
Mangan für General Motors: Electric Metals, South32, Aftermath Silver und Co. entwickeln westliche Lieferketten
Mangan gewinnt für neue Batteriechemien an Bedeutung. General Motors setzt auf manganreiche Zellen, während Projekte in den USA, Kanada, Europa und Peru Fortschritte melden. Der Aufbau westlicher Lieferketten wird damit greifbarer.
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Mangan wird bislang überwiegend in der Stahlindustrie eingesetzt. Neue Batteriechemien könnten dem Metall jedoch einen zusätzlichen Wachstumsmarkt eröffnen. Automobilhersteller suchen nach Lösungen, die hohe Reichweiten mit niedrigeren Kosten und einem geringeren Einsatz teurer Rohstoffe verbinden. Zugleich wächst der politische Druck, die starke Abhängigkeit insbesondere von chinesischen Verarbeitungsstandorten zu reduzieren.
Für Nordamerika und Europa ist die Ausgangslage anspruchsvoll. In den USA findet derzeit keine heimische Produktion von hochreinem Mangansulfat oder elektrolytischem Manganmetall statt. China beherrscht große Teile der weltweiten Verarbeitung dieser Produkte. Mehrere Projekte in westlichen Ländern sollen diese Lücke schließen. Die jüngsten Fortschritte reichen von neuen Aufbereitungsergebnissen über wirtschaftliche Studien bis zu weit fortgeschrittenen Genehmigungsverfahren.
Electric Metals erhöht Manganausbeute deutlich
Electric Metals USA (ISIN: US2848981039, WKN: A41ZEN) entwickelt das North-Star-Manganprojekt im US-Bundesstaat Minnesota. Herzstück ist die Lagerstätte Emily, die besonders hohe Mangangehalte für ein nordamerikanisches Projekt aufweist. Ende Juni veröffentlichte Electric Metals die Ergebnisse einer umfangreichen Erzsortierungsanalyse. Dafür wurden rund 4.200 Fuß Bohrkern aus 18 Bohrlöchern ausgewertet. Mehr als 132.000 Messungen auf Partikelebene bildeten die Grundlage der Untersuchung. Das Ausgangsmaterial enthielt im Durchschnitt 8,2 % Mangan. In der simulierten Sortierung stieg der Gehalt auf rund 17,5 %, während etwa 92 % des enthaltenen Mangans erhalten blieben.
Das Verfahren kann die Menge des Materials, das anschließend zerkleinert und chemisch verarbeitet werden muss, deutlich reduzieren. Nach den bisherigen Ergebnissen ließen sich rund 57 % des Gesteins vorab aussortieren. Der Manganverlust liegt bei etwa 8 %. Geringere Materialmengen können den Aufwand für Mahlen, Transport, Reagenzien und Abfallmanagement senken. Electric Metals will die Daten in die laufenden Ingenieurarbeiten einbeziehen. Im Mai begann die Arbeit an einer vorläufigen Wirtschaftlichkeitsstudie. Das langfristige Ziel ist eine US-amerikanische Lieferkette für hochreine Manganprodukte, die in Batterien, Energiespeichern, Verteidigung und Industrie eingesetzt werden können.
General Motors setzt auf manganreiche Batteriezellen
Die wachsende Bedeutung des Metalls zeigt sich bereits auf der Nachfrageseite. General Motors (ISIN: US37045V1008, WKN: A1C9CM) entwickelt gemeinsam mit LG Energy Solution prismatische Lithium-Mangan-reiche Batteriezellen. Die sogenannte LMR-Technologie verwendet einen höheren Anteil des vergleichsweise günstigen Mangans und soll bei ähnlichen Kosten eine höhere Energiedichte als Lithium-Eisenphosphat-Zellen erreichen.
GM nennt vor allem elektrische Pick-ups und große Geländewagen als geplante Einsatzgebiete. Nach Unternehmensangaben könnten die neuen Zellen gegenüber leistungsfähigen LFP-Batterien eine um rund ein Drittel höhere Energiedichte ermöglichen. Die Kommerzialisierung ist für die zweite Hälfte des Jahrzehnts vorgesehen.
Diese Entwicklung erweitert die Perspektive für den Manganmarkt. Neben klassischen Nickel-Mangan-Kobalt-Kathoden entstehen neue Zelltypen, bei denen der Mangananteil deutlich steigt. Hinzu kommen Lithium-Mangan-Eisenphosphat-Zellen, die Reichweite, Kosten und Kältebeständigkeit besser miteinander verbinden sollen.
South32 erreicht entscheidenden Genehmigungsschritt
Auf der Angebotsseite gehört das Hermosa-Projekt von South32 (ISIN: AU000000S320, WKN: A14QLH) zu den fortgeschrittensten Vorhaben in den USA. Neben dem Zink-Blei-Silber-Vorkommen Taylor umfasst Hermosa die Clark-Lagerstätte, die perspektivisch batteriefähiges Mangan liefern könnte.
