
Hyterra Ltd.: Globaler Energiehunger: Revolutioniert dieses Unternehmen mit weißem Wasserstoff bald die Stromversorgung?
Viel, billig und möglichst sauber: Der globale Energiehunger reißt nicht ab. Die australische HyTerra Ltd. arbeitet an der Erschließung einer XXL-Lagerstätte für natürlichen, sogenannten "weißen" Wasserstoff im US-Bundesstaat Kansas. Das Unternehmen mit Hauptaktionär Fortescue im Rücken plant im Juli wegweisende Produktionstests.
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Die Dekarbonisierung der Industrie benötigt massive Mengen an Wasserstoff. Doch die klassische Produktion ist teuer und oft wenig umweltfreundlich. Hier setzt HyTerra Ltd. (ISIN: AU0000232415, WKN: A3DRMA) an: Natürlicher Wasserstoff - tief in der Erdkruste gespeichert - verspricht Produktionskosten von unter 2 USD/kg und eine herausragende CO2-Bilanz.
Nemaha: Geologische Power in Kansas
Das Herzstück des Portfolios ist das Nemaha-Projekt in Kansas. HyTerra hält dort 80.000 Hektar Pachtrechte über dem Mid-Continental Rift-System (MRS). Diese 1,1 Milliarden Jahre alte Bruchzone ist prädestiniert für die sogenannte Serpentinisierung - den natürlichen Prozess, bei dem in eisenreichem Gestein Wasserstoff entsteht. Die bisherigen Explorationsergebnisse sind vielversprechend. In der Bohrung Sue Duroche 3 wurden Wasserstoffkonzentrationen von bis zu 96 % und Heliumwerte von 5 % nachgewiesen - Werte, die zu den höchsten je in den USA gemessenen zählen.
Die Exploration läuft auf Hochtouren weiter:Mitte Juli 2026 startet der Produktionstest an der Bohrung McCoy-1. Der Produktionstest wird zwei separate Zonen unabhängig voneinander bewerten, um stabile Gasflussraten, Gaszusammensetzung, Druckverhalten sowie das Wasserstoff- und Heliumpotenzial zu beurteilen.Zudem wurde Larson 1-14 als der am höchsten bewertete Explorationsbohrkandidat für 2026 identifiziert. Bohrungen sollen hier im Oktober starten.
Weißer Wasserstoff und Helium mit dynamischen Nachfragewachstum
Die Nachfrage nach Wasserstoff erreichte im Jahr 2020 schätzungsweise 87 Millionen Tonnen (Mt) und wird bis 2050 voraussichtlich auf bis zu 580 Mt ansteigen. Heute wird Wasserstoff zur Erdölraffination und zur Herstellung von Ammoniak und Methanol verwendet. Doch vielfältige weitere Einsatzfelder sind bereits absehbar, etwa als energiereicher, kohlenstoffarmer Kraftstoff für Transport und Produktion und zur Speicherung und Erzeugung von Strom.
Die Nachfrage nach Wasserstoff steigt also - und insbesondere die nach weißem Wasserstoff. Nahezu der gesamte heutige Verbrauch entfällt auf grauen Wasserstoff, der aus fossilen Energieträgern (vorwiegend Erdgas) mittels Dampfreformierung gewonnen wird und mit CO2-Emissionen verbunden ist. Die Zusammensetzung der Nachfrage wird sich grundlegend verändern: McKinsey prognostiziert, dass die Nachfrage nach sauberem Wasserstoff bis 2050 etwa 73 bis 100 % der gesamten Wasserstoffnachfrage ausmachen wird.
Dafür gibt es gute Gründe. Die Produktionskosten liegen mit weniger als 2 USD/kg deutlich niedriger als bei blauem und grünem und oft auch niedriger als bei grauem Wasserstoff. Außerdem ist die CO2-Intensität mit 0,37 kg CO2 pro Kilogramm niedrig. Zum Vergleich: Bei grauem Wasserstoff sind es 9,0 Kg CO2, bei blauem Wasserstoff 3,0 kg CO2.
Helium ist das zweite Ziel im Portfolio von HyTerra. Das zweithäufigste Element im Universum nach Wasserstoff wird aufgrund seiner speziellen Eigenschaften in einer Vielzahl von Hightech-Anwendungen in wichtigen Wachstumsbranchen wie Computertechnik, wissenschaftlicher Forschung, Gesundheitswesen, Weltraumforschung und Fertigung benötigt. Die weltweite Nachfrage wird voraussichtlich von 6 Milliarden Kubikfuß pro Jahr auf 8,5-10 Milliarden Kubikfuß pro Jahr bis 2030 steigen.
Fortescue als strategischer Investor
HyTerra zählt Fortescue Future Industries als strategischen Investor: Das Unternehmen beteiligte sich 2024 mit rund 40 % an HyTerra und finanziert damit die laufende Explorationsbohrung. Trotz der starken Perspektiven des Projekts soll es nicht bei Nemaha in Kansas bleiben. Zum einen gibt es mit Geneva in Nebraska noch ein zweites Projekt. HyTerra ist hier mit 16 % beteiligt und kann den Anteil auf 51 % aufstocken.
Zum anderen zielt das Management um CEO Riley Kemp längst auf Aktivitäten und Partnerschaften in der ganzen Welt ab. So wird das Unternehmen im Rahmen der von Renaissance Philanthropy geleiteten Initiative des Chimaera Fund der US Air Force geologische Wasserstoffexplorationen durchführen. Für die Bewertung potenzieller Gebiete im Sultanat Oman durch HyTerra wurde eine Absichtserklärung mit ARA Natural Resources getroffen. Auch in Korea gibt es Kooperationen.
Obwohl HyTerra mit einem geologisch aussichtsreichen Projekt, hochkarätigen Partnerschaften und Fortescue als strategischem Investor im Rücken stark positioniert ist, ist die Bewertung des Unternehmens aktuell noch niedrig. Dies könnte sich rasch ändern, wenn entscheidende Katalysatoren wie der anstehende Produktionstest bei McCoy-1 positive Ergebnisse liefern.
