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Meilenstein für Bergbau in PeruCerro de Pasco Resources erhält staatliche Finanzierungszusage der USA für die Erschließung einer der weltgrößten historischen Tailings-Lagerstätten

Cerro de Pasco Resources gewinnt die Unterstützung der US-Regierung. Der Rohstoff-Developer aus Kanada, der gigantische Vorrats- und Abraumhalden voller strategischer Metalle in der peruanischen Hochebene sanieren und entwickeln will, gewinnt nun die internationale Investmentbank der USA als Partner und begeistert damit Anleger. Es ist der Beginn einer starken Partnerschaft.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 9 min
Titelbild: www.peopleimages.com / Yuri Arcurs / 123RF

Cerro de Pasco Resources (ISIN: CA1568281051, WKN: A2N7XK) hat eine Projektentwicklungs-Finanzierungsvereinbarung mit der U.S. International Development Finance Corporation (DFC) abgeschlossen. Die DFC stellt dem kanadischen Rohstoffunternehmen zunächst bis zu 5 Mio. USD auf Meilensteinbasis bereit, um definierte Entwicklungsarbeiten für das Quiulacocha Tailings Reprocessing Project in Zentralperu zu finanzieren. Darüber hinaus hält die Vereinbarung fest, dass die DFC die Bereitstellung von langfristigen Direktkrediten von bis zu 300 Mio. USD für die spätere Projektbauphase prüft.

Das ist mehr als eine Finanzierungsnachricht. Es ist ein Qualitätsurteil der US-Regierung über ein Projekt, das lange im Schatten des breiteren Rohstoffmarkts stand.

Was die DFC ist und warum ihre Beteiligung so viel bedeutet

Die U.S. International Development Finance Corporation ist die offizielle Entwicklungsfinanzierungsbehörde der US-Bundesregierung. Sie wurde 2019 gegründet, als der sogenannte BUILD Act in Kraft trat und die frühere Overseas Private Investment Corporation sowie die Development Credit Authority der US-Entwicklungshilfe USAID zu einer neuen, schlagkräftigeren Institution zusammenführte. Die DFC vergibt Kredite, Kreditgarantien, direkte Eigenkapitalinvestitionen und politische Risikoversicherungen, um privatwirtschaftliche Projekte in Entwicklungs- und Schwellenländern zu fördern. Ihr Gesamtinvestitionsrahmen beläuft sich auf bis zu 60 Mrd. USD.

Was die DFC von rein kommerziellen Kreditgebern unterscheidet, ist ihr doppelter Auftrag. Sie verfolgt sowohl entwicklungspolitische Ziele als auch die außen- und sicherheitspolitischen Interessen der USA. In der Praxis bedeutet das: Wer Mittel der DFC erhält, hat eine eingehende Prüfung auf finanzielle Tragfähigkeit, ökologische und soziale Standards sowie strategische Relevanz für die USA durchlaufen. Unter der aktuellen Trump-Regierung hat die DFC einen klaren Schwerpunkt auf kritische Mineralien und sichere Lieferketten gelegt, um die Abhängigkeit von China bei strategischen Rohstoffen zu verringern.

Für ein Explorationsunternehmen wie Cerro de Pasco Resources ist eine solche Partnerschaft außergewöhnlich. Kaum ein Bergbauprojekt im Entwicklungsstadium erhält direkte Unterstützung der US-Regierung in dieser strukturierten Form. Wie Executive Chairman Steven Zadka es formulierte: Nur wenige Explorationsprojekte empfangen überhaupt direkte Unterstützung der US-Regierung durch eine strukturierte Projektentwicklungsfazilität dieses Umfangs. Damit verschiebt sich das Risikoprofil des Projekts erheblich, denn ein staatlicher Akteur dieser Güte bringt nicht nur Kapital, sondern auch institutionelle Glaubwürdigkeit und politisches Gewicht mit.

Quiulacocha: Größe und Zusammensetzung der Lagerstätte

Das Quiulacocha Tailings Project gilt als eine der größten historischen Abraumhalden-Ressourcen weltweit. Bei Tailings handelt es sich um aufbereitete Bergrückstände, also das Material, das nach der Erzgewinnung übrigbleibt und deponiert wird. Im Fall von Quiulacocha stammen diese Ablagerungen aus über hundert Jahren Tagebau- und Untertagebetrieb in der Region Cerro de Pasco, einem der historisch bedeutendsten Bergbauzentren Perus.

Die Ressource enthält Silber, Zink, Blei und Kupfer sowie die strategischen Technologiemetalle Gallium und Indium. Gallium wird für Halbleiter und Solartechnologien benötigt, während Indium vor allem in Flachbildschirmen und Dünnschicht-Photovoltaik zum Einsatz kommt. Beide Metalle unterliegen starker Nachfrage, und China hat zuletzt durch Exportbeschränkungen auf Gallium die westlichen Länder vor Augen geführt, wie abhängig sie von einzelnen Bezugsquellen sind. Aus abgeschlossenen Bohrkampagnen liegen konkrete Hinweise auf wirtschaftlich relevante Galliumgehalte vor. Besonders auffällig waren Bohrlöcher in den südlichen Zonen des Projektgebiets mit Durchschnittswerten von 86 Gramm pro Tonne Gallium. Innerhalb der oberen acht Meter wurden in einzelnen Bohrlöchern Werte von 141 bzw. 115 Gramm pro Tonne gemessen, wie Verumo berichtete.

Das Projekt verbindet damit zwei Argumente zugleich: einen wirtschaftlichen durch die Metallgewinnung und einen ökologischen durch die Sanierung historisch belasteter Abraumflächen. Genau diese Kombination spricht sowohl Investoren als auch staatliche Fördergeber an.

