
Investor Woche: Open AI plant IPO, SAP und Microsoft enttäuschen, Meta auf dem Weg zu KI-Monetarisierung, Q2 Metals mit globaler Top-5 Lithium-Lagerstätte
OpenAI plant ein IPO im vierten Quartal: Amazon will zuvor 50 Mrd. USD investieren. Die Aktien von SAP und Microsoft gingen nach Zahlen auf Talfahrt. Samsung meldet einen Rekordgewinn, Aurubis hebt die Gewinnprognose an. Toyota meldet Rekorde bei Absatz und Produktion, Tesla sieht sich als physisches KI-Unternehmen.
Lesezeit 9 min
Marktentwicklung
Diese Woche hatte mit Mag-7-Zahlen schon nominell einiges zu bieten. Neben starken Kurszuwächsen und Kursverlusten bei einzelnen Aktien gab es auch sonst mehr Schwankungen. Der DAX notierte am Freitagmittag auf Wochensicht rund 1,8 % im Minus, NASDAQ-100 und S&P 500 notierten nahezu unverändert. Der Goldpreis stieg zeitweise auf 5.500 USD, gab dann aber deutlich nach. Noch stärker schwankte Silber, das intraday 15 % einbüßte. Der EUR/USD nimmt Kurs auf 1,20.
Top Meldungen
OpenAI plant IPO in Q4 -Amazon investiert 50 Mrd. USD
OpenAI bereitet sich auf einen Börsengang im vierten Quartal dieses Jahres vor. Dies berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf eigene Quellen. Das 500 Milliarden Dollar schwere Startup führt laut Insidern informelle Gespräche mit Wall-Street-Banken und will in einer Vorfinanzierungsrunde 100 Mrd. USD einnehmen, um die Bewertung auf über 800 Mrd. USD zu steigern. Zu den Investoren könnte der Versandriese Amazon (ISIN: US0231351067, WKN: 906866) gehören: Laut Insidern verhandelt das Unternehmen über eine Investition von bis zu 50 Mrd. USD in den ChatGPT-Entwickler.
SAP mit enttäuschenden Zahlen zum Cloudgeschäft
SAP (ISIN: DE0007164600, WKN: 716460) legte am Donnerstag Zahlen vor, die die Aktie auf Talfahrt schickten. Das Cloudwachstum hat sich im vierten Quartal erneut abgeschwächt und liegt damit mehr oder weniger wieder auf dem Stand von Anfang 2025. Dazu bleibt der Current Cloud Backlog - vertraglich zugesicherte Erlöse aus dem Cloud-Geschäft - hinter den Erwartungen zurück.
Samsung meldet Rekordgewinn
Samsung (ISIN: US7960502018, WKN: 881823) meldete aufgrund der starken Nachfrage nach Speicherchips für KI-Beschleuniger und KI-Rechenzentren eine Verdreifachung des operativen Gewinns im vierten Quartal auf 20,1 Bill. Won. Der bisherige Gewinnrekord von 17,6 Bill. Won stammte aus dem dritten Quartal 2018. Der Umsatz erreichte mit 93,8 Bill. Won (+24 %) ebenfalls einen Rekordwert. Der operative Gewinn im Chipgeschäft stieg im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 470 % auf den Rekordwert von 16,4 Bill. Won.
Toyota meldet Rekorde bei Absatz und Produktion
Toyota (ISIN: JP3633400001, WKN: 853510) meldet für 2025 einen Anstieg der weltweiten Verkaufszahlen der Marken Toyota und Lexus um 3,7 % zum Vorjahr auf den neuen Rekord von 10,54 Mill. Einheiten. Einschließlich der Kleinwagentochter Daihatsu und der Nutzfahrzeugtochter Hino setzte die Toyota-Gruppe 11,32 Mill. Fahrzeuge ab (+4,6 %). 42 % der verkauften Autos bzw. 44 % waren Hybridmodelle. Die Zahl der verkauften reinen Elektroautos stieg um 42 % auf 199.000 Stück. In den USA gelang eine Steigerung des Absatzes um 8 % auf 2,52 Mio. Einheiten. In China stagnierten die Verkäufe.
Aurubis hebt Gewinnausblick an
Aurubis (ISIN: DE0006766504, WKN: 676650) erwartet für das Geschäftsjahr 2025/26 nun ein operatives Vorsteuerergebnis von 375 bis 475 Mio. EUR, statt wie bislang 300 bis 400 Mio. EUR. Der Grund liegt im Marktumfeld mit hoher Nachfrage nach Metallen und hohen Preisen.
Microsoft Aktie verliert wegen hoher KI-Ausgaben zweistellig
Microsoft (ISIN: US5949181045, WKN: US5949181045) legte am Donnerstag Zahlen vor: Daraufhin gab die Aktie zweistellig nach. Das Unternehmen hatte einen Anstieg der Ausgaben für Rechenzentren um 66 % im Vergleich zum Vorjahr gemeldet. Dadurch stiegen die Investitionsausgaben in den drei Monaten bis Dezember auf 37,5 Mrd. USD. Zudem blieb das Cloud-Wachstum hinter den Erwartungen zurück. "Das Ausgabenvolumen ist so hoch, dass der Fokus ganz klar auf der Monetarisierung liegt", kommentierte Venu Krishna von Barclays.
