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Investor WocheSenat bestätigt Warsh, Cerebras legt bei IPO um 68 % zu, Visionary Copper and Gold mit starken Bohrergebnissen und strategischem Investor, Cisco mit starken Zahlen

Warsh folgt Powell und sieht sich 3,8 % Inflation gegenüber. Die britische Wirtschaft und der chinesische Außenhandel überraschen positiv. Cisco hebt die Prognose an, Cerebras feiert ein gelungenes IPO. Auf ein solches hofft auch Innio, das an die NASDAQ strebt. Visionary Copper and Gold präsentiert starke Bohrergebnisse und einen strategischen Investor. Honda fährt den ersten Verlust seit dem Börsengang ein.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 9 min
Titelbild: picture alliance / Associated Press / Kojiro Sekine / Yomiuri Shimbun

Marktentwicklung

Eine wechselhafte Woche geht zu Ende. NASDAQ-100 und S&P 500 markierten ein Allzeithoch, lagen am Freitagnachmittag auf Wochensicht jedoch leicht im roten Terrain. Der DAX verbleibt in seiner nunmehr einjährigen Seitwärtsphase und schließt die Woche mit leichten Verlusten ab. Silber beendet einen kleinen Ausbruch nach oben abrupt. Bitcoin kämpft mit der Marke von 80.000 USD.

Top Meldungen

US-Senat bestätigt Kevin Warsh als neuen Fed-Chef

Der US-Senat hat Kevin Warsh am Mittwoch mit 54 zu 45 Stimmen als 17. Vorsitzenden der US-Notenbank Federal Reserve bestätigt – das knappste Ergebnis, seit die Zustimmung des Senats 1977 notwendig ist. Warsh, ein ehemaliger Kritiker der US-Notenbank, sieht sich mit hohen Inflationszahlen und Fragen zur Unabhängigkeit der Fed vom Weißen Haus konfrontiert.

US-Inflation steigt auf 3,8 %

Die Verbraucherpreise in den USA stiegen im April gegenüber dem Vorjahr um 3,8 % und damit sowohl stärker als im Vormonat (3,3 %) als auch durch Ökonomen erwartet (3,7 %). Ursächlich waren vor allem höhere Öl- und Gaspreise. Die Preise ohne Nahrungsmittel und Energie – die sogenannte Kerninflation – stiegen um 2,8 %. Dies übertraf die Prognosen von 2,7 %.

UK-Wirtschaft wächst im März überraschend

Die britische Wirtschaft ist im März um 0,30 % gewachsen und hat sich damit deutlich besser entwickelt als von Ökonomen erwartet. Dies war vor allem auf Zuwächse in der Dienstleistungsbranche (+0,3 %) und im Baugewerbe (1,5 %) zurückzuführen, während die Produktion zurückging. Die Erstschätzung für das Auftaktquartal liegt damit bei plus 0,6 % und damit zehn Basispunkte über der Prognose der Notenbank.

Chinas Außenhandel boomt

Im April kletterten die chinesischen Warenausfuhren unerwartet kräftig um 14,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Im Mittel hatten die Analysten mit einem Plus von gut 8 % gerechnet. Die Importe stiegen um gut 25 % gegenüber dem Vorjahresmonat, was vor allem auf Halbleiter und Hightech zurückzuführen ist. Der Handelsüberschuss lag mit 84 Mrd. USD unter dem Jahresdurchschnitt von 100 Mio. USD im vergangenen Jahr.

Cisco macht gute Geschäfte und kündigt Jobabbau an

Die Cisco (ISIN: US17275R1023, WKN: 878841) Aktie hob nach einer angehobenen Prognose ab. So soll der Umsatz bei 62,8 bis 63,0 Mrd. liegen, nach 61,2 bis 61,7 Mrd. Dollar zuvor. Das Ziel für den bereinigten Gewinn je Aktie liegt nun bei 4,27 bis 4,29 Dollar (zuvor 4,13 bis 4,17). Das Unternehmen rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit einem erheblich besseren Geschäft mit Hyperscalern. Das Auftragsvolumen wird mit fast 9 Mrd. USD nun fast doppelt so hoch geschätzt wie zuvor, der Gewinn aus diesem Bereich auf 4 Mrd. USD statt 3 Mrd. USD. Zudem wurde ein Stellenabbau im Umfang von knapp 4.000 Mitarbeitern angekündigt.

