
KI treibt Cyberbudgets: Neue KI-Risiken erhöhen den Druck auf Banken und Cyberfirmen
Neue KI-Modelle verschärfen die Bedrohung für Banken und Behörden. Während Cyber-Riesen wie CrowdStrike die Abwehr stärken, rücken Spezialisten für sichere Kommunikation wie Sekur Private Data als ergänzende Schutzschicht in den Fokus.
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Die Sorge vor einer neuen Generation KI gestützter Cyberangriffe erreicht die Finanzbranche. Wie der Finanznachrichtendienst Bloomberg berichtet, kann ein neues Modell von Anthropic Schwachstellen in IT-Systemen besonders effizient aufspüren und ausnutzen. Aufgrund dessen gab es bereits ein Krisentreffen mit Spitzen großer US-Banken.
Für den Markt ist das mehr als nur ein Warnsignal. Wenn Angreifer mithilfe von KI schneller an Zero-Day-Lücken kommen, also bislang unbekannte Schwachstellen finden, steigt der Druck auf Banken, Behörden und Konzerne, ihre Schutzsysteme breiter aufzustellen. Davon profitieren nicht nur klassische Anbieter für Endpoint-Schutz und Netzwerksicherheit, sondern auch Firmen, die sichere Kommunikation als Kernleistung anbieten.
Banken müssen ihre digitale Angriffsfläche neu bewerten
Cybersecurity-Unternehmen wie CrowdStrike Holdings Inc. (ISIN: US22788C1053, WKN: A2P50V) und Palo Alto Networks Inc. (ISIN: US6974351057, WKN: A1JZ0Q) sollen maßgeblich an einem neuen Abwehrprojekt rund um das Modell beteiligt sein. Analysten sehen darin einen Hinweis, dass Budgets für Cybersicherheit kurzfristig steigen könnten, auch wenn die Aktien zuletzt deutlich unter Druck standen.
Hinzu kommt die schiere Größe des Problems. Laut dem Branchendienst Cybersecurity Ventures dürfte die weltweite Cyberkriminalität in diesem Jahr um 15 % zulegen und Schäden von bis zu 12,5 Bio. USD verursachen. JPMorgan Chase hatte Investoren zudem signalisiert, den Techniketat um rund 2 Mrd. USD zu erhöhen, wobei über die Hälfte in den Bereich KI sowie die Absicherung gegen Cyberrisiken fließen sollen.
Sichere Kommunikation wird zum eigenen Marktsegment
Ein Anbieter schweizerisch gehosteter Lösungen für sichere und private Kommunikation ist das Unternehmen Sekur Private Data Ltd. (ISIN: CA81607F1036, WKN: A3DKJ0). Zum Angebot gehören verschlüsselte E Mails, Messenger und weitere Kommunikationstools für Privatkunden, Unternehmen, Behörden und Regierungen.
Dieser Aspekt ist von strategischer Bedeutung. Wenn sich die Bedrohungslage durch KI verschärft, reicht es für viele Organisationen nicht mehr, nur Angriffe an den Netzwerkgrenzen abzuwehren. Zugleich wird auch die Frage dringender, über welche Kanäle Vorstände, Behörden oder sensible Teams intern kommunizieren. Sekur verweist dabei auf in der Schweiz gehostete Dienste, auf Datenschutz nach Schweizer Recht sowie auf Produkte wie SekurMail, SekurMessenger, SekurVPN und die Unternehmenslösung SekurRelay.
Der Markt schaut nicht nur auf Abwehr sondern auch auf Kontrolle
Das macht Sekur nicht automatisch zu einem direkten Wettbewerber von CrowdStrike oder Palo Alto Networks, da die Unternehmen unterschiedliche Teile der Sicherheitskette bedienen. Während die großen US-Anbieter stark auf Erkennung, Reaktion und Plattformintegration setzen, konzentriert sich Sekur vor allem auf die geschützte Übertragung und Speicherung sensibler Kommunikation. Gerade in einem Umfeld wachsender KI Phishing-Wellen kann das als ergänzende Schicht an Bedeutung gewinnen.
Sekur sieht in KI-gestütztem E-Mail-Phishing und in sogenannten SIM-Swaps, also der missbräuchlichen Übernahme von Mobilfunknummern, zentrale Treiber für die wachsende Nachfrage nach privaten Kommunikationsplattformen. Das Geschäftsmodell setzt auf wiederkehrende Einnahmen aus Software-Abonnements bei einer Bruttomarge von rund 80 %. Noch ist offen, wie stark sich das operativ auszahlt. Zum derzeitigen Marktbild passt der Ansatz jedoch. Denn mit der neuen KI-Risikolage rückt nicht nur die Abwehr am Netzwerkrand in den Fokus, sondern auch die Frage, wie vertrauliche Kommunikation geschützt wird.
