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Investor WocheTSMC mit 35 % Umsatzplus, Terra Quantum vor IPO, Porsche und Mercedes verkaufen weniger, Silver Hammer entdeckt hochgradiges Silber

Das Umsatzwachstum von TSMC liegt noch höher als ohnehin schon erwartet. Terra Quantum plant noch in diesem Jahr ein IPO an der NASDAQ. Tesla plant indes ein neues SUV, das auch in Europa verkauft werden soll. Mercedes und Porsche verkaufen weniger. Silver Hammer Mining meldet hochgradiges Silber und Prismo Metals schließt ein Bohrprogramm bei Silver King ab.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 11 min
Titelbild: picture alliance / AP / Daniel Ceng

Marktentwicklung

Die Märkte zeigten unter der Woche ausgeprägte Erholungsreaktionen auf die Ankündigung eines Waffenstillstands im Irankrieg. Der S&P 500 notierte am frühen Freitagnachmittag ebenso wie der DAX rund 3,5 % im Plus, der NASDAQ-100 konnte sogar um mehr als 4 % zulegen. Der EUR/USD notierte bei 1,17, Gold bei 4.760 USD. Brent Öl kostete 96 USD.

Top Meldungen

Deutlich steigende US-Inflation erwartet

Am Freitagnachmittag standen in den USA Inflationsdaten an: Das Wall Street Journal erwartete einen Anstieg der Jahresinflationsrate auf 3,3 %. FactSet prognostizierte einen Anstieg der Teuerung auf 3,4 %. Bei solchen Werten dürften Zinssenkungen zunächst vom Tisch sein. Laut CME Fedwatch-Tool liegt die Wahrscheinlichkeit einer Zinssenkung Ende April bei 0 %.

Prismo Metals schließt Bohrungen bei Silver King ab

Prismo Metals (ISIN: CA74275P1071, WKN: A2QEGD) meldete den erfolgreichen Abschluss des Phase-I-Diamantbohrprogramms beim Projekt Silver King im Pioneer Mining District in der Nähe der Stadt Superior in Arizona. Das Programm umfasste acht Diamantbohrungen mit einer Gesamtkernlänge von 1.272 Metern. Sieben Bohrungen wurden durchgeführt, um die oberen Bereiche des historisch abgebauten, pfeifenförmigen Mineralkörpers Silver King zu untersuchen, während eine Bohrung als Tiefenbohrung auf die nach unten gerichtete Erweiterung unterhalb der historischen Grubenbaue abzielte. Ergebnisse stehen noch aus; die Geologen bestätigten ausgedehnte Quarzadern und sichtbare silberhaltige Sulfide.

TSMC schlägt Umsatzerwartungen

TSMC (ISIN: US8740391003, WKN: 909800) hat seinen Umsatz im ersten Quartal kräftig gesteigert. Der Erlös lag mit 1,13 Bill. Taiwan-Dollar (30,4 Mrd. Euro) 35 % höher als ein Jahr zuvor und damit über den Erwartungen der Analysten. Im März lag der Umsatzanstieg trotz des Irankriegs bei 45 %. Vollständige Zahlen gibt es am 16. April.

Terra Quantum plant IPO

Terra Quantum strebt über eine SPAC-Fusion mit MLAC II noch in diesem Jahr ein IPO an der Nasdaq an. Terra Quantum entwickelt Quantenalgorithmen, Software sowie Sicherheitslösungen für Kunden aus Rüstung, Finanzwirtschaft, Arzneimittel und Logistik, darunter die US-Airforce und Siemens.

Porsche verkauft 15 % weniger Autos

Porsche (ISIN: DE000PAG9113, WKN: PAG911) verkaufte im ersten Quartal weltweit 60.991 Fahrzeuge und damit 15 % weniger als im Vorjahr. Vor allem das Auslaufen der Produktion des Cayman und Boxster mit Verbrenner sowie entfallene Steuervergünstigungen für Elektro- und Hybridfahrzeuge in den USA werden als Gründe angeführt. In China lag das Minus bei 21 %, in Nordamerika bei 11 %.

Mercedes verkauft 6 % weniger Autos

Mercedes-Benz (ISIN: DE0007100000, WKN: 710000) setzte im ersten Quartal 499.700 Fahrzeuge ab, was einen Rückgang um 6 % gegenüber dem Vorjahr markiert. Der Pkw-Absatz sank um 6 % auf 419.400 Fahrzeuge. Hier schlug ein Minus von 27 % auf dem chinesischen Markt voll durch, nach Unternehmensangaben bedingt durch Modellzykluseffekte, makroökonomische Unsicherheiten und ein anspruchsvolles Marktumfeld.

