
Dividendentitel: Analysten sehen nach Korrektur Potenzial für Deutsche Telekom
Niedriges KGV, hohe Dividendenrendite und Anzeichen einer Bodenbildung: Die Telekom Aktie erscheint auf dem gegenwärtigen Niveau attraktiv bewertet. Das sehen auch mehr und mehr Analysten so.
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Der Aktienkurs der Deutschen Telekom (ISIN: DE0005557508, WKN: 555750) hat sich im Jahr 2025 schwach entwickelt: Von März bis November ging der Kurs in einem stabilen Abwärtstrend von knapp 36 EUR auf zeitweise 26 EUR zurück. Aktuell notiert die T-Aktie bei 28,30 EUR.
Technisch gesehen ist der Abwärtstrend noch nicht vom Tisch. Innerhalb des Abwärtstrends traten jedoch seit November zwei aufeinanderfolgende, höhere Hochs und Tiefs auf. Zudem wurde eine von drei relevanten Abwärtstrendlinien bei steigendem Handelsvolumen nach oben durchbrochen. Charttechnisch gesehen besteht also die Möglichkeit, dass hier gerade eine Bodenbildung abgeschlossen wurde.
Schwacher Dollar setzt dem Aktienkurs zu
Der Kursrückgang hatte mehrere Gründe. Erstens: Der schwache US-Dollar. Fast zwei Drittel ihres Umsatzes erzielt die Telekom mittlerweile über die Tochter T-Mobile US in den USA. Dort tritt zudem - zweitens - der Konkurrent Verizon aggressiver auf. Zudem wird - drittens - Konkurrenz durch Starlink befürchtet.
Analysten sind jedoch recht optimistisch. 14 von 18 durch das Wall Street Journal befragten Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf. Vor drei Monaten gab es elf Kaufempfehlungen bei fünf Overweight- und zwei Hold-Einstufungen.
Ein Blick auf die Fundamentaldaten zeigt eine günstig bewertete Aktie. Dies beginnt bei der zukunftsgerichteten Dividendenrendite, die aktuell bei 3,08 % liegt. Im November wurde angekündigt, die Dividende für 2025 von 0,90 EUR auf 1,00 EUR pro Aktie zu erhöhen. Unter Berücksichtigung von Aktienrückkäufen ergibt sich sogar eine Gesamtrendite von 4,47 %: 2026 sollen laut einer Ankündigung im November Rückkäufe im Volumen von 2 Mrd. EUR starten. Das zukunftsgerichtete KGV liegt laut Morningstar-Daten bei rund 10,8.
T-Mobile US gewinnt 1 Mio. Kunden im dritten Quartal
T-Mobile US meldete Ende Oktober starke Zahlen: Es wurden im dritten Quartal erheblich mehr Mobilfunkkunden gewonnen als erwartet, weshalb die Prognose angehoben wurde. 1 Million neue Kunden in einem Quartal bedeutet den höchsten Wert seit mehr als zehn Jahren. Analysten hatten mit 852.000 neuen Kunden gerechnet.
Im November wurde die Prognose für den Gesamtkonzern zum dritten Mal in diesem Jahr angehoben. Seitdem wird für das Gesamtjahr 2025 ein bereinigtes EBITDA nach Leasingzahlungen von rund 45,3 Mrd. EUR erwartet, verglichen mit der vorherigen Prognose von über 45,0 Mrd. EUR. Der freie Cashflow nach Leasingzahlungen wird voraussichtlich bei rund 20,1 Mrd. EUR liegen, statt wie zuvor erwartet bei über 20,0 Mrd. EUR.
T-Mobile US gehört seit 2001 zur Deutsche Telekom Group. Die Deutsche Telekom hält an dem mit 190 Mrd. EUR bewerteten Unternehmen einen Anteil von 51,5 %. T-Mobile US ist mit rund 130 Millionen Kundinnen und Kunden der zweitgrößte Mobilfunk-Anbieter auf dem US-Markt.
Wettbewerbsdruck auf deutschem Mobilfunkmarkt entspannt sich
Doch auch auf dem deutschen Markt gibt es positive Entwicklungen: Die UBS sieht den Höhepunkt des Preiskampfs auf dem hiesigen Mobilfunkmarkt als überwunden an Schwindet der in den letzten Jahren harte Wettbewerbsdruck, könnten sich die Margen stabilisieren. Obwohl das Preisumfeld im Breitbandsegment angespannt bleibt, bekräftigte die UBS Anfang Januar ihr Kursziel von 35,70 EUR.
Unser Fazit: Die Aktie der Deutschen Telekom erscheint auf dem aktuellen Niveau günstig bewertet. Mehrfache Prognoseanhebungen im vergangenen Jahr, eine höhere Dividende und die Aktienrückkäufe gesellen sich zu weiterhin gut laufenden Geschäften in den USA und einem aufgehellten Preisumfeld auf dem deutschen Mobilfunkmarkt.