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Amerikas RohstoffwendeNeue Regeln aus Washington begünstigen US-Metallprojekte von Gunnison Copper, Electric Metals, Silver Hammer und Co.

Das Weiße Haus verlangt Einblick in sicherheitsrelevante Beschaffungsketten für zivile und militärische Technologien. US-Metallprojekte wie die von Gunnison Copper, Electric Metals und Silver Hammer gewinnen dadurch an Bedeutung.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 10 min
Titelbild: Verumo, KI generiert

Washington verfolgt künftig die Spur kritischer Materialien und Komponenten zurück bis zum Ursprung. Das Weiße Haus will Herkunft, Eigentümer und Engpässe in sicherheitsrelevanten Beschaffungsketten sichtbar machen.

Die Versorgung mit Schlüsselrohstoffen beginnt in Minen, Schmelzen und Fabrikhallen. Ihre Produkte fließen in Stromnetze, Rechenzentren, Batterien, Kommunikationssysteme und zahlreiche weitere Technologien. Weil China bei Förderung und Verarbeitung vieler dieser Rohstoffe eine dominante Stellung besitzt und alternative Kapazitäten fehlen, sind viele Industrien von Importen abhängig. Lieferbeschränkungen können ganze Industriezweige treffen. Diese Konzentration verschafft Peking geopolitischen Einfluss.

Washington macht die Rohstoffherkunft zur Pflicht

Präsident Donald Trump hat die US-amerikanische Rohstoffpolitik am 20. Juli 2026 neu vermessen. Ein Erlass rückt die Herkunft von Materialien für sicherheitsrelevante Beschaffungen in den Mittelpunkt. Die Verfügung ist bereits im Federal Register veröffentlicht und somit amtlich dokumentiert.

Das US-Verteidigungsministerium soll Lieferketten künftig bis zum Ursprung ihrer Rohstoffe durchleuchten. Dabei werden Hauptauftragnehmer und sämtliche Ebenen ihrer Zulieferer erfasst. Gefordert ist eine vollständige, gegliederte Materialliste, die Bauteile, Software und Werkstoffe bis zu den jeweiligen Ausgangsrohstoffen zurückverfolgt. Unternehmen müssen zudem finanzielle Risiken, ausländische Kontrolle und mögliche Produktionsengpässe prüfen und bedeutende Risiken binnen 15 Tagen nach Abschluss dieser Prüfung melden. Für Korrekturpläne gilt ab demselben Zeitpunkt eine Frist von 45 Tagen. Zur Erkennung von Schwachstellen soll auch künstliche Intelligenz zum Einsatz kommen.

Ab Januar 2027 werden Ausnahmen für bestimmte Materialien aus problematischen Herkunftsländern erheblich erschwert. Auftragnehmer benötigen dann einen vom Verteidigungsminister oder dessen Beauftragten akzeptierten Plan zur Risikominderung, der die fragliche Quelle nennt und erfolglose Beschaffungsversuche dokumentiert. Zusätzlich verlangt Washington einen verbindlichen Zeitplan für den Wechsel zu verlässlichen Lieferanten.

Lieferkettenprüfung reicht über Materialverbote hinaus

Der unmittelbare rechtliche Anwendungsbereich bleibt enger als die politische Botschaft. Die verschärften Ausnahmen betreffen aktuell bestimmte Magnete, Wolframprodukte, Tantal und Molybdän. Der Erlass enthält jedoch breitere Vorgaben zur Erfassung kritischer Lieferketten und alternativer Quellen.

Damit verschiebt sich der Blick vom fertigen Produkt zu den ersten Stufen seiner Herstellung. Geologie, Verarbeitung und Eigentumsverhältnisse werden Teil der Sicherheitsprüfung. Der Erlass gilt unmittelbar für Beschaffungen des Verteidigungsministeriums mit Bezug zur nationalen Sicherheit. Dabei können auch zivile und doppelt nutzbare Technologien erfasst werden, sobald sie Teil dieser Lieferketten sind. Besonders wertvoll werden Quellen, deren Förderung, Aufbereitung und Weitergabe sich ohne Brüche dokumentieren lassen.

Konkrete Aufträge und Finanzierungen hängen nach wie vor von weiteren Regeln und verfügbaren Haushaltsmitteln ab. Der Erlass schützt Project Vault, eine strategische US-Rohstoffreserve mit Finanzierung durch die staatliche Export-Import-Bank, und bereits staatlich unterstützte Quellen vor unbeabsichtigten Einschränkungen.