Tesla plant günstiges SUV

Tesla (ISIN: US88160R1014, WKN: A1CX3T) plant einem Reuters-Bericht zufolge die Einführung eines neuen SUV. Dieses soll deutlich kürzer als das vergleichbare Model Y und auch mit einer geringeren Reichweite ausgestattet sein. Dafür soll der Preis niedriger liegen. Der Absatz von Tesla fällt seit vielen Quartalen. Als ein wesentlicher Grund dafür gilt die schmale Modellpalette.

Silver Hammer Mining entdeckt hochgradiges Silber bei Silverton

Silver Hammer Mining (ISIN: CA8277331069, WKN: A3C4PX) berichtet aus seinem Phase-1-Bohrprogramm auf dem Silberminenprojekt Silverton im Nye County in Nevada. Offenbar haben die Bohrziele unterhalb der historischen Silverton-Mine vielversprechende Ergebnisse geliefert. "Die angestrebten Hauptverwerfungen und mineralisierten Strukturen werden nun so interpretiert, dass sie sich unterhalb der flachen historischen Abbaustätten als mineralisierte Schübe fortsetzen. Die Explorationsvektoren weisen entlang dieser neu identifizierten Zonen nach unten, was auf die potenzielle Entdeckung einer Kamin- und Manto-CRD-artigen Silbermineralisierung in der Tiefe unterhalb der bestehenden Silverton-Abbaustätten hindeutet", erläuterte CEO Peter A. Ball. "Stichproben an der Oberfläche ergaben Gehalte von bis zu 581 g/t Ag, und die Bohrlochgehalte lagen unterhalb der bestehenden Abbaustätten auf 1,5 m Mächtigkeit bei bis zu 361 g/t Ag", fügt er hinzu.

Unter der Lupe

Nike: Fallendes Messer mit Sprungkraft? Auffälliger Insider-Kauf

Der Blick auf den Chart der Nike (ISIN: US6541061031, WKN: 866993) Aktie versprüht den Charme ewigen Novemberwetters: Seit dem Hoch bei 180 USD im Jahr 2021 ging es mehr oder weniger durchgängig abwärts. Aktuell wird das Papier bei 44 USD gehandelt. Die von 2014 bis 2021 angelaufenen Gewinne: Neutralisiert. Eine zaghafte Unterstützungszone bei 50 USD wurde durchschnitten wie Butter. Charttechnisch erinnert die Aktie nicht nur an das sprichwörtliche fallende Messer: Sie ist eines.

Und nun diese Insidertransaktion: Der ehemalige Intel-CEO und jetzige Nike-Director Bob Swan hat sein Engagement um 25 % aufgestockt und 11.781 Aktien im Gesamtwert von 500.000 USD erworben. Könnte dies das erste Anzeichen einer Wende sein?

Die wichtigste Kennzahl für Nike: Das durchschnittliche Umsatzwachstum der letzten zwölf Quartale lag bei 0 %. Dadurch sind die Margen unter Druck geraten: Die Bruttogewinnmarge des Unternehmens ist in den letzten Quartalen auf 40 % gesunken, verglichen mit 44 % vor wenigen Jahren. In den letzten zehn Jahren lag die durchschnittliche Bruttogewinnmarge üblicherweise bei 45-46 %.

Gleiches gilt für Nikes operative Marge: In den letzten vier Quartalen lag diese im Durchschnitt bei 6 %, verglichen mit einem Durchschnitt von 9,31 % in den letzten zwölf Quartalen und einem Durchschnitt von 11,05 % in den letzten zwanzig Quartalen.

Der Ausblick war ernüchternd: Für das vierte Quartal wird ein Umsatzrückgang von 2-4 % erwartet. Besonders schwach: In China erwartet Nike im laufenden Quartal einen Umsatzrückgang von bis zu 20 %. Es wird das achte Quartal in Folge mit Umsatzrückgängen in China. Dass in China mit seinem Running-Boom weiterhin gute Ergebnisse möglich sind, beweisen indes genügend Wettbewerber.

Zu den Ursachen für die Misere zählen eine schwache Produktentwicklung, eine geringe Nachfrage nach Sportbekleidung und angespannte Beziehungen zu Großhandelskunden. Zusätzlich wirkt sich der Krieg im Nahen Osten negativ aus. In China hat sich zudem der Wettbewerb intensiviert: Marken wie Anta Sports gewinnen Marktanteile. Anta und Konkurrenten wie Li Ning bieten vergleichbare Sportschuhe zu deutlich niedrigeren Preisen an und verfügen im Land über bessere Einzelhandelsnetze.

