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Kupferprojekte im FokusVom Preisschock zur Projektchance: Rio Tinto, Gunnison Copper, QMines, Arctic Minerals und Algo Grande im Kupferrausch

Kupfer bleibt Schlüsselrohstoff für Stromnetze, KI und Industrie. Während der Preis schwankt, gewinnen konkrete Fortschritte bei neuen Projekten in den USA, Australien, Schweden und Mexiko an Bedeutung.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 10 min
Titelbild: Paul-Alain Hunt / Unsplash

Der Kupfermarkt zeigt gerade, wie verletzlich das globale Rohstoffsystem geworden ist. Nach der jüngsten Eskalation im Nahen Osten gab der Preis zunächst deutlich nach. Doch der Rückgang erzählt nur einen Teil der Geschichte. Hohe Energiepreise, teurere Logistik und ein ohnehin knappes Angebot können die Angebotsseite weiter belasten. Kupfer bleibt damit mehr als ein Konjunkturmetall. Es wird zum Rohstoff für Stromnetze, Rechenzentren, Industriepolitik und Verteidigung. In diesem Umfeld zählt nicht nur der Preis. Entscheidend wird, welche Projekte wirklich vorankommen.

Nahostschock trifft engen Markt

Nach den Luftschlägen der USA und Israels auf Iran sowie der Schließung der Straße von Hormus fiel Kupfer an der London Metal Exchange zunächst um fast 10 %. Das passt auf den ersten Blick zu einem klassischen Krisenmuster. Anleger reduzieren Risiko, zyklische Metalle geraten unter Druck.

Doch der Markt war schon vor dem Schock angespannt. Die Nachfrage wächst aus mehreren Richtungen. Stromnetze müssen ausgebaut werden. Rechenzentren für künstliche Intelligenz brauchen große Mengen leitfähiges Material. Auch Verteidigung und Reindustrialisierung erhöhen den Bedarf. Gleichzeitig bleibt neues Angebot schwer planbar.

Öl macht neues Kupfer teurer

Der wichtigste Kostenfaktor ist Energie. Wenn Öl steigt, wird auch Kupfer teurer in der Produktion. Einer Analyse der Bank of Montreal auf Basis von Wood-Mackenzie-Daten nach könnten die Förderkosten im Kupferbergbau um rund 16 % steigen, falls Rohöl auf 100 USD je Barrel klettert. Pro 10 % höherem Ölpreis würden die Kosten um etwa 3,5 % zulegen.

Das trifft eine Branche mit wenig Spielraum. Diesel, Strom, Transport und Verarbeitung werden teurer. Erweiterungen lassen sich schwieriger finanzieren. Ein Konjunkturschock kann Kupfer kurzfristig belasten. Wenn aber zugleich das Angebot teurer wird, kann sich das Bild schnell wieder drehen.

Angebotsproblem bleibt ungelöst

Die eigentliche Schwachstelle liegt auf der Produktionsseite. Sinkende Erzgehalte, lange Genehmigungswege und zu wenige große Neuentdeckungen prägen den Markt seit Jahren. Die Internationale Energieagentur sieht die bislang angekündigten Projekte nicht als ausreichend an, um die erwartete Nachfrage bis 2035 zu decken und verweist auf eine Lücke von rund 30 %.

Auch der Lageraufbau in den USA zeigt, wie nervös der Markt geworden ist. An der Comex stiegen die Bestände Anfang Februar auf 589.081 Kurztonnen. Einschließlich außerbörslicher Lager werden die US-Bestände auf rund 1,1 Mio. Kurztonnen geschätzt. Für März 2026 sollen rund 500.000 Tonnen Kupfer auf dem Weg in die USA gewesen sein. Üblich wären etwa 70.000 Tonnen pro Monat.

