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Investor WocheEZB vor Zinserhöhung, M&A in Deutschland stark, Musk senkt SpaceX Bewertung, Anthropic und Q2 Metals mit Finanzierungsrunden, Dell und Snowflake im Aufwind

Die EZB wird die Zinsen im Juni wahrscheinlich erhöhen. Goldman sieht ein hohes M&A-Volumen in Deutschland. Elon Musk senkt die Bewertung von SpaceX auf 1,8 Billionen USD. Anthropic und Q2 Metals schließen Finanzierungen ab. Analysten sehen bei Silver Hammer 200 % Aufwärtspotenzial. Dell und Snowflake legen stark zu, Salesforce schürt mit schwachem Ausblick KI-Sorgen.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 9 min
Titelbild: picture alliance / Zoonar / Ingrid Ruch

Marktentwicklung

Der S&P 500 notierte rund 130 Punkte über dem Niveau vom vergangenen Freitag, der NASDAQ-100 konnte rund 1.000 Punkte zulegen, der DAX rund 300 Punkte. Gold eroberte die zwischenzeitlich verlorene Marke von 4.500 USD zurück.

Top Meldungen

EZB-Zinserhöhung im Juni wahrscheinlicher

Eine Zinserhöhung durch die EZB im Juni wird wahrscheinlicher. EZB-Direktorin Isabel Schnabel wies diese Woche in einem Reuters-Interview darauf hin, dass "selbst wenn der Krieg heute enden würde, der Energieinfrastruktur und den globalen Lieferketten bereits erheblicher Schaden zugefügt worden ist" – und hält einen Zinsschritt für geboten. "Eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte als Versicherungsschritt würde der Wirtschaft weniger schaden als ein verspätetes Eingreifen der EZB, das die Glaubwürdigkeit der Zentralbank untergraben würde", sagte ING-Chefökonom Carsten Brzeski.

Goldman Sachs: M&A-Volumen in Deutschland verdreifacht

Goldman Sachs (ISIN: US38141G1040, WKN: 920332) berichtet über einen starken Anstieg der M&A-Aktivität in Deutschland. Demnach stieg das Volumen bis Ende Mai im Vergleich zum Vorjahr um 180 % auf 145 Mrd. USD. Global gab es einen Anstieg um 35 %, in Europa belief sich das Plus auf 60 %.

Elon Musk senkt SpaceX-Bewertung

Elon Musks KI- und Weltraumfirma SpaceX senkt im Vorfeld des IPOs die Erwartungen ein Stück weit. Laut Bloomberg wird nun eine Bewertung von mindestens 1,8 Bill. USD angestrebt – im April waren noch mehr als 2 Bill. USD anvisiert worden. SpaceX will mit dem IPO einen Emissionserlös von bis zu 75 Mrd. USD erzielen.

Dell mit starker Prognose

Dell (ISIN: US24703L2025, WKN: A2N6WP) hat aufgrund des KI-Booms den Ausblick angehoben. Der Umsatz mit KI-Servern werde 2026/27 bei 60 Mrd. USD und damit 10 Mrd. USD höher als bislang geplant liegen, teilte das Unternehmen mit. Insgesamt wird nun ein Umsatz von 165 bis 169 Mrd. USD erwartet, nach zuvor 138 bis 142 Mrd. USD. Beim Gewinn pro Aktie liegt die Mitte der Spanne nun bei 17,90 USD und damit 5 USD mehr als bislang.

Anthropic nach Finanzierungsrunde fast 1 Billion USD wert

Anthropic hat in einer Finanzierungsrunde 65 Mrd. USD eingesammelt und seine Bewertung dadurch auf 965 Mrd. USD gesteigert. Damit übertraf die Bewertung erstmals die des Rivalen OpenAI. Das am Donnerstag bekanntgegebene Fundraising führten Altimeter Capital, Dragoneer, Greenoaks und Sequoia Capital an. Für das zweite Quartal rechnet das Unternehmen mit 10,9 Mrd. USD Umsatz, was einer Verdopplung gegenüber dem ersten Quartal entspricht.

