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Investor WocheAlphabet, Meta, Amazon, Apple, Microsoft nach Zahlen volatil, Kone kauft TK Elevator, QMines findet hochgradiges Gold bei Mt Mackenzie, Boehringer vor deutscher Abnehmspritze

Mega Caps legen Zahlen vor, die zu teils deutlichen Kursbewegungen führen. Kone legt für TK Elevator fast 30 Mrd. EUR auf den Tisch. Dryden Gold sichert sich frisches Kapital unter Beteiligung von Centerra und Alamos. Boehringer könnte 2027 eine Abnehmspritze auf den Markt bringen. Analysten sehen Adobe unterbewertet.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 9 min
Titelbild: picture alliance / Sipa USA / Jonathan Raa

Marktentwicklung

Schmale 60 Punkte Plus im S&P 500, 230 Punkte im NASDAQ 100 und ein fast unveränderter Dax täuschen über die Wucht einer Woche hinweg, in der Mega Caps reihenweise Zahlen vorlegten. Der Goldpreis fällt unter 5.600 USD.

Top Meldungen

Meta verschreckt Anleger mit hohen KI-Investitionen

Trotz starker Quartalszahlen (Umsatz: +33 % auf 56,3 Mrd. USD; Gewinn: +61 % auf 26,8 Mrd. USD - teils durch Steuergutschrift) reagierte der Markt negativ auf Metas (ISIN: US30303M1027, WKN: A1JWVX) Strategie-Update. Die Facebook-Mutter hebt das Budget für KI-Investitionen massiv auf 125 bis 145 Mrd. USD an. Die Ausgaben steigen deutlich schneller als das fundamentale Wachstum. Zweifel an der Rentabilität der KI-Offensive ließen die Aktie nachbörslich um mehr als 8 % einbrechen.

Alphabet steigert Gewinn und Auftragsbestand

Die Alphabet (ISIN: US02079K3059, WKN: A14Y6F) Aktie legte um fast 10 % zu: Die Google-Mutter überzeugte mit starken Fundamentaldaten und sichtbaren KI-Erfolgen, insbesondere im Cloud-Bereich. Der Umsatz stieg währungsbereinigt um 19 % (109,9 Mrd. USD), der Nettogewinn erreichte 62,6 Mrd. USD. Der Auftragsbestand verdoppelte sich nahezu auf 460 Mrd. USD, was aus Sicht der Märkte die massiven Investitionen offenbar rechtfertigt. Mögliche US-Militärkooperationen wecken zusätzliche Phantasien.

Microsoft meldet 40 % Cloud-Wachstum

Die Microsoft (ISIN: US5949181045, WKN: 870747) Aktie gab um rund 4 % ab - trotz übertroffener Erwartungen bei Umsatz und Gewinn. Vor allem im Vergleich mit Alphabet wirkt das Cloud-Wachstum von 40 % eher lahm. Die Wachstumsdifferenz schürt Zweifel, ob Microsoft seine Vorreiterrolle im KI- und Cloud-Sektor verteidigen kann.

Amazon überzeugt mit AWS

Die Amazon (ISIN: US0231351067, WKN: 906866) Aktie hielt sich schlussendlich stabil. Der Konzern überzeugte nicht zuletzt durch das stärkste AWS-Wachstum seit drei Jahren: AWS wächst um 25 % auf 37,6 Mrd. USD. Der Konzernumsatz stieg um 17 % (181,5 Mrd. USD), der operative Gewinn kletterte um 30 % auf 23,9 Mrd. USD.

Apple erzielt Rekordumsatz

Apple (ISIN: US0378331005, WKN: 865985) verzeichnete im März-Quartal einen Rekordumsatz von 111,18 Mrd. Dollar (+16%) und einen Gewinn von 2,01 Dollar je Aktie (+22%), getrieben durch iPhone-Erlöse von 56,99 Mrd. Dollar (+22%) und Mac-Umsätze von 8,4 Mrd. Dollar (+6%). Die Bruttomarge erreichte mit 49,27% einen Höchstwert. Für das Folgequartal rechnet das Unternehmen aufgrund steigender Speicherkosten mit 47,5 bis 48,5%.

