
Noch größer: Cerro de Pasco Resources und die peruanische Staatsgesellschaft AMSAC vereinbaren Kooperation für Tailings
Das kanadische Bergbauunternehmen Cerro de Pasco Resources darf nun die gesamte Quiulacocha-Abraumhalde in Peru erkunden. Der Vertrag mit der staatlichen AMSAC markiert den Einstieg in die nächste Phase eines Projekts, das Metallgewinnung mit Umweltsanierung verbindet.
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Cerro de Pasco Resources (ISIN: CA1568281051, WKN: A2N7XK) hat mit der peruanischen Staatsgesellschaft Activos Mineros S.A.C. (AMSAC) eine Zugangs- und Untersuchungsvereinbarung über das gesamte Gelände der Quiulacocha Tailings Storage Facility unterzeichnet. Die Vereinbarung gewährt dem kanadischen Unternehmen erstmals Oberflächenzugang zu Bereichen außerhalb seiner bestehenden Bergbaukonzession El Metalurgista. Das Unternehmen spricht von einem entscheidenden Schritt in die nächste Projektphase.
Bisher war der Zugang zum Areal begrenzt. Im Jahr 2024 hatte Cerro de Pasco Resources über eine staatlich angeordnete Dienstbarkeit lediglich einen Teil des Geländes für zwei Jahre erschließen dürfen. Der neue Vertrag geht weiter: Er schafft einen kooperativen Rahmen mit AMSAC, der staatlichen Stelle, die für die Sanierung historischer Bergbau-Altlasten in Peru zuständig ist, und erstreckt sich nun über das gesamte Tailings-Areal.
Ein breites technisches Programm kann nun beginnen
Unter der Vereinbarung darf Cerro de Pasco Resources ein umfassendes technisches Programm durchführen. Dazu gehören Ressourcen- und Definitionsbohrungen, geotechnische und hydrogeologische Arbeiten, geophysikalische Vermessungen an der Oberfläche und im Untergrund sowie Umweltbasisstudien. Ergänzend sind die Installation von Messpunkten und Datensystemen sowie der Zugang zu historischen technischen und Umweltdatensätzen vorgesehen.
Diese Arbeiten bilden die Grundlage für eine zukünftige Mineralressourcenschätzung, Machbarkeitsstudien und die Vorbereitung einer umfassenden Umweltverträglichkeitsprüfung, auf Englisch Environmental Impact Assessment (EIA). Mit dem Beginn der Bohrarbeiten rechnet das Unternehmen für Mitte 2026, vorbehaltlich noch ausstehender Genehmigungen. Parallel dazu will Cerro de Pasco Resources einen neuen Antrag auf Wiederaufbereitungserlaubnis bei der peruanischen Bergbaubehörde einreichen, um die sektorale Genehmigung für die EIA-Vorbereitung zu erhalten.
Guy Goulet, CEO von Cerro de Pasco Resources, kommentierte den Abschluss als Meilenstein, auf den Aktionäre gewartet hätten. Der Zugang zur gesamten Fläche ermögliche es, entschlossen in die Umsetzung zu gehen und Bohrungen, technische Studien sowie die Genehmigungsarbeiten voranzutreiben. Gleichzeitig betonte er den kooperativen Charakter: Die Vereinbarung spiegle eine konstruktive Beziehung mit AMSAC wider, die er als entscheidend für den weiteren Projektverlauf bewertet.
Quiulacocha birgt Silber sowie strategische Technologiemetalle
Das Quiulacocha-Projekt liegt in Zentralperu und gilt als eine der bedeutendsten oberirdischen Metalldepots der Region. Bei Tailings handelt es sich um aufbereitete Bergrückstände, also das Material, das nach der Erzverarbeitung auf Halden deponiert wird. Im Fall von Quiulacocha stammen diese Ablagerungen aus über hundert Jahren Bergbautätigkeit rund um Cerro de Pasco, einem der historisch wichtigsten Bergbaustandorte Perus.
Die Lagerstätte enthält Silber, Zink, Blei und Kupfer sowie die Technologiemetalle Gallium und Indium. Gallium wird vor allem für Halbleiter und Solartechnologien benötigt, Indium in Flachbildschirmen und Dünnschicht-Photovoltaik. Frühere Bohrergebnisse hatten in den südlichen Zonen des Areals laut Verumo Durchschnittswerte von 86 Gramm Gallium pro Tonne ergeben, einzelne Bohrlöcher in den oberen acht Metern wiesen sogar Werte von 141 beziehungsweise 115 Gramm pro Tonne aus.
Cerro de Pasco Resources verfolgt dabei einen Ansatz, der wirtschaftliche Metallgewinnung mit ökologischer Sanierung verbindet. Genau diese Kombination hat zuletzt auch staatliche Fördergeber angesprochen.
Institutionelles Fundament wächst vor dem Bohrstart
Eingebettet ist der neue Zugangsvertrag in ein sich verdichtendes Finanzierungsbild. Anfang März 2026 hatte Cerro de Pasco Resources eine Projektentwicklungsfinanzierung mit der U.S. International Development Finance Corporation (DFC) abgeschlossen, der Entwicklungsfinanzierungsbehörde der US-Regierung. Die DFC stellte zunächst bis zu 5 Mio. USD auf Meilensteinbasis bereit und kündigte die Prüfung langfristiger Direktkredite von bis zu 300 Mio. USD für eine spätere Bauphase an, wie Verumo berichtete. Diese potenzielle Baufinanzierung ist dabei noch nicht verbindlich zugesagt und steht unter dem Vorbehalt abgeschlossener Machbarkeitsarbeiten sowie interner DFC-Kreditgenehmigungen.
Die USA haben unter der aktuellen Regierung den Fokus auf sichere Lieferketten für kritische Rohstoffe verschärft, unter anderem um Abhängigkeiten von China bei strategischen Metallen wie Gallium zu verringern. Das Quiulacocha-Projekt fügt sich in diesen Rahmen ein. Die Zugangsvereinbarung mit AMSAC kostet das Unternehmen zunächst rund 7,2 Mio. PEN, umgerechnet etwa 2,1 Mio. USD, über die anfängliche Vertragslaufzeit. Verlängerungsoptionen sind vorgesehen.
Bis zu einer Produktionsentscheidung bleibt noch einiges zu tun: Permitting, EIA-Erstellung und der Nachweis wirtschaftlicher Tragfähigkeit stehen noch aus. Die nun gesicherte Fläche ist aber die Voraussetzung dafür, dass all das überhaupt in Gang kommt.
