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Bessembinder Studie100 Jahre US-Aktienmarkt: 1 Dollar investiert, 15.000 Dollar zurück

Der US-Aktienmarkt hat in den letzten 100 Jahren aus jedem investierten Dollar mehr als 15.000 Dollar gemacht. Am meisten wurde mit Tabak verdient. Und trotzdem lohnt sich Buy & Hold nicht. Ergebnisse einer neuen Studie, die kein Anleger übersehen darf.

von Verumo-Redaktion

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Titelbild: picture alliance / Zoonar / DesignIt

Hendrik Bessembinder von der Arizona State University hat eine neue, aktualisierte Studie zur langfristigen Performance des US-Aktienmarktes im Zeitraum von 1926 bis Ende 2925 veröffentlicht. Eingeflossen sind exakt 29.754 US-Stammaktien. Die Daten stammen aus der Datenbank des Center for Research in Security Prices (CRSP).

Bessembinder Aktienstudie: 1,5 Millionen Prozent Rendite seit 1926

Die wichtigste Nachricht der Bessembinder Studie für Buy & Hold Investoren vorweg: Langfristig war es rückblickend eine gute Idee, breit gestreut im Aktienmarkt engagiert zu sein. Über den gesamten Zeitraum von 100 Jahren betrug die zusammengesetzte "Buy-and-Hold"-Rendite des wertgewichteten Portfolios aller berücksichtigten Aktien stolze 1.504.057 %. Dies entspricht einem Endwert von 15.041 USD pro ursprünglich investiertem Dollar oder 10,1 % auf Jahresbasis.

Im Vergleich dazu betrug die kumulierte "Buy-and-Hold"-Rendite von einmonatigen Schatzwechseln 2,434 %, was einem Endwert von 25,34 USD pro ursprünglich investiertem Dollar oder 3,3 % auf Jahresbasis entspricht. Damit erreichte die ex-post-Risikoprämie für den wertgewichteten US-Aktienmarkt über das Jahrhundert hinweg 6,81 % pro Jahr.

Entscheidend ist, dass sich diese Zahlen auf ein wertgewichtetes Portfolio beziehen. Die durchschnittliche Buy-and-Hold-Rendite der einzelnen Aktien in der Stichprobe lag mit 30,621 % sehr viel niedriger. Dies ist darauf zurückzuführen, dass ein Großteil der Gesamtgewinne auf einen vergleichsweise geringen Anteil des Aktienmarktes entfällt.

Mehr als jede zweite Aktie mit negativer Buy-and-hold-Rendite

So lag die Buy-and-Hold-Rendite im Median bei -6,87 %. Der negative Median spiegelt wider, dass nur 48,22 % der Aktien eine positive "Buy-and-Hold"-Rendite erzielten. Und mit nur 41,17 % der Aktien konnte eine Risikoprämie erzielt werden. Wird die "Buy-and-Hold"-Rendite des wertgewichteten Portfolios aller Stammaktien in denselben Monaten als Benchmark verwendet, übertrafen nur 27,60 % der Aktien diese Messlatte.

"Das Vermögen der Aktionäre stieg im Laufe des Jahrhunderts um 91 Billionen US-Dollar, doch langfristige Anleger in fast 60 % der Aktien mussten Vermögensverluste hinnehmen", konstatiert die Studie.

Die Konzentration der Vermögensbildung auf wenige Unternehmen hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Im von Bessembinder 2018 untersuchten Zeitraum von 1926 bis 2016 entfiel die Hälfte des Nettovermögenszuwachses von 43 Billionen US-Dollar auf 89 Unternehmen. Werden die Ergebnisse der letzten neun Jahre hinzugefügt, entfällt die Hälfte des Nettovermögenszuwachses von 91 Billionen US-Dollar im gesamten Jahrhundert auf lediglich 46 Unternehmen.

Altria Aktie: Aus 1 USD mach 4,42 Mio. USD

Die Studie setzt sich intensiv mit den Ergebnissen der dreißig einzelnen Aktien mit den höchsten "Buy-and-Hold"-Renditen auseinander Die Höhe dieser Renditen ist bedingt durch den Zinseszinseffekt beeindruckend und reicht von 2,67 Millionen Prozent bzw. 26.746 US-Dollar pro ursprünglich investiertem Dollar (RTX Corporation) bis zu 442,1 Millionen Prozent bzw. 4,42 Millionen US-Dollar pro ursprünglich investiertem Dollar (Altria Group, früher Philip Morris). Anders gesagt: Wer 1926 100 USD in Altria investiert und bis heute gehalten hätte, könnte sich nun über ein Vermögen von 442 Mio. USD freuen.

Weitere sehr erfolgreiche Aktien der letzten 100 Jahre waren Vulcan Materials (505.591 US-Dollar pro ursprünglich investiertem Dollar), Kansas City Southern (350.776 US-Dollar), IBM (337.812 US-Dollar) und General Dynamics Corp. (298.018 US-Dollar).

Die beeindruckenden Gesamtrenditen erforderten keine außergewöhnliche Outperformance. Lag die Rendite der 30 stärksten Aktien der letzten hundert Jahre pro Jahr im Median bei 13,02 % und im Mittelwert bei 13 %, brachte es Tabellenführer Altria auf 16,53 %.