Das Quiulacocha Tailings-Projekt von Cerro de Pasco Resources. Eine Abraumhalde wird zur historischen Anlagechance.
Das Quiulacocha Tailings-Projekt von Cerro de Pasco Resources. Eine Abraumhalde wird zur historischen Anlagechance.
Bildquelle: Cerro de Pasco Resources / pascoresources.com

Definierte Aktivitäten und Strukturierung der Vereinbarung

Die nun abgeschlossene Vereinbarung zwischen Cerro de Pasco Resources und der DFC legt konkrete Entwicklungsaktivitäten fest, die als nächste Phase voranzutreiben sind. Dazu gehören akustische Bohrungen (Sonic Drilling), geotechnische und hydrogeologische Bohrarbeiten, die Fertigstellung einer Machbarkeitsstudie inklusive eines umfassenden Ingenieurprogramms sowie die Erstellung einer Umwelt- und Sozialverträglichkeitsstudie.

Die DFC finanziert dabei definierte Teilbereiche dieser Aktivitäten. Cerro de Pasco Resources bringt seinerseits für die betreffenden Arbeitsbereiche entsprechende Eigenmittel auf einer 1:1-Basis ein. Die Auszahlungen durch die DFC sind dabei an technische Meilensteine geknüpft und werden rückwirkend erstattet. Sofern das Projekt innerhalb der vereinbarten Laufzeit ein qualifizierendes Finanzierungsereignis erreicht, steht der DFC ein Erstattungsanspruch auf ausgezahlte Entwicklungsmittel zu. Darüber hinaus sichert sich die DFC bestimmte Finanzierungsrechte für die Bauphase.

Die Konstruktion ist damit durchdacht. Sie verpflichtet das Unternehmen zu messbaren Fortschritten, schützt die DFC vor Ausfällen ohne Gegenleistung und schafft gleichzeitig einen klar definierten Pfad in Richtung Vollfinanzierung. Steven Zadka, Executive Chairman von Cerro de Pasco Resources, beschrieb die strategische Bedeutung gegenüber dem Unternehmen selbst so: Das Projekt rücke mit der DFC als institutionellem Unterstützer auf einem klar definierten Weg voran, eingebettet in die wachsende Zusammenarbeit zwischen den USA und Peru bei sicheren und verantwortungsvollen Lieferketten für Mineralien.

Strategischer Kontext und was das für die Zukunft des Projekts bedeutet

Die Vereinbarung fällt in eine Zeit, in der die USA ihre Versorgungsstrategie für kritische Rohstoffe grundlegend umbauen. Washington hat in jüngster Zeit die Zusammenarbeit mit Peru bei sicheren Minerallieferketten ausgebaut. Quiulacocha fügt sich in diesen Rahmen ein, da das Projekt genau jene Metalle liefern könnte, die die USA strategisch als unverzichtbar einstufen.

Für Cerro de Pasco Resources bedeutet die DFC-Vereinbarung gleichzeitig eine deutliche Verbesserung der Finanzierungssituation für die anstehenden Entwicklungsschritte. Das Unternehmen hatte im November 2024 eine Finanzierungsrunde über 15 Mio. CAD abgeschlossen, an der sich auch der bekannte Rohstoffinvestor Eric Sprott mit weiteren 5 Mio. CAD zu einem Preis von 0,30 CAD je Aktie beteiligte, wie Verumo berichtete.

Die DFC-Vereinbarung ergänzt diese Eigenkapitalbasis nun um eine institutionelle Komponente, die weit über die unmittelbare Liquidität hinausgeht. Denn sollte die DFC nach Abschluss der Entwicklungsphase tatsächlich eine Baufinanzierung von bis zu 300 Mio. USD bereitstellen, würde das die Kapitalbeschaffungsfrage für den Bau des Projekts im Wesentlichen lösen, ohne dass das Unternehmen massiv weitere Aktien ausgeben müsste. Zur Einordnung: 300 Mio. USD entsprächen rund 420 Mio. CAD, einem Betrag, den ein Small-Cap-Unternehmen dieser Größe am Kapitalmarkt allein kaum aufbringen könnte.

Entscheidend ist, dass die potenzielle Baufinanzierung durch die DFC noch nicht verbindlich zugesagt ist. Sie steht unter dem Vorbehalt abgeschlossener Machbarkeitsarbeiten, einer zufriedenstellenden Prüfung sowie interner Kreditgenehmigungen. Entsprechend ist die Vereinbarung in ihrer jetzigen Form ein klarer Meilenstein, aber kein garantierter Abschluss.

Was sich jetzt ablesen lässt, ist dennoch bemerkenswert. Ein Projekt, das Silber und Basismetalle mit Gallium und Indium verbindet, das historische Altlasten saniert, das in einem Land liegt, mit dem die USA aktiv kooperieren, und das nun institutionelle Unterstützung der US-Regierung genießt, trägt damit ein Fundament, das über normale Explorationsunternehmen weit hinausgeht. Die Investitionsthese für Cerro de Pasco Resources hat sich mit dieser Vereinbarung in eine institutionell gestützte Projektentwicklungsstory gewandelt, bei der die nächsten Meilensteine, nämlich Machbarkeitsstudie und Umweltverträglichkeitsprüfung, über einen staatlichen Partner mitfinanziert werden. Das schafft Sichtbarkeit, reduziert das Finanzierungsrisiko der Entwicklungsphase erheblich und legt den Grundstein für eine Bau- und Produktionsentscheidung auf einer deutlich breiteren institutionellen Basis.