Tesla meldet erstmals sinkende Umsätze
Tesla (ISIN: US88160R1014, WKN: A1CX3T) legte am Mittwoch Zahlen vor: Der Umsatz sank im vierten Quartal um 3 % auf 24,9 Mrd. USD und im Gesamtjahr um 3 % auf 94,8 Mrd. USD. CEO Elon Musk kündigte an, die Premium-Modelle S und X einzustellen. Der Konzern will sich auf selbstfahrende Robotaxis und KI-gesteuerte, humanoide Roboter fokussieren. Tesla bezeichnet sich in diesem Zusammenhang nun selbst als "physisches KI-Unternehmen".
Unter der Lupe
Meta nach den Zahlen: Beginnt hier der KI-Cashflow?
Meta (ISIN: US30303M1027, WKN: A1JWVX) legte in dieser Woche ebenfalls Zahlen vor - die anders als bei Microsoft und SAP jedoch nicht zu einem Kurssturz, sondern zu einem Kursfeuerwerk führten. Der Umsatz im vierten Quartal legte um 24 % auf 60 Mrd. USD zu. Durch Ausgaben im Zusammenhang mit KI sank die operative Marge um sieben Prozentpunkte auf 41 %. Was ist anders als bei anderen Unternehmen? Meta scheint einen Weg zu finden, der KI-Ausgaben irgendwann in Umsätze umwandeln könnte.
"Das Anzeigengeschäft von Meta läuft weiterhin auf Hochtouren, wobei die Investitionen des Unternehmens in künstliche Intelligenz weiterhin Kennzahlen wie Engagement, Anzeigeneffektivität und Inhaltsempfehlungen vorantreiben", sagt Morningstar Analyst Malik Ahmed Khan. Insbesondere blieben die Engagement-Kennzahlen hoch. "Da die Nutzer mehr Zeit auf der Plattform verbringen, kann Meta ihnen mehr Anzeigen präsentieren, was die Anzeigeneinblendungen im Quartal um 18 % steigerte."
Besonders wichtig: Meta konnte KI-Investitionen Khan zufolge nutzen, um Anzeigenklicks (plus 3,5 % bei Facebook) und Conversions (plus 1 % bei Instagram) voranzutreiben. Diese Verbesserungen könnten "angesichts der Größe von Meta erhebliche Umsatzsteigerungen ermöglichen", so Khan.
Morningstar prognostiziert für 2026 ein Umsatzwachstum von 30 % und erwartet die Veröffentlichung eines neuen, wettbewerbsfähigen LLMs in den kommenden Monaten. Den fairen Wert der Aktie setzen die Analysten mit 850 USD an (aktueller Kurs: 738 USD).
Auch die durch das Wall Street Journal befragten Analysten sind überwiegend optimistisch. Im Konsens wird ein Anstieg des Gewinns pro Aktie auf 29.83 USD in diesem und 34,24 USD im kommenden Jahr erwartet. Es gibt 57 Kaufempfehlungen - zwei mehr als vor einem Monat und vier mehr als vor drei Monaten (bei 11x overweight und 5x hold). Das Kursziel liegt im Median ebenfalls bei 850 USD.
Chart der Woche
Q2 Metals: Explorer mit globaler Top-5 Lithium Lagerstätte
Der Aktienkurs des kanadischen Lithiumexplorers Q2 Metals (ISIN: CA74739G1072, WKN: A3D4CR) hat sich in den letzten zwölf Monaten verdreifacht. Dabei profitierte das aktuell mit knapp 300 Mio. EUR bewertete Unternehmen nicht nur von den verbesserten Preisaussichten für Lithium, sondern vor allem von der Neubewertung seines Flaggschiffprojekts Cisco in der Region James Bay im kanadischen Quebec. Es kristallisiert sich heraus, dass Cisco eine Ressource im Weltmaßstab sein dürfte.
Die Analysten von Cannacord etwa haben ihre Schätzung aktualisiert und gehen nach Berücksichtigung der herausragenden Bohrergebnisse des letzten Jahres nun davon aus, dass die Lagerstätte 236 Mio. t bei 1,39 % Li2O enthält. Dies entspricht einer Steigerung von 32 % gegenüber der vorherigen Schätzung. Zur Einordnung: Mit einer Mineralressource dieser Größenordnung läge Cisco unter den fünf weltweit größten bekannten Hartgestein-Lagerstätten für Lithium.
"Angesichts der laufenden Bohrergebnisse, welche die Mineralisierung nach Norden hin erweitern, sowie des bestehenden regionalen Potenzials sehen wir weiterhin erhebliches Aufwärtspotenzial für unsere Schätzung", heißt es bei Cannacord. Das Kursziel wurde deshalb von 2,30 CAD auf 4,30 CAD angehoben. Das jüngste Bohrergebnis hatte Q2 Metals am 22. Januar präsentiert: 179,2 Meter mit 1,24 % Li2O.

Fun Fact
China verbaute in zwei Jahren mehr Beton als die USA im 20. Jahrhundert
Heute gehört der Bau- und Immobiliensektor zur Achillesferse der chinesischen Wirtschaft. Das ist auch auf einen zurückliegenden Boom zurückzuführen, der nur schwer mit Zahlen zu beschreiben ist. Der US Geological Survey schätzte vor rund zehn Jahren, dass China im Zeitraum von 2011 bis 2013 nicht weniger als 6,6 Mrd. Tonnen Beton verbraucht hat. Zur Einordnung der Zahl genügt ein Blick auf die USA: Dort wurden 4,5 Mrd. Tonnen verbaut - im gesamten 20. Jahrhundert.

