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Politik bewegt KurseBitcoin bleibt anfällig für geopolitische Spannungen

Bitcoin und andere Kryptowerte legten leicht zu, weil Anleger auf eine Entspannung im Nahen Osten setzten. Analysten warnen, dass geopolitische Rückschläge oder neue Inflationssorgen die Bewegung rasch wieder drehen könnten.

von Verumo-Redaktion

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Titelbild: Phongphan / 123RF

Bitcoin stieg zum Wochenschluss leicht und zog andere große Kryptowährungen mit nach oben. Am Markt setzte zwischenzeitlich die Hoffnung auf eine diplomatische Entspannung im Nahen Osten ein. Gerade für Kryptowerte ist das wichtig, da sie in den vergangenen Monaten wieder verstärkt als risikobehaftete Anlageklasse gehandelt werden.

Der Markt reagiert empfindlich auf politische Spannungen

Am frühen Freitag notierte Bitcoin laut US-Anlegermagazin Barron's mit einem Plus von 1,5 % bei etwa 72.219 USD. Zu Wochenbeginn hatte die größte Kryptowährung noch bei rund 69.000 USD gelegen. Auch Ethereum legte um 1,7 % zu. XRP gewann 0,9 % und Solana stieg um 1,8 %.

Die Kursbewegung zeigt, wie eng der Kryptomarkt derzeit an politische Schlagzeilen gekoppelt ist. Vor allem die Kämpfe im Nahen Osten hatten die Stimmung zuletzt gedrückt. Seit dem Rekordhoch von mehr als 126.000 USD im Oktober des Vorjahres hat Bitcoin deutlich korrigiert. Der jüngste Anstieg ist somit eher als vorsichtige Gegenbewegung denn als klare Trendwende zu werten.

Analysten sehen Geopolitik als neuen Kurstreiber

Laut Barron's verdeutlicht der Analyst Simon Massabni vom Multi-Asset-Broker XS.com in einer Einschätzung den Wandel. Geopolitische Faktoren seien inzwischen ein zentraler Kurstreiber von Bitcoin. In früheren Marktphasen sei dieser Einfluss deutlich schwächer gewesen.

Damit verschiebt sich auch der Fokus der Anleger. Nicht nur Zinserwartungen und Liquidität bewegen den Markt, sondern immer stärker auch die Frage, wie geopolitische Spannungen sich auf die Risikobereitschaft auswirken. Solange diese Unsicherheit anhält, dürfte Bitcoin nach Einschätzung von Massabni eher seitwärts tendieren und kurzfristig anfällig bleiben.

Inflationsdaten könnten die nächste Bewegung auslösen

Noch konkreter wird Yuya Hasegawa von der japanischen Kryptobörse Bitbank. Wenn sich die Risikostimmung weiter verbessert und die Inflationsdaten im Rahmen der Erwartungen bleiben, könnte Bitcoin laut seiner Analyse den Bereich um 76.000 USD anvisieren. Das sei ein weiterer Schritt aus der jüngsten Schwächephase heraus.

Fällt die Inflation dagegen höher aus als erhofft oder verschärft sich die geopolitische Lage erneut, sieht Hasegawa ein deutlich höheres Abwärtsrisiko. Dann könnten sowohl Sorgen um die Weltlage als auch Befürchtungen hinsichtlich einer strafferen Geldpolitik wieder zunehmen. In diesem Fall sei ein Rückgang in die Spanne von 60.000 bis 65.000 USD denkbar.

Der Markt bekommt damit vorerst keine klare Richtung. Die Kurse reagieren auf Politik, Inflation und allgemeine Risikobereitschaft fast gleichzeitig. Genau das macht die Lage so fragil. Für Anleger bleibt Bitcoin damit ein Vermögenswert, der aktuell nicht nur von Technologie und Marktstimmung getrieben wird, sondern vor allem davon, ob die Unsicherheit an mehreren Fronten zugleich nachlässt.