Cerebras legt bei IPO um 68 % zu

Das Cerebras (ISIN: US15675D1037, WKN: A40RUX) IPO wurde ein voller Erfolg: Die Aktie des Chipherstellers schloss den Tag bei 311,07 US-Dollar, ein Plus von 68 % gegenüber dem Ausgabepreis von 185 USD. Mit dem Ausgabepreis erlöste das Unternehmen 5,6 Mrd. USD. Cerebras konzentriert sich auf ein Produkt namens Wafer-Scale Engine: einen quadratischen Siliziumchip, der mit vier Billionen Transistoren bestückt ist und über 44 Gigabyte SRAM verfügt. Das erfolgreiche IPO lässt Marktbeobachtern zufolge auf erfolgreiche Börsengänge von SpaceX im Juni sowie OpenAI und Anthropic in der zweiten Jahreshälfte hoffen.

Visionary Copper and Gold meldet hochgradige Bohrergebnisse und Einstieg von Ross Jennings

Visionary Copper and Gold (ISIN: CA9279521012, WKN: A41FV3) meldete starke Bohrergebnisse bei Pt. Leamington in Neufundland. Alle Bohrungen zur Untersuchung der Kraken-Zone durchschnitten Mineralisierungen von Basismetallen und Edelmetallen. Berichtet wurden unter anderem 75,8 m mit 0,45 % Cu und 23,5 m mit 0,43 % Cu.

Zudem gab das Unternehmen den Einstieg der Quaternary Group als strategischer Investor bekannt. Das unter Kontrolle des Bergbauinvestors Ross Hennings stehende Unternehmen erwirbt 10,36 % der Anteile am Unternehmen auf teilweise verwässerter Basis. Hennings kommentierte: "Visionary Copper and Gold Mines bietet eine seltene Kombination aus Größe, Erzgehalt und Standortlage zu einer äußerst attraktiven Bewertung."

Münchner Gasmotorenhersteller Innio strebt NASDAQ-IPO an

Der Gasmotorenhersteller Innio strebt ein IPO an der NASDAQ an. Die Motoren werden im Zuge des KI-Booms durch Rechenzentren stark nachgefragt. Der Bestelleingang hat sich 2025 auf 3,88 Mrd. Dollar beinahe verdreifacht. Die Eigentümer, der US-Finanzinvestor Advent International und der Staatsfonds Abu Dhabi Investment Authority zielen auf eine Bewertung von 20 Mrd. USD.

Honda erlebt das schlechteste Geschäftsjahr aller Zeiten

Honda (ISIN: JP3854600008, WKN: 853226) meldete den ersten Jahresverlust seit der Börsennotierung in Höhe von umgerechnet 2,7 Mrd. USD. Die Verluste im Bereich der Elektrofahrzeuge lagen bei 10 Mrd. USD. Honda hat drei US-amerikanische Elektroauto-Projekte, ein Joint Venture mit Sony und ein kanadisches Elektroauto-Produktionsprojekt auf Eis gelegt. Der Absatz des Unternehmens in China ist innerhalb von fünf Jahren um mehr als die Hälfte zurückgegangen. Die Underperformance gegenüber dem Nikkei liegt auf Sicht von 12 Monaten bei 75 %.

Unter der Lupe

Amphenol: KI-Profiteur, hohes Wachstumspotenzial, breiter Burggraben

Amphenol (ISIN: US0320951017, WKN: 882749) aus Wallingford in Connecticut produziert Steckverbinder, Sensoren und Verbindungssysteme für Kunden aus Automobilindustrie, Breitband, der kommerziellen Luftfahrt, Industrie, IT und Datenkommunikation, Militär, Mobilgeräten und Mobilfunknetzen in 40 Ländern. Das Unternehmen hält den zweitgrößten Marktanteil im Steckverbinderbereich weltweit.

