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Investor WocheModerna im Höhenflug, Tesla vor Cybercab-Start, Walmart enttäuscht, Alibaba mit Gewinnrückgang wegen KI, QuantumCore schließt Finanzierungsrunde ab

Die Moderna-Aktie verdreifacht sich nach einer Studie zu einer Krebstherapie, Tesla bereitet die Einführung von Cybercabs vor, Continental Resources und Mercuria schließen einen milliardenschweren Öl-Deal in Argentinien, Purecore Metals ist im OTCQB-Handel gelistet. Die Kerninflation in UK steigt stärker als erwartet, US-Finanzminister Bessent kann den Bondmarkt nicht beruhigen.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 10 min
Titelbild: picture alliance / Sipa USA / Sopa Images

Marktentwicklung

Diese Woche wurde stark durch die Bondmärkte geprägt: Viele Anleiherenditen erreichten langjährige Höchststände, die Sorgen vor den hohen Staatsschulden sind zurück. Besonders deutlich zeigte sich dies bei den Edelmetallen: Gold kratzte am Freitagmittag an der Marke von 4.600 Punkten, Silber notierte nahe 70 USD. Auch Bitcoin legte deutlich zu. Die Aktienkurse gerieten dagegen unter Druck, ohne in die Nähe eines Panikmodus zu rücken. Der DAX gab rund 1,8 % nach, der NASDAQ-100 rund 3 % und der S&P 500 lag etwa 2 % im Minus.

Top-Meldungen

Bessent scheitert mit Bondmarkt-Intervention

Die Intervention von Finanzminister Scott Bessent vermochte die Bondmärkte nur kurz zu beruhigen: Steigende Renditen bei Staatsanleihen und die ausufernde Verschuldung sind das Marktthema der Woche. Das Finanzministerium hatte angekündigt, seine Ausgaben zum Kauf von langlaufenden Staatsanleihen von 2 Mrd. USD auf mindestens 4 Mrd. USD anzuheben.

Inflation in UK steigt deutlich

Die Verbraucherpreise in Großbritannien stiegen im Jahresvergleich um 2,9 %. Im Vormonat hatte die Jahresrate 2,6 % betragen. Analysten hatten den Anstieg im Schnitt erwartet. Angetrieben wurde die Inflation durch einen Anstieg von Kosten im Zusammenhang mit Wohnen und Haushaltsdienstleistungen. Im Monatsvergleich stiegen die britischen Verbraucherpreise im Juli um 0,3 %, wie von Analysten erwartet. Für die Kerninflationsrate meldete das Statistikamt eine unveränderte Jahresrate von 2,6 %. Analysten hatten einen Rückgang auf 2,5 % erwartet.

Walmart mit schwachem Wachstum

Walmart US9311421039860853 meldete mit einem Umsatzplus von 2,6 % den geringsten Quartalsumsatzzuwachs seit über sechs Jahren. Analysten hatten laut FactSet mit einem Anstieg von 3,8 % gerechnet. Neben zurückhaltenden Konsumenten trugen auch neue Preisvorschriften für Apotheken zur schwachen Entwicklung bei. Die Aktie gab fast zweistellig nach, obwohl das Unternehmen seine Prognosen für das Gesamtjahr sowohl für den Nettoumsatz als auch für das Betriebsergebnis anhob.

Alibaba wegen hoher KI-Investments mit kleinerem Gewinn

Alibabas US01609W1027A117ME Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um rund 8,6 % auf 268,95 Mrd. Yuan und übertraf damit die Erwartungen, während der Gewinn hinter den Prognosen zurückblieb. Der Grund: hohe Investitionen in KI. Der Nettogewinn von Alibaba sank im ersten Quartal des Geschäftsjahres um 76 % auf 10,54 Mrd. Yuan. Das externe Umsatzwachstum von Alibaba Cloud beschleunigte sich auf 45 %, wobei der Umsatz mit KI-bezogenen Produkten das zwölfte Quartal in Folge ein dreistelliges Wachstum verzeichnete.