Kone übernimmt TK Elevator für 29,4 Mrd. EUR

Kone (ISIN: FI0009013403, WKN: A0ET4X) will TK Elevator (TKE) für 29,4 Milliarden Euro inklusive Schulden übernehmen. Sollte der Deal alle Hürden nehmen, würde nicht nur das IPO von TK Elevator ausfallen. Die bisherigen Eigentümer, die Finanzinvestoren Advent und Cinven, würden auch einen der größten Private-Markets-Deals in der deutschen Geschichte abschließen.

Deutsche Abnehmspritze: Boehringer meldet Studienerfolg mit Survodutid

Boehringer Ingelheim meldet einen Studienerfolg für den Wirkstoff Survodutid. Erwachsene mit Übergewicht oder Adipositas verloren laut den Ergebnissen einer Phase-3-Studie nach 76 Wochen Behandlung im Schnitt bis zu 16,6 Prozent ihres Körpergewichts. In der Placebo-Gruppe, die ein Mittel ohne Wirkstoffe erhielt, lag der Wert nur bei 3,2 Prozent. Eine Abnehmspritze des Familienunternehmens könnte im kommenden Jahr auf den Markt kommen.

Dryden Gold stockt Platzierung mit Centerra und Alamos auf

Dryden Gold (ISIN: CA26245V1013, WKN: A3E1GE) stockte eine laufende Privatplatzierung auf gut 9,7 Mio. CAD auf. Centerra Gold (ISIN: CA1520061021, WKN: A0B6PD) übte im Rahmen der Finanzierung ein Aufstockungsrecht aus und hält den eigenen Anteil an Dryden Gold damit bei 9,9 %. Alamos Gold (ISIN: CA0115321089, WKN: A14WBB) hält seinen Anteil bei 10,46 % ebenfalls konstant.

QMines bohrt bei Mt Mackenzie 14 Meter mit 3 Gramm Gold und 7 Gramm Silber

QMines (ISIN: AU0000141533, WKN: A2QSAM) legte weitere Bohrergebnisse für das Mt Mackenzie Projekt in Zentral-Queensland vor. Unter den Resultaten: 14 Meter mit 3,04 Gramm Gold und 7,2 Gramm Silber pro Tonne ab 21 Metern Tiefe sowie 6 Meter mit 3,85 Gramm Gold und 5,7 Gramm Silber pro Tonne ab 24 Metern Tiefe. Exploration Manager Tom Bartschi zufolge belegen die Bohrungen "weiterhin, dass Mount Mackenzie kein System mit einer einzigen Zone ist, sondern ein größeres, strukturell kontrolliertes epithermales Feld mit mehreren mineralisierten Abschnitten."

Unter der Lupe

Adobe: Schlafender Riese oder aussterbender Dino?

Adobe (ISIN: US00724F1012, WKN: 871981) hat den Aktionären in den letzten Jahren wenig Freude bereitet. Vom Allzeithoch bei rund 700 USD im Jahr 2021 aus gesehen hat der Kurs um mehr als 60 % nachgegeben. Zuletzt geriet der Titel im Zusammenhang mit dem KI Scare Trade unter Druck: Anleger fürchten, die Produkte des Unternehmens könnten an Relevanz verlieren. Charttechnisch gesehen gibt es keine nachhaltigen Anzeichen einer Bodenbildung. Und dennoch sind Analysten optimistisch, sehen die Adobe Aktie unterbewertet.

Morningstar Analyst Dan Romanoff etwa schrieb Ende April: "Das Unternehmen integriert und nutzt Funktionen in seinen verschiedenen Cloud-Angeboten, um ein einheitlicheres Nutzererlebnis zu schaffen, neue Kunden zu gewinnen, Nutzern höherpreisige Lösungen anzubieten und digitale Medienprodukte im Cross-Selling zu vertreiben. Wir erwarten, dass Fusionen und Übernahmen weiterhin alle Bereiche des Adobe-Portfolios stärken werden, während sich das Unternehmen gegen neue Wettbewerber behauptet."