Hoffnung macht Morningstar Analyst David Swartz zufolge der "Win Now" Plan, der bis Ende 2026 abgeschlossen werden soll. Das Unternehmen will damit effizienter wirtschaften, ältere Lagerbestände abbauen, innovative Produkte einführen und Nikes Position im Sportbereich stärken. "Der Prozess verläuft zwar langsam, doch die Verbesserungen in den Heimatregionen geben Anlass zu Zuversicht", sagt Swartz. Er geht davon aus, dass der Sportartikelhersteller bis 2027 wieder Wachstum verzeichnen wird.

"Ein Umsatzwachstum im mittleren einstelligen Bereich und zweistellige operative Margen scheinen jedoch im Geschäftsjahr 2028 weiterhin erreichbar", sagt der Analyst. Er rechnet damit, "dass Nike seine Preissetzungsmacht in China durch den Abverkauf alter Lagerbestände und die Entwicklung lokaler Produkte zurückgewinnen wird."

Morningstar hat den fairen Wert der Aktie von 102 USD auf 97 USD gesenkt, was immer noch mehr als 100 % über dem aktuellen Kurs liegt. Das Unternehmen wird derzeit mit dem 17,8-fachen des Cashflows bewertet. Im 5-Jahres-Durchschnitt lag dieser Wert bei fast 69.

Nicht alle teilen den Optimismus von Morningstar. Die durch das Wall Street Journal befragten Analysten sehen das Kursziel im Median bei 57 USD. Von 37 Analysten empfehlen 15 die Aktie zum Kauf - vier weniger als vor drei Monaten.

Was bedeutet das für Anleger? Wer - wie offensichtlich Nike-Director Bob Swan - an den "Win Now" Planund ein Comeback in China glaubt, kann die Aktie bei ersten Anzeichen einer technischen Stabilisierung in Betracht ziehen. Alle anderen sehen weiterhin ein fallendes Messer und halten sich fern.

Grafik der Woche

So reagieren Länder weltweit auf den Benzinpreisschock

Mit dem Irankrieg sind die Preise an der Zapfsäule deutlich gestiegen. Regierungen auf der ganzen Welt sehen sich deshalb dem Unmut vieler Bürger gegenüber - und reagieren mit unterschiedlichen Instrumenten auf die Zapfsäuleninflation. Das Repertoire umfasst Soforthilfen und direkte Finanzhilfen, Preisobergrenzen- und Kontrollen, verkürzte Arbeitswochen, Reisewarnungen- und Beschränkungen und - als stärkste Mittel - direkte Eingriffe in die Kraftstoffverteilung wie z.B. Exportbeschränkungen und gesetzliche Kraftstoffzuteilungen mit Priorisierung bestimmter Sektoren.

Die OECD warnt vor den Kosten der Entlastungspolitik. So sagte Stefano Scarpetta, der diesen Monat Chefökonom der in Paris ansässigen Organisation wurde, mit Blick auf Steuersenkungen auf Treibstoff in 25 Ländern, dass diese zwar schnell umzusetzen, auf längere Sicht aber sehr teuer seien. Die Energiekrise von 2022 habe gezeigt, dass "die Kosten dieser Politik besonders hoch sind."

Ähnliche Töne kommen aus Brüssel: Die EU warnt, dass die Energiekrise durch übermäßige fiskalische Belastungen zu einer Finanzkrise werden könne. Die Warnung erfolgt vor dem Hintergrund einer im Zuge der Pandemie und des Ukrainekriegs bereits stark angestiegenen Staatsverschuldung.

EZB-Präsidentin Christine Lagarde warnte im vergangenen Monat, dass "umfassende und unbefristete Maßnahmen" kontraproduktiv sein könnten, da sie die Nachfrage "übermäßig" stimulieren und dadurch die Inflation anheizen könnten.

Investor Woche: TSMC mit 35 % Umsatzplus, Terra Quantum vor IPO, Porsche und Mercedes verkaufen weniger, Silver Hammer entdeckt hochgradiges Silber
Bildquelle: https://www.statista.com/chart/36045/emergency-policy-responses-to-the-iran-war-fuel-crisis-across-countries/

Fun Fact

Indiens Aktienmarkt gibt nach verlorenen Cricket Matches nach

Indiens Aktienmarkt gibt nach, wenn das nationale Cricket-Team verliert. Zu diesem Schluss kam eine Studie im Jahr 2010: Demnach besteht ein asymmetrisches Verhältnis zwischen der Leistung der indischen Cricket-Nationalmannschaft und den Aktienrenditen des Landes.

"Während ein Sieg der indischen Cricket-Nationalmannschaft keinen statistisch signifikanten positiven Einfluss auf die Aktienmarktrenditen hat, führt eine Niederlage zu einem signifikanten Kursrückgang", heißt es in der Studie. Um der kuriosen Korrelation die Krone aufzusetzen: Spielte der populärste Spieler Sachin Tendulkar, war der Kursrückgang besonders ausgeprägt. Tendulkar beendete seine Karriere 2013 ...

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