Das 1932 gegründete Amphenol gilt als Aktie mit starken Wachstumsperspektiven. Der zentrale Punkt wird anhand der letzten Quartalszahlen deutlich: Der Umsatz im ersten Quartal stieg laut Morningstar im Vergleich zum Vorjahr um 58 % auf 7,6 Milliarden US-Dollar, und die Umsatzprognose für das zweite Quartal von 8,15 Milliarden US-Dollar impliziert ein Wachstum von 44 % gegenüber dem Vorjahr.

"Amphenol profitiert mit seinem erstklassigen Portfolio an Rechenzentrumsverbindern massiv von Investitionen in KI-Infrastruktur. Wir schätzen das Potenzial des Unternehmens im Rechenzentrumsbereich, sehen es aber weiterhin als breit diversifiziertes Wachstumsunternehmen mit außergewöhnlichem Wachstumspotenzial in den Bereichen Industrie und Verteidigung", sagt Morningstar-Analyst William Kerwin. Er sieht zudem einen breiten wirtschaftlichen Burggraben, der sich aus hohen Wechselkosten der Kundschaft ergibt, und hob den fairen Wert der Aktie Ende April von 170 auf 190 USD an.

Aktuell notiert die Aktie bei knapp 130 USD. Von April bis Oktober letzten Jahres kam es zu steilen Kursgewinnen. Danach setzte eine Konsolidierungsphase ein, die bis heute anhält.

Die Wall Street erwartet eine deutliche Gewinnsteigerung von 4,75 USD pro Aktie in diesem Jahr auf 6,25 USD im Jahr 2028. 14 von 20 durch das Wall Street Journal befragte Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf, zwei mehr als noch vor drei Monaten. Das Kursziel der Analysten liegt im Median bei 180 USD.

Grafik der Woche

SanDisk: Wie viel Treibstoff hat die 3.200 % Rakete noch im Tank?

Die Aktie von SanDisk (ISIN: US80004C2008, WKN: A411ZM) hat im vergangenen Jahr um 3.200 % zugelegt. Das Unternehmen gehört zu den fünf größten Anbietern von NAND-Flash-Speicherhalbleitern weltweit – und zu den Gewinnern des KI-Hypes. Die Preise der eigenen Erzeugnisse kletterten infolge der hohen Nachfrage im ersten Quartal um 130 % gegenüber dem Vorquartal und gegenüber dem Vorjahr um mehr als 200 %. Der Umsatz stieg um 250 %, die Gewinnmarge auf 78,4 %.

Investor Woche: Senat bestätigt Warsh, Cerebras legt bei IPO um 68 % zu, Visionary Copper and Gold mit starken Bohrergebnissen und strategischem Investor, Cisco mit starken Zahlen

Morningstar sieht angesichts der Beschleunigung des Preisanstiegs sogar noch Potenzial für eine weitere Verbesserung der Margen, warnt aber auch: "Wir gehen weiterhin davon aus, dass sich die Preise langfristig normalisieren werden und das Unternehmen dann mit deutlichen Margeneinbußen und Umsatzrückgängen zu kämpfen haben wird."

Fun Fact

Toyota verkauft seine Vordersitze als Büro- und Gamingsessel

Toyota entwickelt derzeit einen Büro- oder Gamingsessel aus dem Vordersitz des Toyota Crown. Der Vordersitz wurde auf ein Stuhlgestell mit Rollen, Armlehnen und Höhenverstellung gesetzt. Die Idee geht auf die Sitz- und Innenraum-Sparte des Unternehmens zurück.

Der Stuhl bietet dem Anwender diverse Funktionen, darunter Lehnenneigung, Lordosenstütze und Sitzneigung, eine dreistufige Sitzheizung und eine dreistufige Sitzbelüftung für Rückenlehne und Sitzfläche. Die Stromversorgung erfolgt durch einen Akku.

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