kapital rotiert zurück in den Goldsektor

An der australischen Börse ist diese Verschiebung bereits sichtbar. Der ASX-Goldsektor legte innerhalb eines Monats um 37 % zu. Allein am vergangenen Donnerstag (20. August 2026) sprang der Index um 8 %, während der breitere australische Aktienmarkt im Wochenvergleich nahezu unverändert blieb.

Northern Star Resources AU000000NST8A0BLDY gehört zu den großen australischen Goldproduzenten und betreibt drei Produktionszentren in Westaustralien und Alaska. Der Konzern verbindet das stärkere Goldpreisumfeld derzeit mit steigenden Ergebnissen: Der Nettogewinn erhöhte sich im abgelaufenen Geschäftsjahr um 24 % auf 1,7 Mrd. AUD, zugleich begann die Inbetriebnahme der Erweiterung des Kalgoorlie-Komplexes. Die Aktie legte zuletzt um 6,3 % zu.

Auch Evolution Mining AU000000EVN4A1JNWA zählt zu den etablierten Produzenten der Branche. Das Unternehmen betreibt sechs Minen in Australien und Kanada und fördert neben Gold auch Kupfer. Im abgelaufenen Geschäftsjahr stieg der bereinigte Nettogewinn um 63 % auf 1,56 Mrd. AUD. Die Evolution-Mining-Aktie gewann rund 12 %.

Bei Produzenten lässt sich der Hebel eines höheren Goldpreises damit unmittelbar an Gewinnen und Cashflows ablesen. Je weiter ein Projekt von der Produktion entfernt ist, desto anders wirkt ein hoher Goldpreis auf die Entwicklung. Unternehmen wie Alpha Exploration, Dryden Gold und Lode Gold bilden dabei drei aufeinanderfolgende Stationen ab: die Erweiterung einer Entdeckung, die systematische Vorbereitung einer Ressourcendefinition und die technische Entwicklung eines bereits abgegrenzten Goldvorkommens. Ihre aktuellen Programme zeigen damit, wie sich das stärkere Marktumfeld Schritt für Schritt durch die Projektpipeline zieht.

Von der Entdeckung zur technischen Projektentwicklung

Alpha Exploration VGG3198S1074A3DLBX arbeitet auf dem zu 100 % kontrollierten Kerkasha-Projekt in Eritrea gleich an zwei geologisch unterschiedlichen Systemen. Die 514 km2 große Liegenschaft umfasst das orogene Goldsystem Aburna sowie das Kupfer-Gold-Porphyrsystem Anagulu. Frühere Bohrungen bei Aburna lieferten unter anderem 18 Meter mit 15,33 Gramm Gold je Tonne sowie 16 Meter mit 14,07 Gramm je Tonne.

Im Juli startete Alpha Exploration ein weiteres Bohrprogramm bei Aburna, während die Arbeiten am Kupfer-Gold-System Anagulu parallel fortgesetzt werden. Dort bestätigten neue Ergebnisse im August ein weiteres großflächiges Ziel. Die sogenannte Camel-Zone lässt sich bislang über rund 1,25 Kilometer verfolgen; große Teile des Trends wurden noch nicht durch tiefere Bohrungen untersucht. Die kommenden Programme sollen deshalb vor allem klären, wie weit sich die Mineralisierung fortsetzt.

Für Alpha Exploration eröffnet sich damit die Möglichkeit, auf Kerkasha sowohl die hochgradige Goldmineralisierung bei Aburna als auch die größere Kupfer-Gold-Struktur bei Anagulu weiterzuentwickeln. Die laufenden Programme sollen Ausdehnung und Kontinuität der bekannten Mineralisierung genauer bestimmen und zusätzliche Zielzonen erschließen. In einem Goldmarkt auf Rekordniveau erhalten solche Bohrprogramme zusätzliche Aufmerksamkeit: Jeder erfolgreiche Schritt verbreitert die Grundlage für spätere Ressourcenschätzungen.

Dryden Gold CA26245V1013A3E1GE verfolgt derweil im Nordwesten Ontarios einen stärker auf einen gesamten Goldbezirk ausgerichteten Ansatz. Das Unternehmen kontrolliert im Dryden Gold District ein zusammenhängendes Landpaket von mehr als 888 km2. Den Ausgangspunkt bildet Gold Rock entlang der Manitou-Dinorwic-Deformationszone, wo mehrere hochgradige Strukturen untersucht werden.