Dennoch sendet Washington ein deutliches Signal an Auftragnehmer des Verteidigungsministeriums und ihre Zulieferer: Verlässliche Herkunft und nachvollziehbare Verarbeitung sollen bei Beschaffungsentscheidungen stärker wiegen. Die Politik verbindet Beschaffungsrecht, Finanzierung, Handelsmaßnahmen und Wiederverwertung zunehmend zu einer gemeinsamen Rohstoffstrategie.

Der Präsident übertrug dem Handelsministerium am 30. Juli zusätzliche Befugnisse für rückgewinnbare kritische Materialien. Die Behörde ordnete daraufhin an, bestimmte Batterieabfälle und Wolframschrott ein Jahr lang dem amerikanischen Markt vorzubehalten. Ausnahmen bleiben möglich. Damit versucht Washington, vorhandenes Material im eigenen Wirtschaftskreislauf zu halten.

Importabhängigkeit prägt Amerikas Rohstoffmarkt

Diese Entwicklung trifft auf einen angespannten Rohstoffmarkt. Der US Geological Survey nahm Kupfer und Silber bereits 2025 in die Liste kritischer Mineralien auf. Auch Mangan stand bereits auf der Liste. Bei Manganerz waren die USA im Jahr 2025 vollständig auf Nettoimporte angewiesen. Dem Rohstoffanalysehaus Benchmark Mineral Intelligence zufolge entfallen rund 96 Prozent des weltweiten Angebots an hochreinem Mangansulfat auf China. Das größere strategische Nadelöhr liegt damit in der chemischen Verarbeitung.

Insgesamt waren die USA 2025 bei 16 mineralischen Rohstoffen vollständig von Nettoimporten abhängig. Bei 54 Rohstoffen deckten Einfuhren mehr als die Hälfte des Verbrauchs. Die Größenordnung erklärt, weshalb Washington weiterhin Quellen in verbündeten Ländern zulässt.

Die Aufnahme von Kupfer und Silber kann außerdem künftige Investitions-, Förder- und Genehmigungsentscheidungen beeinflussen. Sie erweitert den politischen Werkzeugkasten, ohne daraus einen unmittelbaren Anspruch einzelner Unternehmen abzuleiten. Auf amerikanischem Boden entsteht deshalb eine vielfältige Projektlandschaft. Sie reicht von laufender Kathodenproduktion über geplante Verarbeitungsanlagen bis zu frühen Explorationsprogrammen. Gunnison Copper, Electric Metals und Silver Hammer stehen beispielhaft für diese Entwicklungsstufen.

In Arizona gelangt Kupfer direkt zum Abnehmer

Gunnison Copper, ein kanadischer Kupferproduzent mit Projekten in Arizona (ISIN: CA4028801088, WKN: A40TP4), betreibt mit Johnson Camp eine Kupfermine im Süden Arizonas. Die Anlage nahm 2025 die Produktion auf und liefert inzwischen Kupferkathoden. Ihre Kapazität liegt laut Unternehmen bei bis zu 25 Mio. Pfund jährlich.

Neben Oxiderz verarbeitet Johnson Camp auch sulfidisches Material mit biologischer Laugung. Das Verfahren erzeugt Kupferkathoden direkt am Minenstandort und umgeht herkömmliche Konzentratoren sowie Schmelzen. Gerade die begrenzte Raffineriekapazität sehen Experten als zentrale Schwachstelle der amerikanischen Kupferkette.

Das erste mit der neuen Laugungstechnik gewonnene Kupfer ist für Komponenten amerikanischer Rechenzentren bestimmt. Der Abnehmer unterstützt zugleich die Auswertung von Betriebsdaten, um Wasserverbrauch und Metallausbeute zu optimieren. Das Kupfer gelangt damit direkt von der Mine in eine industrielle Anwendung in den USA.

Das US-Energieministerium unterstützt das Vorhaben mit 13,9 Mio. USD an Steuergutschriften. Im Juli 2026 reichte Gunnison die Zertifizierungsunterlagen ein und erreichte damit einen weiteren Meilenstein. Hinzu kommt die Mitgliedschaft im Defense Industrial Base Consortium, einem vom Verteidigungsministerium eingerichteten und extern verwalteten Industriekonsortium für Forschung, Prototypen und Kapazitätsausbau. Die Mitgliedschaft eröffnet den Zugang zu möglichen Förderprogrammen und strategischen Partnerschaften.

