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Investor WocheInflation steigt in UK und sinkt in Japan, US-Wirtschaft brummt, Intel unter Druck, Sekur Private Data mit Wachstumsambitionen, BASF, Deutsche Börse, CSG IPO

In Japan sinkt die Inflation, in UK steigt sie. Die US-Wirtschaft dürfte im vierten Quartal stark gewachsen sein. Intel verfehlt die Erwartungen und muss deutliche Kursverluste einstecken. BASF verfehlt die Erwartungen ebenfalls. Sekur Private Data forciert Wachstumsambitionen. Die Deutsche Börse übernimmt Allfunds, der Munitionshersteller CSG feiert ein starkes IPO.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 11 min
Titelbild: picture alliance / Zoonar / Maksym Yemelyanov

Marktentwicklung

DAX, S&P 500 und NASDAQ-100 zeigen sich auf Wochensicht nahezu unverändert. Der Dollar gab innerhalb der seit Juli 2025 bestehenden Range nach. Gold kämpft mit der Marke von 5.000 USD, Silber mit 100 USD. Uran steigt auf den höchsten Preis seit Juni 2024.

Top Meldungen

Britische Inflation steigt auf 3,4 %, Einzelhandelsumsätze und Geschäftsaktivität über den Erwartungen

Die Inflationsrate in UK ist im Dezember auf 3,4 % gestiegen und lag damit höher als im November mit 3,2 %. Es ist der erste Anstieg seit fünf Monaten. Ökonomen hatten einen Anstieg um 3,3 % erwartet.

Gute Nachrichten dagegen von der Konjunktur: Die Einzelhandelsumsätze in Großbritannien stiegen im Dezember um 0,4 % und übertrafen damit die Erwartungen der Ökonomen, die mit einem Rückgang um 0,1 % gerechnet hatten. Trotz des Anstiegs im Dezember gingen die Einzelhandelsumsätze im vierten Quartal um 0,3 % zurück, und die Umsätze für 2025 blieben unter dem Niveau vor der Pandemie.

Gute Daten auch im Hinblick auf die Geschäftstätigkeit: Der S&P Global Flash UK PMI Composite Output Index, der die Aktivität im privaten Produktions- und Dienstleistungssektor misst, legte im Januar auf 53,9 Punkte zu und erreichte damit den höchsten Stand seit April 2024.

Inflation in Japan sinkt auf 2,4 %

Die Inflationsrate in Japan lag im Dezember bei 2,4 % und damit so niedrig wie seit Oktober 2024 nicht mehr. Der Wert entspricht den Markterwartungen. Im November lag die Teuerung auf Jahressicht noch bei 3 %. Gebremst wurde die Teuerung vor allem durch einen deutlichen Rückgang der Energiepreise um 3,1 %. Die Kerninflationsrate lag mit 2,9 % deutlich höher als die Headline Inflation.

US-Konjunktur gewinnt an Fahrt

Wie das Bureau of Economic Analysis (BEA) des Handelsministeriums berichtete, legte das US-BIP im dritten Quartal aufs Jahr hochgerechnet um 4,4 % zu. Ein separater Bericht legt nahe, dass auch das vierte Quartal stark gewesen sein dürfte: Im Oktober und November stiegen die Konsumausgaben um jeweils 0,5 %.

Intel meldet Verluste, Aktie unter Druck

Die Intel Aktie (ISIN: US4581401001, WKN: 855681) gab um rund 13 % nach: Der Chiphersteller meldete am Donnerstag einen Verlust für das vierte Quartal und prognostizierte weitere Verluste für das erste Quartal. Der Grund: Hohe Investitionen und leere Lager. Der Verlust im vierten Quartal überstieg mit 333 Mio. USD die Erwartungen der Analysten (294 Mio. USD). Der Umsatz sank auf 13,7 Mrd. USD nach 14,3 Mrd. USD im Vorjahreszeitraum.

Deutsche Börse kauft Allfunds für 5,3 Mrd. EUR

Die Deutsche Börse (ISIN: DE0005810055, WKN: 581005) übernimmt den Vermögensverwalter Allfunds für 5,3 Mrd. EUR. Die Aktionäre von Allfunds erhalten 6 Euro in bar, 2,60 Euro in Aktien der Deutschen Börse und eine Dividende von 20 Cent pro Aktie. Von dem Deal erhofft sich die Deutsche Börse jährliche Kostensynergien von 60 Mio. EUR und 30 Mio. EUR an eingesparten Investitionsausgaben.

