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TresorwechselGold auf Reisen: Die Niederlande setzen auf London

Nach der Umschichtung verwahrt die DNB 32,1 % ihrer Reserven bei der Bank of England. Die dort gelagerten Barren sollen in einer schweren Krise schneller handelbar sein. Zugleich ist die geografische Verteilung des Bestands nun ausgewogener.

von Verumo-Redaktion

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Titelbild: De Nederlandsche Bank

Die niederländische Zentralbank DNB hat 86 Tonnen Gold aus Nordamerika nach London verschoben. Mit dieser Neuordnung bringt sie einen deutlich größeren Teil ihrer Reserve an einen zentralen Handelsplatz für physisches Gold. Der Gesamtbestand der Bank von 612,4 Tonnen bleibt unverändert. Zum Jahresende 2025 bezifferte die DNB seinen Wert auf 72,2 Mrd. EUR.

New York und Ottawa verlieren deutlich an Gewicht

Zwischen März und August 2026 organisierte die DNB die Lagerung ihrer Reserven neu. Zuvor lagen 31,3 % in New York und 19,7 % in Ottawa, zusammen rund 313 Tonnen. Nach der Neuordnung entfallen auf beide Standorte jeweils 18,5 %, insgesamt rund 227 Tonnen. Der dort gelagerte Bestand ist damit um gut 27 % gesunken.

In London stieg der Anteil an den niederländischen Goldreserven zugleich von 18,1 % auf 32,1 %. Das entspricht rechnerisch einem Anstieg von rund 111 auf rund 197 Tonnen. Der in Zeist gelagerte Anteil bleibt netto unverändert bei 30,8 % oder rund 189 Tonnen.

Umbau verbindet Handel mit Goldtransporten

Der größere London-Anteil entstand überwiegend durch Käufe und Verkäufe. Rund 59 Tonnen wurden in New York verkauft und anschließend in London neu erworben. Dort kaufte die DNB Gold, das den internationalen Marktstandards entspricht.

Daneben ließ die DNB mehr als 27 Tonnen physisch aus den USA und Kanada in die Niederlande bringen. Eine ähnlich große Menge Gold, die den internationalen Handelsstandards entspricht, wurde von Zeist nach London verlagert. Zu- und Abfluss glichen sich damit annähernd aus, weshalb der Bestand in Zeist netto unverändert blieb.

Dieses Vorgehen ersparte nach Angaben der DNB das Umschmelzen von Barren. Zugleich erprobte die Zentralbank sowohl Käufe und Verkäufe als auch physische Transporte. Falls in einer künftigen Krise einer dieser Wege nicht möglich ist, verfügt sie damit über eine Alternative.

London macht die Reserve im Krisenfall beweglicher

Für die DNB ist vor allem die Handelbarkeit ihrer Goldreserven entscheidend. Bei der Bank of England in London gelagerte Barren erfüllen aktuelle internationale Handelsstandards. Nach Einschätzung der DNB lassen sie sich in einer schweren Krise schneller nutzen als niederländische Bestände in New York oder Ottawa.

Der Schritt gehört zu einer breiteren Vorsorgestrategie. Angesichts wachsender geopolitischer Spannungen will die DNB ihre Reserven ausgewogener verteilen und zugleich leichter verfügbar halten. Sie bezeichnet Gold als Vertrauensanker, der besonders gegen extreme Risiken des Finanzsystems absichern soll.

Deutschlands Gold bleibt stärker in New York

Auch die Deutsche Bundesbank verteilt ihre Goldreserven auf mehrere Standorte. Nach Angaben der Bundesbank liegen rund 51 % in Frankfurt. Weitere rund 37 % werden bei der Federal Reserve Bank of New York verwahrt, einer regionalen Institution des US-Notenbanksystems. Rund 12 % lagern in London. Insgesamt verfügt die Bundesbank über rund 3350 Tonnen Gold.

Bundesbank-Vorstand Burkhard Balz erklärte im März 2026, die Notenbank überprüfe ihr Lagerstellenkonzept regelmäßig und sehe sich mit der bestehenden Struktur gut aufgestellt. Für Deutschland bleibt damit vorerst die Mischung aus heimischer Verwahrung und direktem Zugang zu den Handelsplätzen New York und London maßgeblich.

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