Größer noch ist das geplante Gunnison-Projekt. Eine vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie veranschlagt durchschnittlich 174 Mio. Pfund Kupferkathoden jährlich während der ersten 15 Produktionsjahre. Die Studie kalkuliert unter Berücksichtigung abgeleiteter Mineralressourcen eine Betriebsdauer von 21 Jahren und einen Produktionsbeginn im Jahr 2031. Die geplante Jahresleistung entspräche mehr als elf Prozent der derzeitigen amerikanischen Raffinadeproduktion aus mineralischem Ausgangsmaterial. Für diesen Ausbau sind rund 1,56 Mrd. USD Anfangskapital angesetzt, wobei Finanzierung und Genehmigungsänderungen entscheidend bleiben.

Minnesota plant eine vollständige Mangankette

Electric Metals (ISIN: US2848981039, WKN: A41ZEN) entwickelt in Minnesota das Mangan-Projekt North Star. Geplant sind eine Untertagemine am Emily-Manganvorkommen bei der gleichnamigen Kleinstadt in Minnesota und eine Verarbeitungsanlage an der amerikanischen Golfküste. Dort soll hochreines Mangansulfat für Batterien entstehen. Electric Metals untersucht zudem die Produktion von elektrolytischem Manganmetall. Dieses Material wird unter anderem für Stahl, Speziallegierungen und industrielle Anwendungen benötigt. Die technische und wirtschaftliche Auslegung der geplanten Verarbeitungsanlage wird zurzeit in einer neuen Studie geprüft.

Die bisherige Ressourcenschätzung weist 7,6 Mio. Tonnen mit 19,07 Prozent Mangan in der angezeigten Kategorie aus. Weitere 3,7 Mio. Tonnen gelten als abgeleitet. Eine vorläufige Wirtschaftlichkeitsstudie beziffert die anfänglichen Investitionen auf rund 475 Mio. USD. Sie unterstellt eine zweijährige Bauphase und 23 Jahre Bergbau sowie Verarbeitung.

Neuere Simulationen zur Erzsortierung nutzten Röntgenfluoreszenz-Messungen an Bohrkernen aus dem Vorkommen. Bei einem niedriggradigen Abschnitt erhöhten sie den errechneten Mangangehalt von 8,2 auf 17,5 %. Dabei blieben rechnerisch 92 % des enthaltenen Mangans erhalten. Physische Sortierversuche und eine wirtschaftliche Bewertung stehen allerdings noch aus.

Das Projekt könnte eine wichtige Lücke schließen, denn derzeit gibt es in den USA keine heimische Förderung von Manganerz. Bis zur möglichen Produktion stehen Genehmigungen, technische Planung und Finanzierung an. Die Studie liefert dafür eine wirtschaftliche Modellrechnung.

Historische Silberreviere rücken wieder in den Blick

Der kanadische Rohstoffexplorer Silver Hammer (ISIN: CA8277331069, WKN: A3C4PX) erkundet in den US-Bundesstaaten Idaho und Nevada frühere Silberreviere. Zum Bestand gehören Silver Strand, Fahey, Eliza und Silverton.

Silver Strand verfügt bereits über eine genehmigte Planung für weitere Explorationsarbeiten. Bei Eliza laufen Oberflächenuntersuchungen, während Bohrziele für spätere Programme vorbereitet werden. Der Genehmigungsprozess für Eliza dauert wegen eines Bearbeitungsstaus in Nevada länger als erwartet. Das Unternehmen nutzt die Wartezeit aktuell für zusätzliche Kartierungen sowie Boden- und Gesteinsproben.

Silber wird u. a. in elektrischen Kontakten, Elektronik und zahlreichen Energietechnologien eingesetzt. Die Aufnahme des Edelmetalls in die US-Liste kritischer Mineralien im vergangenen Jahr erhöht die politische Aufmerksamkeit.

Dokumentierte Lieferkette wird zum Wettbewerbsvorteil

Der neue Kurs aus Washington verändert die Bergbaulandschaft spürbar. Heimische Herkunft, Verarbeitung und Kontrolle rücken vor günstige Preise und kurzfristige Verfügbarkeit. Für Produzenten wird eine vollständig dokumentierte US-Lieferkette zum Wettbewerbsvorteil. Entwickler und Explorationsunternehmen müssen zunächst beweisen, dass ihre Projekte technisch und wirtschaftlich tragfähig sind. Die Bewährungsprobe beginnt 2027. Dann müssen Auftragnehmer zeigen, wie schnell sie problematische Quellen erkennen, ersetzen und gegenüber Washington hinreichend dokumentieren können.

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