Die Bewertung ist gemessen an den einschlägigen Kennzahlen deutlich niedriger als in den letzten Jahren. So liegt das KCV bei 10,60 und damit weniger als halb so hoch wie im 5-Jahres-Durchschnitt. Das Forward KGV liegt unter 10,5. Den fairen Wert sieht Morningstar bei 380 USD, womit die Aktie unterbewertet wäre. 300 USD sieht Seeking Alpha Analyst Bruno Montoya Amador - und eine "Kaufempfehlung, die auf einer Fehleinschätzung des Marktes sowohl hinsichtlich der KI-Bedrohungen als auch der Chancen beruht."

Die Wall Street erwartet deutlich steigende Gewinne: Von 23,53 USD pro Aktie in diesem auf 26,43 USD im kommenden und 29,10 USD im übernächsten Jahr. 14 der durch das Wall Street Journal befragten Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf (gegenüber 19 vor drei Monaten).

Chart der Woche

Südkoreas Aktienmarkt überholt Großbritannien

KI treibt den südkoreanischen Aktienmarkt: Seoul ist zum achtgrößten Aktienmarkt der Welt aufgestiegen. Die gesamte Marktkapitalisierung stieg in diesem Jahr um mehr als 45 % auf 4,04 Billionen US-Dollar. Damit wurde der britische Markt, der lediglich um 3 % auf 3,99 Billionen USD zulegte, überholt.

Investor Woche: Alphabet, Meta, Amazon, Apple, Microsoft nach Zahlen volatil, Kone kauft TK Elevator, QMines findet hochgradiges Gold bei Mt Mackenzie, Boehringer vor deutscher Abnehmspritze

Der Überholvorgang ist mitnichten das Ergebnis einer langfristigen Entwicklung. Noch Ende 2024 war der britische Markt etwa doppelt so groß wie der koreanische. Der Aufschwung koreanischer Aktien wird von Unternehmen aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz angetrieben, darunter Samsung Electronics (ISIN: KR7005930003, WKN: 888322) und SK Hynix (ISIN: US78392B1070, WKN: A1JWRE), die mittlerweile mehr als 40 % der gesamten Marktkapitalisierung des Referenzindex Kospi mit seinen 800 Unternehmen ausmachen.

Eine ähnliche Entwicklung wie in Südkorea vollzieht sich in Taiwan, das mit TSMC (ISIN: TW0002330008, WKN: 893066) eine Schlüsselstellung in der Chipindustrie einnimmt.

Francesco Chan, Investmentspezialist für Schwellenländer und den asiatisch-pazifischen Raum bei JPMorgan Asset Management in Hongkong, sagte gegenüber Bloomberg: "Als Rückgrat der KI-Lieferkette - mit einem 'Superzyklus'-Vorteil bei High-End-Foundries und Speichern - ziehen diese Volkswirtschaften nachhaltige strukturelle Kapitalzuflüsse an."

Fun Fact

Wetterdaten mit Fön manipuliert - 34.000 USD gewonnen

Ungewöhnliche Temperaturschwankungen am Pariser Flughafen Charles de Gaulle haben einem Polymarket Trader mit zwei Wetten 34.000 USD beschert. 14.000 USD gab es, weil Météo France, die offizielle französische Wetterbehörde, am 06. April einen ungewöhnlichen und vorübergehenden Temperaturanstieg von 4 Grad innerhalb von 12 Minuten meldete. Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich am 15. April, als der Sensor um 21:30 Uhr einen Temperaturanstieg auf 22° C für einige Minuten registrierte, bevor die Temperatur wieder auf den Normalwert zurückkehrte. Meteorologe Paul Marquis hat eine simple Erklärung für das Phänomen: Ein Fön könnte den Temperaturanstieg verursacht haben.

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