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Uran vor XXL-ComebackWie Anleger an dem neuen Boom teilhaben

Die globale Nachfrage nach Uran steigt durch das Kernkraft-Comeback stark an, das Potenzial für Preissteigerungen ist groß. Anleger können zwischen der Beteiligung am Spotmarkt, ETFs und Einzelaktien wählen, um an dem Boom teilzuhaben.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 7 min
Titelbild: Alex Shuper / Unsplash

Die Kernkraft erlebt ein globales Comeback, und dieses Comeback kommt mit Wucht. Ende 2025 waren weltweit mehr als 60 Reaktoren im Bau. Die Uran-Nachfrage wird Daten von Bloomberg NEF zufolge in den nächsten zehn Jahren um knapp ein Viertel ansteigen.Die politischen Prioritäten der meisten Länder verschieben sich in Richtung Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit von Importen fossiler Energieträger. Nur die Kernkraft kann beständig, nahezu emissionsfrei und in großen Mengen Strom liefern.

Die Kehrtwende nahm ihren Ausgang auf der Klimakonferenz COP28 im Jahr 2023. 22 Länder bekundeten ihre Absicht, den Einsatz von Kernenergie bis 2050 zu verdreifachen. Die USA, die über die meisten Reaktoren verfügen, streben eine Vervierfachung der Leistung ihrer Reaktoren an – von derzeit rund 100 Gigawatt auf 400 Gigawatt.

Globale Kernkraftkapazität verdoppelt sich

Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) prognostiziert, dass sich die weltweite Kernkraftkapazität bis 2050 verdoppeln und je nach Szenario zwischen 561 Gigawatt (minimaler Fall) und 992 Gigawatt (optimaler Fall) erreichen könnte.

Die Unterstützung für den Ausbau der Kernenergie beschränkt sich nicht auf die Regierungsebene. So haben in den vergangenen Jahren Hyperscaler wie Meta Platforms, Amazon AWS, Alphabet, Microsoft, Oracle und Equinix, mehrere Initiativen im Bereich der Kernenergie angekündigt, darunter Stromabnahmeverträge und Beteiligungen an Kernenergie-Startups. Meta etwa unterzeichnete im ersten Quartal 2026 Verträge zur Sicherung von bis zu 7,8 Gigawatt Nuklearkapazität, während Microsoft sich über 800 Megawatt exklusiv für seine Rechenzentren sicherte.

Ohne neue Investitionen würde das globale Uranangebot ab spätestens 2029 zurückgehen. 2040 stünde dann Prognosen zufolge ein Angebot von rund 45.000 Tonnen einer Nachfrage von gut 120.000 Tonnen pro Jahr gegenüber.

Investitionswelle in Uran im vollen Gange

Doch die Investitionswelle hat längst begonnen. Einem Bericht von S&P Global zufolge stiegen die Investitionsausgaben (Capex) für Uran von 704 Mio. USD im Jahr 2024 auf 969 Mio. USD im Jahr 2025. Für 2027 werden 1,6 Mrd. USD erwartet.

Ab etwa 2028 wird auch die Produktion ansteigen. Dazu tragen zum einen die beiden Platzhirsche Cameco und Kazatomprom bei. Zum anderen neue Akteure auf den Markt, die bislang wenig oder gar nichts produzieren, darunter NexGen Energy, Denison Mines und Uranium Energy.

Doch der Uranmarkt wird durch geopolitische Blockbildung verkompliziert. Kazatomprom birgt für westliche Abnehmer aus mehreren Gründen Unsicherheiten. Zum einen wendet sich das Land in letzter Zeit tendenziell nicht-westlichen Abnehmern zu, wobei insbesondere China in den letzten Jahren an Gewicht gewonnen hat.Zudem ist auch die Lieferung nicht gänzlich unproblematisch. "Für unsere westlichen Kunden liefern wir quer durch Russland zum Hafen von St. Petersburg oder alternativ über den Mittleren Korridor, die Transkaspische Route", sagt Kazatomprom-CEO Meirzhan Yussupov. Die transkaspische Route umgeht zwar Russland, durchläuft aber das Kaspische Meer, Aserbaidschan und Georgien.

In den Uran-Aufschwung investieren: So geht es

S&P Global Analyst Ari Gupta sagt: "Die Voraussetzungen für einen mehrjährigen Aufschwung des Uranpreises sind zunehmend gegeben, von dem Minenbetreiber, Projektentwickler und die gesamte Wertschöpfungskette der Kernbrennstoffe profitieren werden."

Wie können Anleger von dem Boom am Uranmarkt profitieren? Eine Möglichkeit besteht in Produkten auf den Uran-Spotpreis wie etwa den Sprott Physical Uranium Trust. Eine weitere Option sind ETFs auf Indizes, die in Aktien von Unternehmen der Uran- und Kernenergiebranche investieren. Der Wisdom Tree Uranium and Nuclear Energy UCITS Index etwa umfasst Unternehmen aus den Kategorien Upstream, Midstream und Innovatoren.

Wer ein Investment etwas näher an der originären Verfügbarkeit des Rohstoffs Uran und weniger in der nachgelagerten Verarbeitung sucht, kann den Sprott Uranium Miners ETF wählen. Dieser setzt auf Unternehmen, deren Assets zu mindestens 50 % mit dem Uranbergbau in Verbindung stehen.

Wer mit etwas größerem Hebel und mehr Appetit auf Risiko in den Uranbergbau investieren möchte, kann auf Uranexplorer in einem frühen Stadium setzen. Diese oft mit nur wenigen Millionen USD bewerteten Unternehmen explorieren Liegenschaften mit dem Ziel, profitabel abbaubare Uranvorkommen zu identifizieren.

Bei Uranexplorern kommt es auf die Qualität an

Bei Uranexplorern gilt es, die Spreu vom Weizen zu trennen. Chancen versprechen Akteure, deren Projekte erstens in etablierten Bergbaujurisdiktionen liegen, zweitens geologisch aussichtsreich sind und drittens nicht zu weit von etablierter Infrastruktur entfernt sind.

Ein Beispiel für solche Uranexplorer ist Purecore Metals CA7459371026A42ABN. Das Unternehmen sicherte sich Ende Juli eine Option auf bis zu 100 % der Anteile an dem Uranprojekt Yurchison im Athabasca-Becken im Norden von Saskatchewan in Kanada. Das Projekt umfasst 22 Claims mit einer Fläche von mehr als 35.000 Hektar und liegt etwa 75 Kilometer südlich des Cameco-Werks in Rabbit Lake, wobei der Highway 905 das Gelände durchquert.

Die Geologen sehen das Potenzial für Uran-, Uran-Thorium-Seltene-Erden- und Kupfer-Blei-Zink-Mineralisierungen. Historische Probenahmen und weitere frühere Arbeiten, darunter geophysikalische Untersuchungen, Prospektion, Kartierung, Probenahme und Bohrungen, sprechen für diese Interpretation. Allerdings wurden die meisten Arbeiten noch im vergangenen Jahrhundert abgeschlossen. Purecore CEO Peter Berdusco sieht in Yurchison trotzdem "ein großes, gut zugängliches und bisher wenig erforschtes Uranvorkommen im weltweit führenden Uranabbaugebiet – dem Athabasca-Becken."

Der Explorer wird an der Börse derzeit mit einer Bewertung von rund 15 Mio. EUR gehandelt. Stellen sich erste handfeste Explorationserfolge ein, könnte die Kombination aus vielversprechender Geologie und erstklassiger Jurisdiktion jedoch rasch zu einer Neujustierung durch den Markt führen.