Gunnison liefert Kupfer mit Substanz

Mit Gunnison Copper (ISIN: CA4028801088, WKN: A40TP4) steht ein Kupferentwickler mit PEA und Kathodenproduktion auf der US-Seite dieser Entwicklung. Das Unternehmen arbeitet in Arizona an einem Projekt, das nicht nur Kupfer fördern soll, sondern LME-Grade-A-Kathoden direkt vor Ort produzieren will. Genau damit passt Gunnison gut in den politischen Trend hin zu mehr heimischer Rohstoffversorgung.

Noch spannender wurde die Story durch das jüngste PEA-Update. Die Studie beschreibt ein Tagebau- und Haufenlaugungsprojekt mit SX/EW-Verarbeitung. In den ersten 15 Jahren soll die Produktion im Schnitt bei rund 174 Mio. Pfund Kupfer pro Jahr liegen. Über die gesamte Minenlaufzeit spricht das Unternehmen von rund 3,2 Mrd. Pfund Kupfer. Bei einem Kupferpreis von 4,60 USD je Pfund ergibt sich ein Nachsteuer-NPV8 von rund 2,0 Mrd. USD, ein IRR von 22,5 % und eine Amortisationszeit von 3,9 Jahren.

Damit steht Gunnison längst nicht mehr nur für ein mögliches neues Kupferangebot. Das Unternehmen kann inzwischen konkrete Projektdaten vorlegen. Hinzu kommt die Johnson Camp Mine, die gemeinsam mit Rio Tinto (ISIN: GB0007188757, WKN: 852147) betrieben wird und bereits als operative Basis dient. Für Anleger ergibt sich dadurch ein deutlich greifbareres Bild: ein US-Standort mit Kathodenproduktion direkt vor Ort gepaart mit einem nachweislich wirtschaftlich abbaubaren Projekt.

QMines bringt Kupfer-Gold Projekt mit 15 Mio. AUD in Stellung

QMines (ISIN: AU0000141533, WKN: A2QSAM) hat zuletzt einen wichtigen Finanzierungsschritt gemeldet. Das Unternehmen erhält 15 Mio. AUD vom QIC Critical Minerals and Battery Technology Fund. Die Struktur: 5 Mio. AUD Eigenkapital und 10 Mio. AUD für eine 2 % Net-Smelter-Return-Royalty. Mit dem Geld soll die Entwicklung des Kupfer-Gold-Projekts Mount Chalmers in Queensland schneller vorankommen.

Dabei geht es um mehr als nur frisches Kapital. QIC wird durch die Transaktion größter Aktionär. Gleichzeitig soll die Finanzierung QMines bei der Machbarkeitsstudie (DFS), der FEED-Studie (eine detaillierte technische Vorplanung für Bau und Kosten) und der Vorbereitung auf die Bauphase unterstützen.

Mount Chalmers bekommt damit einen weiteren Qualitätsnachweis. Institutionelles Kapital kommt in der Regel nicht ohne gründliche Prüfung. Für QMines verbessert sich dadurch die Ausgangslage deutlich. Das Projekt war schon durch vorhandene Infrastruktur und technische Vorarbeiten interessant. Mit der QIC-Investition sind die nächsten Entwicklungsschritte des Unternehmens nun deutlich robuster aufgestellt.

Arctic Minerals schärft die Ziele bei Hennes Bay

Arctic Minerals AB (ISIN: SE0024172779, WKN: A411LJ) bringt die europäische Perspektive in den neuen Kupferrausch. Das Unternehmen entwickelt in Schweden das Kupfer-Silber-Projekt Hennes Bay. Dort liegt bereits eine erste Ressourcenschätzung nach JORC-Standard vor. Laut Unternehmensangaben umfasst sie 55 Mio. Tonnen mit 1,0 % Kupferäquivalent.