CSG Aktien legen bei IPO in Amsterdam um 29 % zu

Am Freitag legte der Munitionshersteller Czechoslovak Group (ISIN: NL0015073TS8, WKN: A420X0) sein IPO in Amsterdam hin: Die Aktien notierten am Freitag bei 32,30 EUR und damit über dem Angebotspreis von 25 EUR pro Aktie, was das Unternehmen mit mehr als 33 Milliarden EUR bewertete.

Gewinnrückgang bei BASF

BASF (ISIN: DE000BASF111, WKN: BASF11) hat im abgelaufenen Jahr die eigenen und die Erwartungen der Analysten verfehlt: 6,6 Mrd. EUR bei einer prognostizierten Bandbreite von 6,7-7,1 Mrd. EUR. Ursächlich waren niedrigere Margen und Währungseffekte. Der Umsatz sank 2025 von 61,4 Mrd. EUR im Vorjahr auf 59,7 Mrd. EUR und lag damit im Rahmen der Erwartungen.

Unter der Lupe

Sekur Private Data Limited

Die Aktie von Sekur Private Data (ISIN: CA81607F1036, WKN: A3DKJ0) liegt auf Jahressicht um 190 % im Plus. Das 2017 durch Alain Mehdi Ghiai-Chamlou und in der Schweiz ansässige Unternehmen ist ein Spezialist im Bereich Cybersicherheit und entwickelt eine Reihe sicherer Cloud-basierter Lösungen für Speicherung, Dokumentenmanagement und Zusammenarbeit, verschlüsselte E-Mails und sichere Kommunikationstools.

Der Zuwachs des Aktienkurses erfolgt in einem strukturell auf Expansion ausgerichteten Marktumfeld. Die globalen Kosten der Cyberkriminalität werden bis 2028 weltweit voraussichtlich auf fast 14 Billionen US-Dollar ansteigen, schätzt Statista Market Insights. Kein Unternehmen und keine Privatperson ist heute noch sicher vor den zahlreichen Varianten von Cyberkriminalität.

Sekur Private Data Limited gehört zu den Innovatoren, deren Lösungen dies ändern sollen. Im Mittelpunkt steht dabei die Suite mit Lösungen wie SekurMail, SekurMessenger und SekurVPN. Anwender sollen, so die Philosophie, ein einfaches und zugleich sicheres Mittel zur Kommunikation und Datenspeicherung auf Basis der Schweizer Datenschutzstandards erhalten.

Unternehmen, Journalisten, Anwälte, Whistleblower, Privatpersonen: Die Zielgruppe für das Abo-Modell des Unternehmens ist groß und wächst beständig weiter. Die Chance für Sekur Private Data Limited liegt in stabilen Einnahmen und einem für Skalierung prädestinierten Geschäftsmodell. Der Fokus liegt dabei klar auf vermögenden Kunden, darunter vermögende Privatpersonen, Führungskräfte der obersten Ebene sowie Regierungs- und Diplomatenvertreter.

Im November wurden Corporate- und Premium-Lösungen für sichere und private Kommunikation und Datenübertragung fertiggestellt. Das Unternehmen sieht damit den Weg zu neuen Zielgruppen geebnet - darunter auch Regierungsbehörden.

Sekurs Pakete für E-Mail, Messenger und VPN kosten 90 USD pro Monat bzw. 900 USD pro Jahr für den Business-Tarif und 150 USD pro Monat bzw. 1.500 USD pro Jahr für die Corporate- und Premium-Tarife. Darüber hinaus plant das Unternehmen die Einführung eines weiteren Tarifs im ersten Quartal 2026 - und mit diesem auch den Einstieg in KI-Lösungen. Der geplante Tarif sieht proprietäre, verschlüsselte und KI-gestützte Sprach- und Videokonferenzen sowie weitere Funktionen vor und dürfte zwischen 2.500 und 3.500 USD pro Lizenz und Jahr kosten.