Salesforce mit schwachem Ausblick

Salesforce (ISIN: US79466L3024, WKN: A0B87V) steigerte den Gewinn im ersten Quartal um 50 % auf 3,88 USD pro Aktie. Der Umsatz stieg währungsbereinigt um 12 % und lag mit 11,1 Mrd. Dollar im Rahmen der Markterwartungen. Der Auftragseingang legte auf 33,6 Mrd. USD zu. Dennoch gab die Aktie nach. Der Grund: Salesforce rechnet im laufenden Quartal mit Umsätzen zwischen 11,27 und 11,35 Mrd. Dollar. Analysten hatten bislang im Schnitt 11,36 Mrd. Dollar vorhergesagt. Obwohl die Erlösprognose für das Gesamtjahr leicht von 45,9 bis 46,2 statt 45,8 bis 46,2 Mrd. erhöht wurde, spielte der Markt umgehend das KI-Scare-Trade-Szenario.

Snowflake mit Amazon-Deal

Die Aktien von Snowflake (ISIN: US8334451098, WKN: A2QB38) stiegen um 30 %: Das Unternehmen erwartet einen Anstieg des Produktumsatzes um rund 31 % auf 5,84 Mrd. USD, was über der eigenen Prognose vom Februar und über den Analystenerwartungen liegt. Zudem wurde ein 6 Mrd. USD schwerer Vertrag mit Amazon AWS gemeldet. Dafür kann Snowflake auch Amazons Graviton-Prozessoren nutzen. "Unsere Teams arbeiten außergewöhnlich gut zusammen und wir generieren gemeinsam viel Geschäft", sagte Snowflake-Chef Sridhar Ramaswamy.

Q2 Metals schließt Finanzierung ab und startet Explorationsprogramm

Q2 Metals (ISIN: CA74739G1072, WKN: A3D4CR) konnte eine insgesamt 70 Mio. CAD schwere Privatplatzierung erfolgreich abschließen. Die ausgegebenen Stamm- und Flow-Through-Aktien wurden durch ein Bankenkonsortium unter Führung von Canaccord Genuity gezeichnet. Einen Tag später gab das Unternehmen den Beginn des Sommer-Explorationsprogramms 2026 im Lithiumprojekt Cisco bekannt. Geplant sind unter anderem Infill- und Explorationsbohrungen von ca. 20.000 Metern.

Couloir Capital-Analysten sehen bei Silver Hammer mehr als 100 % Aufwärtspotenzial

Analysten von Couloir Capital sehen großes Potenzial für die Silver Hammer Mining (ISIN: CA8277331069, WKN: A3C4PX) Aktie: Der faire Wert von 0,22 CAD liegt weit über dem aktuellen Kurs von 0,09 CAD. Der Bericht sieht einen "spekulativen Kauf" und argumentiert, Silver Hammer besitze vier ehemals produzierende Silber-Assets in Tier-1-Jurisdiktionen und mit 9,8 Mio. CAD "nahe null" bewertet.

Unter der Lupe

Microsoft: Stark unterbewertet oder KI-Verlierer?

Die Microsoft (ISIN: US5949181045, WKN: 870747) Aktie notiert mehr als 100 USD unter ihrem Allzeithoch aus dem Jahr 2025. Das zukunftsgerichtete KGV liegt aktuell bei 21,4 und damit deutlich unter dem 5-Jahres-Durchschnitt von 29,3. Das Unternehmen ist derzeit für das 17,6-fache seines Cashflows zu haben (5-Jahres-Durchschnitt: 25,1). Ist die Aktie damit ein Schnäppchen? Value-Investoren registrieren, dass der Kurs kurz über dem 200-Tage-Durchschnitt notiert.

Morningstar-Softwareanalyst Dan Romanoff sieht den fairen Wert der Aktie bei 600 USD und damit 160 USD über dem aktuellen Kurs. Er erkennt einen breiten wirtschaftlichen Burggraben durch hohe Wechselkosten und eine hohe Kundenbindungsrate.

