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Konflikt mit IranÖlpreis-Schock trifft Weltmärkte - USA bleiben Börsenanker

Die Spannungen im Nahen Osten treiben Rohstoffe und erhöhen die Nervosität an den Börsen. Doch die US-Wirtschaft könnte laut Marktbeobachtern widerstandsfähiger sein als viele andere Regionen.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 4 min
Titelbild: picture alliance / Sipa / Sam / MEI

Die jüngste militärische Eskalation zwischen den USA, Israel und Iran sorgt für spürbare Nervosität an den Finanzmärkten. Ölpreise steigen deutlich und internationale Aktien geraten unter Druck. US-Börsen halten sich jedoch vergleichsweise stabil. Marktbeobachter führen das vor allem auf die besondere Rolle der Vereinigten Staaten im globalen Energiesystem zurück.

Auslöser der Marktbewegung sind Berichte über Angriffe auf iranische Führungsstrukturen sowie Raketen- und Drohnenanlagen. Iran reagierte mit eigenen Angriffen in der Region. Die USA schlossen daraufhin mehrere Botschaften im Nahen Osten und riefen Bürger zur Ausreise aus Teilen der Region auf.

Ölpreise steigen und belasten vor allem internationale Märkte

Die unmittelbare Reaktion der Rohstoffmärkte fiel deutlich aus. West Texas Intermediate Rohöl kletterte über 75 USD pro Barrel. Die Nordseesorte Brent überschritt erstmals seit Juli 2024 die Marke von 85 USD. Gleichzeitig sprang der Goldpreis wieder über 5.300 USD je Unze und näherte sich seinen Höchstständen.

Auch Währungen reagierten: Der US-Dollar verzeichnete laut Marktbeobachtern die stärkste Aufwertung seit mehr als neun Monaten. Investoren suchen in geopolitischen Krisen häufig sichere Anlagen und greifen daher verstärkt zu Dollar und Gold.

Für viele Volkswirtschaften ist vor allem der Ölpreis entscheidend. Zahlreiche Industrie- und Schwellenländer sind stark von Energieimporten aus dem Nahen Osten abhängig. Steigende Preise wirken dort wie eine zusätzliche Steuer auf Wirtschaft und Verbraucher.

US-Aktien verlieren weniger als globale Indizes

An den Aktienmärkten zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen den USA und dem Rest der Welt. Der börsengehandelte Fonds SPDR S&P 500 ETF verlor laut Daten von Bespoke Investment Group rund 1,7 % seit Beginn der militärischen Aktionen.

ETFs, die internationale Aktien ohne die Vereinigten Staaten abbilden, fielen im gleichen Zeitraum um ein Vielfaches. So große Differenzen traten laut Bespoke Investment Group seit 2007 selten auf. Der Hauptgrund liegt nach Ansicht vieler Marktstrategen im Energiemarkt.

Energieunabhängigkeit stärkt die Position der USA

Die Vereinigten Staaten haben ihre Energieproduktion in den vergangenen Jahren stark ausgeweitet. Förderregionen wie das Permian Basin in Texas gehören heute zu den wichtigsten Öl- und Gaszentren der Welt. Die USA exportieren sowohl Rohöl als auch verflüssigtes Erdgas.

Steigende Energiepreise können daher für amerikanische Produzenten sogar zusätzliche Gewinne bedeuten. Für viele andere Volkswirtschaften wirken dieselben Preissteigerungen dagegen belastend.

Der US-Markt wird deshalb in geopolitischen Krisen häufig als eine Art Stabilitätsanker wahrgenommen werden. Investoren reagierten vor allem auf Unsicherheit. Sobald die Lage klarer werde, könnten sich die Märkte wieder stärker auf wirtschaftliche Trends konzentrieren.

Gleichzeitig richtet sich der Blick vieler Investoren auf langfristige Wachstumsthemen wie künstliche Intelligenz und neue Rechenzentren. Diese strukturellen Trends könnten nach Ansicht einiger Analysten langfristig mehr Einfluss auf die Märkte haben als kurzfristige geopolitische Schocks.

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