Neben der permanent steigenden Bedrohung durch Cyberkriminalität kommt eine zweite Wachstumskomponente hinzu. Europäische Unternehmen suchen verstärkt nach Alternativen zu US-Cloud-Diensten, da sie dort Risiken durch Geheimdienstzugriffe (z.B. NSA, FBI nach dem Patriot Act) ausmachen. Für den US-Markt wiederum wurde im November eine Partnerschaft mit Quaestor Federal Consulting gestartet, die den Aufbau eines nationalen Sicherheitsteams für den Vertrieb an die US-Regierung vorsieht.

Wachstum wird darüber hinaus in anderen Regionen wie Afrika und Lateinamerika angestrebt. In Südamerika gibt es bereits erste Telko-Partnerschaften mit dem Mobilfunkriesen América Movil (274 Mio. Kunden), in Asien konnte Dialog Axiata (17 Mio. Kunden) gewonnen werden. Im Bereich B2B bestehen Verträge mit PartnerStack, Ingram, micronet und NachoNacho.

2024 und 2025 wurden bereits erste Umsätze erzielt. 2026 erwartet das Unternehmen aufgrund einer größeren Marketing-Kampagne eine Vervielfachung der Einnahmen sowie einen operativen Breakeven noch im laufenden Jahr. Setzt sich die Wachstumsstory des Unternehmens fort und werden die ambitionierten Ziele erreicht, könnte davon auch der Aktienkurs profitieren.

Chart der Woche

Die Eggflation wurde besiegt

Die Eggflation wurde in den USA zum Inbegriff der steigenden Lebenshaltungskosten und der "Affordability Crisis": Die Preise für Eier waren über Monate Thema auf den Titelseiten und beschäftigten die Politik. Die US-Regierung verklagte sogar den Bundesstaat Kalifornien wegen dessen Regulierungen zur Eierproduktion, die ihrer Ansicht nach zu hohen Preisen geführt. 8,16 USD mussten Konsumenten in den USA im März für ein Dutzend Eier zahlen: Ein Rekord, hinter dem weder ein agrarökonomisch motivierter Debasement-Trade noch die Folgen einer Geldmengenausweitung standen, sondern Ökonomie aus dem Lehrbuch.

Die "Eggflation" wurde in erster Linie durch einen erheblichen Rückgang des Angebots verursacht, der auf den schweren Ausbruch der Vogelgrippe H5N1 zurückzuführen war. Farmer waren gezwungen, seit 2022 Millionen von Hühnern zu keulen. Das knappe Angebot traf auf eine hohe Nachfrage. Steigende Kosten für Futter und Treibstoff trugen ebenfalls ihren Teil bei.

Doch hohe Preise wirken nicht nur als Schrumpfkur für die Geldbörse der Verbraucher, sondern auch als Signal für mehr Angebot. Geflügelzuchtbetriebe bauten ihre Bestände wieder auf und profitierten dabei von gesunkenen Futterkosten. Im Januar kosteten Eier deshalb nur noch 0,60 EUR. Die nationale Eierkrise ist abgesagt.

Auch die Preise anderer Nahrungsmittel in den USA sind in diesem Jahr deutlich gefallen. Milch etwa kostet 14,69 USD pro CWT (100 Pfund) und damit so wenig wie zuletzt 2023. Der Weizenpreis, der ab 2020 deutlich angezogen hatte, hat sich wieder normalisiert: Nach bis zu 1.1169 USD pro Bushel 2022 liegt der Preis nun mit 518 USD auf Vor-Corona-Niveau.

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Fun Fact

Der erste Geldautomat nutzte radioaktive Strahlung

Der Erfinder John Shepherd-Barron erfand, so heißt es, während er ein Bad nahm, den ersten Geldautomaten. Er präsentierte seine Idee der Barclays Bank, die sofort zuschlug. Der erste Geldautomat der Welt wurde am 27. Juni 1967 in einer Filiale der Barclays Bank in Enfield, im Norden von London, in Betrieb genommen. Eine Magnetcodierung für Geldautomatenkarten gab es zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Deshalb mussten Kunden, um Geld abzuheben - Maximalbetrag: 10 GBP - zuvor Schecks erwerben, die mit dem (leicht) radioaktiven Kohlenstoffisotop Kohlenstoff-14 imprägniert worden waren.

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