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Investor WocheMärkte zwischen NVIDIA-Zahlen und US-Arbeitsmarkt, Deutsche Autoindustrie im Sinkflug, SAP droht Kartellverfahren, Bayer, Q2 Metals

NVIDIA legt starke Zahlen vor, US-Arbeitsmarkt sendet gemischte Signale. Abbott kauft Exact, Siemens Energy plant Aktienrückkäufe, Bayer feiert einen Zulassungserfolg. SAP droht Kartellverfahren, Anthropic erhält Kapitalspritze und Adobe könnte unterbewertet sein. Q2 Metals meldet Bohrerfolg beim Lithiumprojekt Cisco.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 11 min
Titelbild: picture alliance / newscom / John Angelillo

Marktentwicklung

Die Börsen waren vor den NVIDIA-Zahlen nervös, beruhigten sich dann etwas, um ihre Talfahrt nach den US-Arbeitsmarktdaten fortzusetzen. Der NASDAQ-100 gab bis zum frühen Donnerstagabend um 700 Punkte nach, der S&P 500 rutschte um mehr als 150 Punkte ab. Der DAX büßte mehr als 600 Punkte ein. EUR/USD verharrte nahe 1,15, Gold hielt sich stabil über 4.000 USD. Bitcoin rutschte deutlich unter 90.000 USD.

Top Meldungen

NVIDIA legt gute Zahlen vor

NVIDIA (ISIN: US67066G1040, WKN: 918422) meldete am Mittwoch Rekordumsätze und einen starken Ausblick - das, worauf die Märkte gehofft hatten. Nachbörslich legte das Papier um 5 % zu. Der Umsatz im Oktoberquartal erreichte mit 57 Mrd. USD Rekordhöhe. Die Nachfrage nach KI-Chips für Rechenzentren übertraf mit einem Plus von 62 % gegenüber dem Vorjahresquartal die Erwartungen der Analysten. NVIDIA hob die Prognose für das laufende Quartal an und erwartet nun 65 Mrd. USD Umsatz, was ebenfalls über den Erwartungen der Analysten 62,1 Mrd. USD) liegt.

US-Arbeitsmarkt im September ambivalent

Wie gewonnen, so zerronnen: Ambivalente Daten vom US-Arbeitsmarkt schickten die Märkte am Donnerstag wieder auf Talfahrt. Im September - neuere Daten liegen aufgrund des Shutdowns nicht vor - wurden zwar 119.000 Stellen geschaffen und damit deutlich mehr als erwartet (50.000). Gleichzeitig stieg die Arbeitslosenquote leicht auf 4,4 % und damit auf den höchsten Stand seit vier Jahren. Damit fehlt es an klaren Signalen für die Federal Reserve Bank. Auch andere Daten sind zweideutig. Einerseits stieg die Zahl der wöchentlichen Anträge auf Arbeitslosenhilfe nicht stark an: 220.000 waren es in der Woche bis zum 15. November. Andererseits stieg die Zahl der laufenden Anträge auf Arbeitslosenunterstützung in der Woche bis zum 8. November um 28.000 auf 1.974.000 und damit den höchsten Stand seit November 2021.

Deutsche Autoindustrie beschäftigt so wenige Mitarbeiter wie zuletzt 2011

Wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte, arbeiten in der deutschen Automobilindustrie so wenige Beschäftigte wie seit 2011 nicht mehr: 721.400 Mitarbeiter waren es Ende September und damit 48.700 weniger als ein Jahr zuvor. Mitte 2011 lag die Zahl der Beschäftigten bei 718.000. Die Automobilindustrie bleibt gemessen an der Beschäftigtenzahl die zweitgrößte Industriebranche nach dem Maschinenbau mit rund 934.200 Beschäftigten. Im Verarbeitenden Gewerbe insgesamt waren Ende September rund 5,43 Millionen Beschäftigte tätig. Das waren 120.300 oder 2,2 % weniger als ein Jahr zuvor.

Abbott kauft Exact Sciences für 21 Mrd. USD

Abbott Laboratories (ISIN: US0028241000, WKN: 850103) übernimmt Exact Sciences (ISIN: US30063P1057, WKN: 590273) im Rahmen eines 21 Mrd. USD schweren Aktiendeals und will dadurch im wachsenden Markt für Früherkennungstests für verschiedene Krebsarten konkurrieren. Die Aktionäre von Exact Sciences erhalten 105 USD pro Aktie. Exact Sciences bietet Produkte für Krebsvorsorge und -diagnostik an, darunter den Darmkrebs-Screeningtest Cologuard.