Purecore Metals-Aktien starten OTCQB-Handel

Die Aktien von Purecore Metals CA7459371026A42ABN werden nun am OTCQB Venture Market in den USA unter dem Symbol "PPURF" gehandelt. Die Canadian Securities Exchange bleibt der primäre Börsenplatz, wo die Aktien weiterhin unter dem Symbol "PURE" gehandelt werden. CEO Peter Berdusco kommentierte: "Unsere erfolgreichen Entdeckungen und Erschließungen würden sich unmittelbar auf die US-amerikanischen Versorgungsmärkte und Investoren auswirken."

QuantumCore schließt Finanzierungsrunde ab

QuantumCore CA74767F1045A429HH meldete den Abschluss der zweiten und letzten Tranche einer Finanzierungsrunde mit einem zusätzlichen Bruttoerlös von 426.000 USD. Insgesamt hat das Unternehmen im Rahmen beider Tranchen knapp 3 Mio. Aktien zum Preis von je 2,00 USD ausgegeben und damit gut 5,1 Mio. USD erlöst.

Moderna-Aktien nach Erfolg mit Krebsimpfung im Höhenflug

Die Aktie von Moderna US60770K1079A2N9D9 verdreifachte sich nach der Meldung zeitweise: Ein experimenteller mRNA-basierter Impfstoff von Moderna und Merck US58933Y1055A0YD8Q konnte bei Hochrisiko-Melanompatienten das Wiederauftreten oder die Ausbreitung des Krebses verhindern. In der Phase-III-Studie wurde der personalisierte Impfstoff Intismeran in Kombination mit der Krebsimmuntherapie Keytruda von Merck getestet. Moderna hofft, das Medikament im Jahr 2027 auf den Markt bringen zu können.

Continental Resources und Mercuria mit Öl-Deal in Argentinien

Mercuria und Continental Resources werden zu gleichen Teilen Partner eines Joint Ventures bei Phoenix Global Resources. Die Unternehmen haben Investitionen von mehr als 4 Mrd. USD zugesagt, die Fördermenge von Phoenix in der argentinischen Vaca-Muerta-Formation in den nächsten fünf Jahren auf über 100.000 Barrel Öläquivalent zu verdreifachen. Continental gehört Harold Hamm, der im Januar bereits argentinische Schiefergasbeteiligungen von Pan American Energy erworben hatte.

Unter der Lupe

Tesla: Mit Cybercap in den Startlöchern unterbewertet?

Tesla US88160R1014A1CX3T bereitet einem Bericht von The Information zufolge die Einführung des Cybercab vor. Das ausschließlich für autonomes Fahren entwickelte Fahrzeug soll Teil der Robotaxi-Flotte des Unternehmens in Austin, Texas, werden. Es verfügt weder über ein Lenkrad noch über Pedale.

Diese Entwicklung ist für die Bewertung des Unternehmens höchst relevant. Cybercabs sollen langfristig einen Großteil der Robotaxi-Flotte stellen. Analysten gehen davon aus, dass die Fahrzeuge relativ kostengünstig sind und dem Geschäftszweig dadurch hohe Margen ins Haus stehen.

Nach einer Schätzung von Morningstar erwirtschaftete das Robotaxi-Geschäft 2025 weniger als 0,5 % des Gesamtumsatzes. Auf das Geschäft entfallen jedoch mehr als 30 % der Gesamtbewertung durch Morningstar, das langfristig ein starkes Wachstum bei hohen Margen erwartet.

"Wir erwarten, dass Tesla seinen Robotaxi-Dienst im weiteren Jahresverlauf auf zusätzliche Städte ausweitet und zugleich die Zahl der Fahrzeuge in der Flotte erhöht, die ohne Sicherheitsbegleiter unterwegs sind. Damit dürfte das Geschäft die Voraussetzungen für ein starkes Wachstum im Jahr 2027 schaffen", sagt Morningstar-Analyst Seth Goldstein, der den fairen Wert der Aktie bei 450 USD sieht.