Zudem verweist Romanoff auf die Wachstumsdynamik bei KI und Cloud: Azure (Public Cloud) wächst aktuell mit 40 % bei einem Geschäftsvolumen von 75 Mrd. Neue Rechenzentren sind durch die enorme Nachfrage sofort nach Fertigstellung voll ausgelastet. Selbst wenn KI klassische Software verdrängen sollte, gewinnt Romanoff zufolge Microsoft, da die gesamte KI-Inferenz und das Modelltraining auf der Azure-Infrastruktur laufen. Zudem nutze Microsoft in seinen Rechenzentren mit dem MAI-1-Chips eigene Hardware, was die Effizienz erhöhe.

Der Analyst sieht ein breites Ökosystem: Microsoft hält 27 % an OpenAI und besitzt ein Vorkaufsrecht auf die Kommerzialisierung von Modellen (wie GPT-4). Zudem verfügt Microsoft über eigene Sprachmodelle (MAI-1, Phi-Familie) und integriert KI (Copilot) in alle bestehenden Produkte.

Romanoff prognostiziert für die nächsten fünf Jahre ein durchschnittliches Umsatz- und Gewinnwachstum von 15 % pro Jahr. Für das laufende Jahr wird ein Umsatz von 329 Milliarden Dollar (+17 %) erwartet. Trotz der hohen Investitionen bleibt der freie Cashflow mit mindestens 30 Milliarden Dollar stark positiv. Die operative GAAP-Marge stieg im letzten Jahrzehnt von 25 % auf 46 % und soll sich langfristig auf hohem Niveau einpendeln.

Grafik der Woche

China überholt Japan bei den globalen Autoverkäufen

China hat Japan die Poleposition auf dem globalen Fahrzeugmarkt abgerungen. Rund 28 % der weltweiten Verkäufe entfallen mittlerweile auf Hersteller der Volksrepublik wie BYD, Geely und Changan.

Der Marktanteil Pekings hat sich damit seit 2019 mehr als verdoppelt. Japans Anteil dagegen sank um 7 Prozentpunkte. Ein Trend, der sich fortsetzen dürfte: Bis 2035 wird erwartet, dass chinesische Autohersteller etwa 34 % des weltweiten Absatzes ausmachen werden, während Japans Anteil voraussichtlich weiter auf rund 22 % sinken wird.

Ein wesentlicher Katalysator für diesen Aufstieg ist Chinas radikaler und frühzeitiger Fokus auf E-Autos (inkl. Hybriden). Chinesische Autobauer kontrollieren einen Großteil der Batterie-Lieferkette, was ihnen enorme Kostenvorteile und eine schnelle Skalierung ermöglicht.

Japanische Hersteller dagegen zögerten beim Übergang zu reinen Batterie-Elektrofahrzeugen. Dies führte zu Marktanteilsverlusten insbesondere im chinesischen Inlandsmarkt selbst, dem größten Fahrzeugmarkt der Welt.

Doch auch der große chinesische Markt ist für chinesische Hersteller zu klein: Die Unternehmen drängen offensiv auf andere Märkte wie Südostasien, Südamerika, den Nahen Osten und Europa. Dazu trägt nicht zuletzt der harte Preiskampf im Reich der Mitte bei.

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Fun Fact

Trump Gold Card Visum bislang ein Flop

Das durch die US-Regierung eingeführte goldene Visum ist bislang ein Ladenhüter. So wurde laut offiziellen Angaben von US-Handelsminister Howard Lutnick Stand Ende April erst eine einzige "Trump Gold Card" offiziell genehmigt und ausgestellt. Laut Gerichtsunterlagen des US-Heimatschutzministeriums (DHS) vom Mai 2026 haben sich bislang 338 Personen für das Programm beworben. Von diesen Bewerbern haben lediglich 165 Personen die erforderliche Bearbeitungsgebühr von 15.000 US-Dollar bezahlt. Neben dieser nicht erstattungsfähigen Gebühr ist eine "Spende" von 1 Mio. USD erforderlich.

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