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Erstes Afrika-MandatSekur vor Lizenzdeal im Kongo

Der Cybersicherheitsanbieter Sekur Private Data steht vor seinem ersten Lizenzdeal in Afrika. Eine Anfrage aus der Demokratischen Republik Kongo (DRK) über 1.200 Produktpakete sowie Gespräche mit dem Tech-Hub Silikin Village, einem Zentrum für digitale Innovation in Kinshasa, könnten den Zugang zu tausenden Firmenkunden eröffnen.

von Verumo-Redaktion

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Titelbild: TSD Studio / Unsplash

Sekur Private Data (ISIN: CA81607F1036, WKN: A3DKJ0) meldet einen möglichen Einstieg in den afrikanischen Markt. Ein privates Unternehmen aus der DRK hat eine Anfrage über insgesamt 1.200 Lizenzen des Sekur SMB Business Bundles gestellt. Das Paket steht für einen geschätzten Mindestumsatz von knapp 1,3 Mio. USD pro Jahr und wäre die erste größere Bestellung für das Unternehmen aus Afrika.

Laut Unternehmensmitteilung sollen zunächst 200 SMB-Produktpakete ausgeliefert werden. Weitere 1.000 Lizenzen aus SMB- und Corporate-Paketen sind für das Jahr 2026 vorgesehen. Die Identität des Kunden bleibt aus Sicherheits- und Datenschutzgründen unter Verschluss, betont Sekur in seiner Pressemeldung.

Anfrage eröffnet Sekur Zugang zum DRK-Markt

Sekur baut seine Präsenz in Zentral- und Südafrika seit einiger Zeit gezielt aus. Das Unternehmen verweist auf einen eigenen Direktor für Business Development in der Region, der vor allem in Angola und der DRK-Kontakte zu Unternehmen und Behörden aufbaut. Die aktuelle Anfrage sieht Sekur als ersten greifbaren Erfolg dieser Strategie.

Parallel spricht Sekur über eine Vertriebskooperation mit Silikin Village, dem nach Unternehmensangaben größten Technologie- und Start-up-Hub der DRK. Über dieses Netzwerk könnte der Anbieter seine Lösungen tausenden von Firmenkunden anbieten. Damit ginge die Wirkung eines einzelnen Lizenzdeals deutlich über einen Kunden hinaus und würde den Markteintritt strukturell absichern.

Unternehmenschef Alain Ghiai wird mit den Worten zitiert, man sei sehr zufrieden mit dem Feedback aus Privatwirtschaft und Behörden in der DRK und erkenne eine enorme Nachfrage nach sicheren Kommunikationslösungen. Sekur präsentiere sich bewusst als Anbieter abseits großer Technologiekonzerne, der keine Daten auswerte und keine Bewegungsprofile erstelle.

Maßgeschneiderte Lösungen für gefährdete Nutzer

Die geplanten Lizenzen verteilen sich auf zwei Preismodelle. Das SMB-Bundle kostet 900 USD pro Jahr oder 90 USD pro Monat, während das Corporate Bundle mit 1.500 USD pro Jahr angesetzt ist. Nimmt man die Mindestbestellung von 1.200 Lizenzen als Basis, ergibt sich daraus ein jährlicher Bruttoumsatz von knapp 1,3 Mio. USD.

Zum Paket gehören vor allem vier Bausteine. SekurMail ist ein verschlüsselter E-Mail-Dienst mit Funktionen wie SekurSend und SekurReply, die auch den Versand an Empfänger ohne Sekur-Konto erlaubt und Business-Email-Compromise-Angriffe erschwert. SekurMessenger bietet Ende-zu-Ende-verschlüsselte Chats, Dateien und Sprachnachrichten, optional mit selbstlöschenden Inhalten und Archivfunktionen für Compliance-Zwecke.

SekurVPN richtet sich an Nutzer, die ihren Datenverkehr vor Auswertung und Nachverfolgung schützen wollen. Der Dienst wird ohne Protokollierung des Nutzerverhaltens betrieben. Ergänzend zielt SekurRelay auf größere Organisationen, in denen zunächst nur Teilbereiche auf eine sichere Infrastruktur umgestellt werden. Der Dienst spaltet Unternehmensdomains technisch auf, sodass Führungskräfte Sekur-Funktionen nutzen können, ohne dass die gesamte E-Mail-Umgebung migriert werden muss.

Cyberangriffe erhöhen Bedarf an unabhängigen Lösungen

Sekur begründet seine Wachstumspläne mit der Zunahme von Cyberangriffen auf gängige E-Mail- und Chatdienste großer Technologiekonzerne. Besonders die Kompromittierung geschäftlicher E-Mails gilt als ernstes Problem, weil Angreifer gezielt in geschäftliche Kommunikation eingreifen und Zahlungsströme umlenken. Die Integration von künstlicher Intelligenz in Standardprodukte hat solche Angriffe laut Sekur zusätzlich begünstigt.

Das Unternehmen hebt hervor, dass seine Plattform weder auf Big-Tech-Infrastruktur noch auf offenen Quellcode setze. Die Server stehen ausschließlich in der Schweiz, wo strenge Datenschutzregeln gelten. Nach Angaben von Sekur werden weder Kommunikationsinhalte noch Kontakte oder Bewegungsdaten zu Werbezwecken ausgewertet. Das Angebot richtet sich besonders an Vorstände, Regierungsvertreter und andere Nutzer mit sensiblen Informationen.

Für die DRK und andere Märkte in Afrika sieht Sekur in dieser Positionierung einen Vorteil. Staaten und Unternehmen, die digitale Infrastruktur ausbauen, stehen unter dem Druck, sich gegen Spionage, Datendiebstahl und Sabotage zu wappnen. Gelingt Sekur mit der nun vorliegenden Anfrage der operative Einstieg, könnte die Referenz aus dem Kongo weitere Aufträge aus der Region nach sich ziehen.