Tesla ist bekanntlich weniger ein Autobauer und vielmehr eine Wette auf Projekte wie autonomes Fahren und den Roboter Optimus. Zu Optimus hatte Elon Musk im April erklärt, die zunächst flache Produktion werde in Fremont "Ende Juli oder im August" beginnen – dieses Zeitfenster ist nun fast verstrichen. Zumindest im Hinblick auf autonome Taxis könnte 2027 einen Wendepunkt für Musks Wetten darstellen.

Grafik der Woche

Sind hohe Bondrenditen eine Strafe für Schuldensünder?

In dieser Woche wurde sehr viel über Staatsschulden berichtet. Aus gutem Grund: Die USA reißen die 40-Billionen-Dollar-Marke und geben pro Jahr/Tag/Stunde so viel Geld für Zinsen aus wie nie zuvor. Die Renditen der Staatsanleihen steigen deshalb. Es handelt sich keinesfalls um ein US-spezifisches Phänomen. Auch andere Staaten wie Japan, Frankreich, Italien oder das Vereinigte Königreich sind hoch verschuldet und müssen höhere Zinsen zahlen. "Droht eine globale Staatsschuldenkrise?" titelt ein deutscher Nachrichtensender.

Ein erweiterter Blick auf den Bondmarkt zeigt, dass das Narrativ, chronische Schuldensünder zahlten nun den Preis für ihr Leben über den Verhältnissen, nicht das ganze Bild darstellt. Entspräche diese Logik dem herrschenden Marktregime, müssten Investoren Staatsanleihen von Ländern mit geringer Verschuldung eigentlich stärker nachfragen und ihre Preise in die Höhe, sprich die Renditen in den Keller drücken.

So aber lässt sich nicht erklären, warum norwegische Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit eine höhere Rendite bringen als französische Schuldverschreibungen mit gleicher Laufzeit. Norwegens Staatsverschuldung liegt auf dem Papier bei knapp 43 % des BIP. In der Praxis besitzt der öl- und gasreiche norwegische Staat jedoch Nettovermögen.

Australien bietet sogar eine höhere Rendite als die USA – dabei liegt die Verschuldung viel niedriger. Auch das Verhältnis von Rohstoffvorkommen zu Verschuldung in Down Under spricht für ein geringes Ausfallrisiko.

Natürlich lassen sich für die hohen Renditen in diesen beiden Ländern (und einigen weiteren Staaten aus dem Kreis der Industrieländer) auch spezifische Ursachen anführen. Entscheidend ist jedoch: Würde der Bondmarkt ernsthaft die Bedienung der Verbindlichkeiten durch die großen Schuldner USA, Japan, UK etc. in Zweifel ziehen, müsste die Renditedifferenz aus einer reinen Marktlogik heraus größer ausfallen.

Investor Woche: Moderna im Höhenflug, Tesla vor Cybercab-Start, Walmart enttäuscht, Alibaba mit Gewinnrückgang wegen KI, QuantumCore schließt Finanzierungsrunde ab

Fun Fact

USA stellten 30-jährige Anleihen 2001 zeitweise ein

Der Artikel in der New York Times liest sich fast wie aus einer anderen Zeit. Am 31. Oktober 2001 stellte das US-Finanzministerium die regelmäßige Ausgabe der 30-jährigen Staatsanleihe komplett ein.

Ende der 1990er und Anfang der 2000er Jahre verzeichneten die USA unter der Clinton-Regierung historische Haushaltsüberschüsse. Die Regierung benötigte schlichtweg weniger langfristige Schulden. Das Finanzministerium argumentierte, dass die jahrzehntelange Bindung an hohe Zinssätze für den Steuerzahler zu teuer sei. Man wollte sich stattdessen auf kurz- und mittelfristige Anleihen konzentrieren.

Doch die Abstinenz war ebenso wie die solide Haushaltslage nicht von langer Dauer: Im Februar 2006 führte das US-Finanzministerium die 30-jährige Anleihe offiziell wieder ein.

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