Zuletzt kamen neue Explorationsdaten dazu. Arctic Minerals meldete mehrere neue Ziele mit hoher Priorität. Die Auswertung von MMT- und MVI-Daten (geophysikalische Messmethoden, die elektrische Leitfähigkeit bzw. magnetische Eigenschaften im Untergrund sichtbar machen) zeigte klare Überschneidungen zwischen Leitfähigkeits- und Magnetikmerkmalen. Diese fallen mit bereits bekannter Mineralisierung zusammen und sind ein Hinweis, dass die eingesetzten Methoden funktionieren. Spannend ist außerdem: Bisher wurden erst rund 34 % des gesamten Lizenzgebietes untersucht.

Damit ist Hennes Bay nicht nur eine bestehende Ressource, sondern bietet auch neue Ansatzpunkte zur Projektweiterentwicklung. In einem europäischen Markt, in dem Versorgungssicherheit immer wichtiger wird, kann sich diese Tatsache schnell aös entscheidender Vorteil erweisen.

Algo Grande stellt sich in Mexiko auf

Algo Grande Copper (ISIN: CA0156071049, WKN: A41UK1) hat zuletzt aber ebenfalls Fortschritte gemeldet. Beim Adelita-Projekt in Sonora (Mexiko) bereitet das Unternehmen ein Phase-II-Bohrprogramm über rund 8.000 Meter vor. Beauftragt wurde dafür Major Drilling Group International. Gleichzeitig haben bereits die Erdarbeiten begonnen.

Die erste Bohrphase lieferte bereits mehrere starke Treffer. Unter anderem wurden Abschnitte mit bis zu 3,9 % Kupferäquivalent gemeldet, darunter 18,2 Meter mit rund 1,8 % Kupferäquivalent. Insgesamt bestätigten mehrere Bohrlöcher ein zusammenhängendes Kupfer-Gold-Silber-System mit vertikaler und seitlicher Ausdehnung. Zudem wurden mehrere übereinanderliegende Mineralisierungszonen identifiziert, was auf ein größeres System hindeutet.

Nach Unternehmensangaben werden nun rund 30 Bohrplattformen vorbereitet. Getestet werden sollen unter anderem Cerro Grande, mögliche Erweiterungszonen sowie weitere Ziele entlang eines rund sechs Kilometer langen Kalksteinkorridors. Damit bekommt das Adelita-Projekt einen weiteren Kick, denn die nächste Bohrkampagne wird konkret vorbereitet. Für einen Kupfermarkt, der neue Entdeckungen braucht, sind solche Programme wichtig, denn erfolgreiche Bohrergebnisse können die Wahrnehmung bei Anlegern schnell positiv verändern.

Kupfer wird zum Metall der Zukunft

Die eigentliche Verschiebung liegt nicht im Tagespreis. Kupfer wird nicht mehr nur als Frühindikator der Weltkonjunktur gesehen. Das Metall steht inzwischen auch für Versorgungssicherheit, Stromnetze, KI-Infrastruktur, Verteidigung und Industriepolitik.

Genau deshalb zählen Projektfortschritte aktuell umso mehr als früher. Gunnison liefert eine aktualisierte PEA und US-Kathodenperspektive. QMines gewinnt institutionelle Unterstützung für Mount Chalmers. Arctic Minerals erweitert das Zielbild bei Hennes Bay. Algo Grande bereitet sein nächstes Bohrprogramm in Mexiko vor. Solche Projektfortschritte folgen letztlich alle derselben Logik: Der Markt braucht neues, verlässliches Kupferangebot.

Der jüngste Rückgang beim Kupferpreis wirkt daher eher wie eine Momentaufnahme als wie ein Trendwechsel. Die strukturellen Themen bleiben bestehen. Angebot wächst nur langsam, während der Bedarf aus Energie, Technologie und Industrie weiter steigt. Entscheidend sind daher nicht kurzfristige Preisbewegungen, sondern welche Projekte tatsächlich vorankommen und mittelfristig neues Angebot liefern können. Genau hier dürfte sich in den kommenden Quartalen entscheiden, welche Unternehmen als Gewinner des neuen Kupferrauschs hervorgehen werden.

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