Dryden hat sein Bohrprogramm für 2026 auf 45.000 Meter ausgeweitet und will mit einem zweiten Bohrer das Arbeitstempo erhöhen. Die bisherigen Ergebnisse am Sparrow-Ziel bestätigen das Potenzial hochgradiger Goldstrukturen innerhalb des Gold-Rock-Camps. Parallel erweitert das Unternehmen seine regionale Explorationsbasis. Mit der Optionsvereinbarung für die Lost-Lake-Liegenschaft kamen im August weitere Flächen innerhalb des Camps hinzu. Dryden Gold kann damit bekannte mineralisierte Zonen systematischer weiterverfolgen und zugleich zusätzliche Ziele im Distrikt testen.

Alpha und Dryden stehen damit für jene Phase des Goldzyklus, in der zusätzliche Bohrmeter erheblichen Einfluss auf die Projektentwicklung haben. Bei hohen Metallpreisen steigt der Wert einer wachsenden geologischen Datenbasis. Größere und besser definierte Systeme eröffnen zusätzliche Optionen für die spätere Ressourcenplanung.

Lode Gold geht in die Minenplanung

In Kalifornien ist Lode Gold Resources CA54019J1049A415CV mit der Fremont Gold Mine bereits einen Schritt weiter. Eine im Mai aktualisierte Mineralressourcenschätzung weist rund 1,11 Mio. Unzen Gold als angezeigte und weitere 1,98 Mio. Unzen als abgeleitete Ressource aus. Damit verlagert sich die Arbeit zunehmend von der Abgrenzung der Lagerstätte auf die technische Planung eines möglichen Minenbetriebs.

Das aktuelle Ressourcenmodell erweitert den möglichen Rahmen für einen späteren Untertagebetrieb. Gegenüber einer früheren Schätzung arbeitet Lode Gold mit einem deutlich niedrigeren Grenzgehalt und erfasst dadurch größere Tonnagen. Wenn mehr mineralisiertes Material wirtschaftlich interessant wird, begünstigen höhere langfristige Goldpreisannahmen solche Planungen. Im Fall Fremont verlagert sich die Arbeit damit zunehmend von der Ressourcendefinition auf die technische Ausgestaltung eines möglichen Minenbetriebs.

Im August erhielt Lode Gold vom kalifornischen Verwaltungsbezirk Mariposa County eine auf drei Jahre ausgelegte Bohrgenehmigung und begann mit einem neuen Programm auf Fremont. Die Arbeiten sollen zusätzliche Daten für die weitere technische Planung liefern. Für 2027 ist eine vorläufige Machbarkeitsstudie vorgesehen, die den nächsten wichtigen Schritt in Richtung einer möglichen Minenentwicklung markieren soll.

Bei Lode Gold folgt also nun die technische Ausarbeitung des Projekts. Während bei Alpha Exploration und Dryden Gold vor allem zusätzliche Bohrungen die Größe und Kontinuität der mineralisierten Systeme bestimmen sollen, fließen bei Fremont bereits Metallurgie, Geotechnik, Wasserführung und Minendesign in die Planung ein. Ein hoher Goldpreis wirkt hier zunehmend direkt auf Parameter wie Grenzgehalt, förderbare Tonnage und die Gestaltung eines möglichen Untertagebetriebs.

Kapital wandert tiefer in den Goldsektor

Je nach Entwicklungsstand wirkt sich das aktuelle Goldpreisniveau an anderer Stelle aus. Produzenten spüren es unmittelbar bei Ergebnis und Cashflow. Explorations- und Entwicklungsunternehmen erhalten dagegen mehr Spielraum für Bohrprogramme, Ressourcenausbau und technische Studien.

Alpha Exploration, Dryden Gold und Lode Gold stehen an unterschiedlichen Punkten dieser Entwicklung – von der Erweiterung neuer Goldsysteme über die Vorbereitung einer Ressourcendefinition bis zur technischen Ausarbeitung eines bereits abgegrenzten Vorkommens. Der hohe Goldpreis lenkt nun zunehmend auch Kapital in Unternehmen jenseits der großen Produzenten.

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