Siemens Energy plant Aktienrückkäufe über 6,9 Mrd. USD

Siemens Energy (ISIN: DE000ENER6Y0, WKN: ENER6Y) will in den nächsten drei Jahren eigene Aktien im Wert von bis zu 6 Mrd. EUR zurückkaufen. Dies wurde rund eine Woche nach der Anhebung der Finanzziele für 2028 bekanntgegeben. Das Unternehmen strebt nun für das Geschäftsjahr 2028 eine Gewinnmarge vor Sondereinflüssen zwischen 14 % und 16 % an, gegenüber einem vorherigen Ziel von 10 % bis 12 %. Auch die Umsätze sollen schneller steigen als bislang angenommen.

Bayer erhält US-Zulassung für Lungenkrebsmedikament

Bayer (ISIN: DE000BAY0017, WKN: BAY001) hat von der US-Arzneimittelbehörde FDA die Zulassung für das neue Lungenkrebsmedikament Hyrnuo erhalten. Es wurde für Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC) und einer bestimmten Mutation zugelassen. Das zu einem monatlichen Listenpreis von 24.000 USD verkaufte, oral einzunehmende Medikament gehört zur Klasse der Kinase-Hemmer, die das Wachstum von Krebszellen blockieren.

SAP droht Kartellverfahren

Das Bundeskartellamt prüft offenbar ein Verfahren gegen SAP (ISIN: DE0007164600, WKN: 716460). Dabei geht es um die unzulässige Behinderung von Konkurrenten. Der Analysespezialist Celonis hat laut einem Bericht der "Wirtschaftswoche" Beschwerde eingereicht. "Darüber hinaus sind auch von anderen Unternehmen, die auf Wunsch von SAP-Kunden Daten für Analysezwecke verarbeiten wollen, Bedenken an uns herangetragen worden, dass SAP einen solchen Datenzugang erschweren könnte."

Anthropic erhält bis zu 15 Mrd. USD von NVIDIA und Microsoft

Anthropic erhält bis zu 10 Mrd. USD von NVIDIA und bis zu 5 Mrd. USD von Microsoft. Dadurch wird das Unternehmen enger an die beiden Investoren gebunden: Anthropic hat sich verpflichtet, Rechenleistung aus Microsofts Computer-Cloud im Wert von 30 Mrd. USD zu beziehen und NVIDIAs KI-Chips zu kaufen.

Q2 Metals durchschneidet 179 Meter Spodumen bei Cisco Lithium

Q2 Metals (ISIN: CA74739G1072, WKN: A3D4CR) meldete am Montag ein Update zur laufenden Bohrkampagne 2025 beim Lithiumprojekt Cisco in der Eeyou Istchee James Bay in Quebec.

Die Bohrung CS25-065 durchteufte fünf Spodumen-Pegmatit-Intervalle, wobei das breiteste zusammenhängende Intervall 179,2 Meter misst. Die Bohrung CS25-063 durchteufte 15 Spodumen-Pegmatit-Intervalle, darunter ein 75,4 Meter breites Intervall, sowie drei weitere Intervalle mit einer Mächtigkeit von über 10 Metern.

Alicia Milne, Präsidentin und CEO von Q2 Metals, kommentierte: "Wir streben nun an, von dem im Juli angekündigten konzeptionellen Explorationsziel zu einer ersten Mineralressourcenschätzung überzugehen." Neil McCallum, Vizepräsident Exploration bei Q2 Metals, ergänzte: "Die Bohrungen 63 und 65 belegen das anhaltende Wachstumspotenzial des Cisco-Projekts."

Unter der Lupe

Adobe: Die übersehene KI-Aktie?

Die Aktie von Adobe (ISIN: US00724F1012, WKN: 871981) hat sich in den letzten Jahren unterdurchschnittlich entwickelt. Nun mehren sich unter Analysten die Stimmen, die von einer Unterbewertung ausgehen. "Wir glauben, dass der Markt die Bedrohung, die neue, kostengünstigere KI-Tools für die marktbeherrschende Content-Creation-Software und -Dienstleistungen von Adobe darstellen, überschätzt", sagt Dan Romanoff von Morningstar. Adobe sei ein Unternehmen mit breiten Wettbewerbsvorteilen und habe einen Wendepunkt erreicht, "an dem die Ergebnisse, die KI-Entwicklung und die Prognosen alle in die gleiche positive Richtung weisen." Morningstar taxiert den fairen Wert der Aktie auf 560 USD. Der aktuelle Kurs: 317 USD. Morningstar-Daten zufolge liegt das zukunftsgerichtete KGV bei 13,6 und damit nur halb so hoch wie im 5-Jahres-Durchschnitt. Das Unternehmen profitiert von den hohen Wechselkosten der Kundschaft und der nach wie vor laufenden Umstellung auf Abonnements. "Adobe baut sein Imperium in der Kreativbranche durch die Erweiterung seines Segments "Digital Experience" aus, was in den kommenden Jahren für Wachstum sorgen dürfte", sagt Romanoff.

