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Klumpenrisiko im DepotVon wegen Diversifikation: 7 US-Unternehmen dominieren fast jeden ETF-Sparplan

Sieben große US-Unternehmen dominieren globale Indizes und schaffen so unbemerkte Klumpenrisiken in Anlegerportfolios. Besonders ETFs, die oft für kostengünstige und breit gestreute Investments genutzt werden, bergen dieses Risiko. Anleger sollten ihre Depotzusammensetzung regelmäßig prüfen.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 3 min
Titelbild: Vachom / 123RF

In deutschen Depots dürfte es 100.000-fach in etwa so aussehen: Ein wenig NASDAQ-100 für neue technologische Trends und etwas S&P 500 für eine breite Abdeckung des US-Aktienmarktes.

Wer sich ein solches (Teil-)Portfolio genauer ansieht, erkennt jedoch eine Clusterbildung und damit auch ein Klumpenrisiko, das durch die Entscheidung für einen ETF eigentlich vermieden werden sollte. Und interessanterweise liegt derselbe Klumpen in unterschiedlicher Größe sowohl im NASDAQ-100 ETF als auch im ETF auf den S&P 500. Es geht um Nvidia, Apple, Microsoft, Amazon, Meta, Alphabet und Tesla.

Hohe Gewichtung in den Top-Indizes

Der Grund liegt auf der Hand: Diese Unternehmen sind an der Börse sehr viel wert und erhalten deshalb auch eine hohe Gewichtung in den Indizes.

Die Marktkapitalisierung der 7 Riesen im Überblick:

UnternehmenMarktkapitalisierung in USD
Apple2,85 Bio.
Nvidia960 Mrd.
Amazon1,27 Bio.
Microsoft1,27 Bio.
Meta680 Mrd.
Alphabet1,55 Bio.
Tesla770 Mrd.

Die sieben Unternehmen sind zusammen damit 10,5 Bio. USD wert. Das entspricht ungefähr dem Vierfachen der gesamten an der Frankfurter Börse gelisteten Marktkapitalisierung im Jahr 2022.

Was bedeutet dies für die Gewichte der Aktien im NASDAQ-100 und S&P 500 Index – und damit auch in ETFs, mit denen Anleger diese Indizes abbilden?

Im NASDAQ-100 machen die sieben Mega-Cap-Unternehmen fast 50 % (exakt am 09.06.23: 49,39 %) des gesamten Indexes aus. Selbst im sehr viel größeren und deutlich breiter gefassten S&P 500 sind es noch mehr als 25 %.

Vor allem im Hinblick auf NASDAQ-100 ETFs müssen sich Anleger bewusst sein, dass das Schicksal Ihres Investments ganz wesentlich von der Performance dieser sieben Titel abhängt. Eine breite Streuung ist hier nach konventionellen Maßstäben nicht mehr gegeben.

Breiter gestreute Alternativen schnitten zuletzt schlechter ab

Eine breitere Streuung hätte in der jüngeren Vergangenheit allerdings zu einer deutlich schlechteren Performance geführt. Das zeigt ein Vergleich des NASDAQ-100 mit dem NASDAQ Composite. Letzterer enthält mehr als 3.000 Unternehmen aus dem Technologiesektor.

Dieser Index erzielte in den letzten drei Jahren eine Performance von 34,5 %, während der NASDAQ-100 um 47 % zulegen konnte. Der S&P 500 erzielte im selben Zeitraum knapp 34 %, der NYSE Composite Index knapp 32 %. Das Investment in die Big-7 zahlte sich zuletzt also aus.

Übrigens: Auch im MSCI World mit rund 1.500 Konstituenten sind die 7 Mega-Cap-Unternehmen stark vertreten: Ende April lag das gemeinsame Gewicht bei 15 % des Indexes.