Die abschließende bundesrechtliche Genehmigungsentscheidung wurde im Juli erteilt. Damit kann South32 die für die weitere Entwicklung benötigte Infrastruktur auf angrenzenden Bundesflächen errichten. Dazu gehören Zufahrtswege, Stromanschlüsse und zusätzliche Anlagen für die trockene Lagerung von Rückständen. Hermosa war zuvor als erstes Bergbauprojekt in das beschleunigte FAST-41-Verfahren aufgenommen worden.
Das Unternehmen untersucht Clark als potenzielle Quelle für hochreines Mangan. Das US-Verteidigungsministerium unterstützt diese Arbeiten mit einem Zuschuss über 20 Mio. USD. Damit erhält das Projekt strategische Bedeutung für die geplante nordamerikanische Batterie- und Verteidigungslieferkette.
Neue Projekte in Kanada, Europa und Peru
Weitere Vorhaben erreichen parallel wichtige Entwicklungsstufen. Manganese X Energy (ISIN: CA5626783008, WKN: A3CY96) entwickelt das Battery-Hill-Projekt in New Brunswick, Kanada. Das dort erzeugte hochreine Material befindet sich in einem mehrstufigen Qualifizierungsprogramm des Batterieentwicklers C4V. Frühere Tests zeigten nach 4.600 Ladezyklen noch eine Kapazitätserhaltung von rund 70 %.
In Europa arbeitet Euro Manganese (ISIN: CA29872T2092, WKN: A412JN) am Chvaletice-Projekt in Tschechien. Dort sollen historische Bergbaurückstände aufbereitet und zu hochreinem Mangansulfat verarbeitet werden. Ein Entwicklungsprogramm mit Integrals Power prüft die Eignung des Produkts für neue Kathodenmaterialien.
Eine weitere Ergänzung dazu liefert Aftermath Silver (ISIN: CA00831V2057, WKN: A2DGWF) mit seinem Berenguela-Projekt in Peru. Die Lagerstätte enthält Silber, Kupfer und Mangan. Aftermath startete 2026 eine Vormachbarkeitsstudie und beauftragte DRA Global mit der Leitung der Arbeiten. Ein Schwerpunkt liegt auf der möglichen Herstellung von hochreinem Mangansulfat für Batterien. Aktuelle Bohrungen sollen höhergradige Bereiche genauer abgrenzen und die Planung eines möglichen ersten Abbauabschnitts unterstützen. Im Mai meldete Aftermath zudem breite Silber- und Kupferabschnitte aus dem laufenden Programm. Berenguela verbindet damit den Edelmetallcharakter des Projekts mit einem möglichen Beitrag zur Versorgung mit kritischen Batterierohstoffen.
Aufbereitung entscheidet über Wirtschaftlichkeit
Die bloße Größe einer Manganlagerstätte reicht für eine wirtschaftliche Entwicklung allerdings nicht aus. Entscheidend sind Mineralogie, Aufbereitung und die Fähigkeit, ein Produkt in Batteriequalität herzustellen. Besonders hochreines Mangansulfat stellt hohe Anforderungen an Reinheit und gleichbleibende Qualität.
Die Erzsortierung bei der Emily-Lagerstätte von Electric Metals USA setzt bereits am Anfang des Verarbeitungswegs an. Sensoren erfassen einzelne Gesteinsstücke und trennen manganreiches Material von geringer mineralisierten Bestandteilen. Weniger Gestein gelangt dadurch in die energie- und kostenintensiven Verarbeitungsschritte. Weitere metallurgische Tests müssen nun zeigen, ob sich die Ergebnisse im größeren Maßstab bestätigen lassen. Die dort nun laufende Wirtschaftlichkeitsstudie wird erstmals einen umfassenderen Blick auf mögliche Produktionsmengen, Kosten und technische Abläufe ermöglichen.
Vom Stahlrohstoff zum Batteriemetall
Mangan entwickelt sich schrittweise von einem klassischen Stahlrohstoff zu einem strategischen Bestandteil neuer Batterie- und Energiespeichertechnologien. Die Pläne von General Motors zeigen, dass manganreiche Zellchemien inzwischen konkrete industrielle Anwendungen erreichen. Der Aufbau alternativer Lieferketten bleibt jedoch eine langfristige Aufgabe. Neue Minen, Aufbereitungsanlagen und qualifizierte Batterieprodukte müssen parallel entwickelt werden. Die Fortschritte in den USA, Kanada, Europa und Südamerika zeigen, dass inzwischen mehrere Teile dieser Wertschöpfungskette entstehen. Entscheidende nächste Schritte werden nun die technische Umsetzbarkeit, wettbewerbsfähige Produktionskosten und verbindliche Abnahmevereinbarungen sein.