Auch andere Analysten sind optimistisch. Gary Alexander von SeekingAlpha etwa betont die 1,9 Mrd. USD schwere Semrush-Übernahme, die das Portfolio an KI- und Kreativsoftware stärken werde und zu angemessenen Multiplikatoren erfolge. Julian Lin von SeekingAlpha empfiehlt die Aktie mit "Strong Buy". Adobe zeige sich hinsichtlich disruptiver Entwicklungen im Bereich der generativen KI weiterhin widerstandsfähig mit starkem Umsatzwachstum und hohen Gewinnmargen und werde zugleich mit einem deutlichen Abschlag gegenüber den historischen Bewertungskennzahlen gehandelt. "Das Management betreibt aggressive Aktienrückkäufe und nutzt einen starken Cashflow sowie eine konservative Bilanz, um die Rendite für die Aktionäre zu steigern."

Von 41 durch das Wall Street Journal befragten Analysten empfehlen 23 die Adobe Aktie zum Kauf (bei 5x overweight, 11x hold und 2x sell). Das Kursziel liegt im Median bei 450 USD.

Grafik der Woche

Vom Vertrauen in die Regierung in verschiedenen Ländern

Das Edelman Trust Barometer misst das Vertrauen, das die Bevölkerung in verschiedenen Ländern ihrer jeweiligen Regierung entgegenbringt. Ein neuer Bericht in diesem Zusammenhang fördert interessante und für Deutschland ausgesprochen unerfreuliche Ergebnisse zutage. Nur 35 Prozent der Befragten vertrauen der deutschen Regierung. Dies entspricht einem Rückgang von 7 Prozentpunkten im Vergleich zum Vorjahr. Nur Spanien und Japan schnitten mit 33 bzw. 32 Prozentpunkten schlechter ab.

Dass Saudi-Arabien mit 87 % und China mit 83 % weit vorn lagen, mag Raum für Diskussionen über das Format des Barometers öffnen. Das Beispiel Argentinien, dessen Vertrauensbilanz um 21 Prozentpunkte zulegte, zeigt jedoch, dass auch in Demokratien und unter herausfordernden ökonomischen Gesamtumständen ein Vertrauenszuwachs möglich ist. Der argentinische Präsident Javier Milei hatte im Wahlkampf die "Kettensäge" angekündigt und diese auch geliefert: Harte Reformen zeigen Erfolge im Kampf gegen die Inflation und öffnen dem Land zunehmend die Tür zum Kapitalmarkt und zu internationalen Investoren. Die Umfrage von Edelman fand im Herbst 2024 statt. Milei konnte im Oktober 2025 einen Triumph bei den Zwischenwahlen landen.

Und Deutschland? Hier steht zu befürchten, dass der katastrophale Wert aus dem vergangenen Jahr - der Umfragezeitraum umfasst das Ende der Ampel-Regierung und den Beginn des Minderheitskabinetts Scholz - noch unterboten wird. Schließlich zeichnet sich ab, dass die durch Bundeskanzler Friedrich Merz vollmundig vorgetragenen Wahlversprechen im Kern nicht eingelöst werden. Die Schuldenbremse wurde aufgeweicht, Bürokratie wird bislang auf- statt abgebaut, substanzielle Steuererleichterungen fallen ebenfalls flach, der gefährliche Anstieg der Staatsausgaben setzt sich trotz chronischen Nullwachstums fort.

Investor Woche: Märkte zwischen NVIDIA-Zahlen und US-Arbeitsmarkt, Deutsche Autoindustrie im Sinkflug, SAP droht Kartellverfahren, Bayer, Q2 Metals

Fun Fact

Schwäbische Sparkasse verdient mit Schweizer Gold Viertelmilliarde

Eine schwäbische Sparkasse hat offenbar einen Buchgewinn in Höhe einer Viertelmilliarde erzielt - durch den frühzeitigen Kauf von Gold. Dies berichtet ein für seine guten Kontakte bekanntes Branchenmagazin. Demnach erwarb das Institut das Edelmetall in den späten Nullerjahren zu Preisen unterhalb von 1.000 USD pro Feinunze und lagerte es in Tresoren in der Schweiz ein. Die Information stammt offenbar aus einem vier Jahre alten Podcast, in dem der Sparkassenchef den Kauf erwähnt hatte.

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