
Immobilienmarkt: Die weltweiten realen Immobilienpreise steigen seit 2010 um 1,2 % pro Jahr
0,7 % pro Jahr von 2010 bis 2025: Mehr Wertzuwachs haben Immobilien in der Eurozone nach Abzug der Inflation nicht abgeworfen. Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine Studie der "Zentralbank der Zentralbanken."
Lesezeit 4 min
Immobilienkäufer und solche, die es werden möchten, ächzen seit gefühlten Ewigkeiten unter hohen Immobilienpreisen. Eine Untersuchung der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (Bank for International Settlements, BIS) kommt nun zu dem Ergebnis, dass sich die realen, d. h. inflationsbereinigten Immobilienpreise sich weltweit gesehen in den letzten 15 Jahren sehr verhalten entwickelt haben.
Globale Immobilienpreise sinken in Q3 2025 real
Im dritten Quartal 2025 sanken die um Verbraucherpreise bereinigten aggregierten Hauspreise im Jahresvergleich demnach um 0,7 %, ähnlich wie bereits im Vorquartal (−0,8 % im Jahresvergleich). Trotz eines moderaten nominalen Wachstums sind die realen Preise seit dem dritten Quartal 2022 weiter gefallen, wenn auch zuletzt langsamer.
In den Industrieländern stabilisierte sich das Wachstum der realen Hauspreise nahezu bei 0,3 % im Jahresvergleich, nach 0,6 % im zweiten Quartal 2025. In den Schwellenländern sanken die realen Hauspreise um 1,5 % im Jahresvergleich, verglichen mit einem Rückgang von 1,9 % im Vorquartal, heißt es in der Studie.
In den westlichen Industrieländern (in der Studie als Advanced Economies, AEs, bezeichnet) entwickelten sich die Preistrends regional unterschiedlich. Die realen Preise für Wohnimmobilien stiegen im Euroraum demnach um 3,0 %, während in anderen europäischen AEs lediglich ein moderater Anstieg von 0,9 % zu verzeichnen war. Zu diesen europäischen Industrieländern zählen z. B. Tschechien, Dänemark, Norwegen, Schweden und UK.
Dieser Anstieg wurde durch einen Rückgang von 1,2 % in außereuropäischen AEs kompensiert, zu denen z. B. Australien, Kanada, Israel und Japan zählen. Insgesamt stabilisierten sich die Hauspreise in den AEs daher nahezu (0,3 %).
Der Rückgang in den Schwellenländern (- 1,5 %) war hauptsächlich auf Asien zurückzuführen, wo die Preise im Jahresvergleich um 3,3 % sanken. Die realen Wohnimmobilienpreise stiegen in den sogenannten aufstrebenden europäischen Ländern, darunter z. B. Polen und Ungarn, um +3,9 %, in Lateinamerika um 2,0 % und in Afrika um +1,4 %.
0,7 % realer Preisanstieg pro Jahr in der Eurozone, 1,2 % pro Jahr weltweit
Interessant ist ein Blick auf die kumulative reale Preisentwicklung von Immobilien in den verschiedenen Regionen seit 2010. Demnach stiegen die realen Preise im Zeitraum bis zum dritten Quartal 2025 über alle Länder hinweg um 20 %. Dies entspricht einer jährlichen realen Steigerungsrate von gut 1,2 %.
Es gab allerdings große regionale Unterschiede. So belief sich der reale Preisanstieg in den AEs auf 32,1 %. Besonders stark stiegen die Preise in den AEs außerhalb Europas mit 45,4 %. In den europäischen Ländern außerhalb der Eurozone waren es 24,5 % und in den Ländern der Währungsunion 11,2 %. Gerade letzterer Wert dürfte manchen Beobachter überraschen, entspricht dies doch einer jährlichen realen Steigerung um ca. 0,7 %.
Noch geringer fielen die realen Wertzuwächse auf den Immobilienmärkten der Schwellenländer mit insgesamt 9,9 % aus. Auch hier zeigten sich große Unterschiede: In Lateinamerika stiegen die Preise real um 21 %, in Asien um 8,4 % und in europäischen Schwellenmärkten um 14,3 %. In Afrika sanken die realen Immobilienpreise seit 2010 sogar um 14,2 %.