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BörsengängeAusblick: Diese IPOs stehen 2026 an

SpaceX, OpenAI, KNDS: Die Liste der prominenten Namen mit mehr oder weniger konkreten IPO-Plänen für 2026 ist lang. Wer könnte den Gang aufs Parkett in diesem Jahr wagen?

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 5 min
Titelbild: picture alliance / Sipa USA / Richard B. Levine

SpaceX hat weltweit und im wahrsten Sinne des Wortes darüber hinaus für Furore gesorgt. Wiederverwendbare Raketen haben Abläufe in der Raumfahrt revolutioniert. Branchenexperten beziffern den Anteil der durch SpaceX ins All gebrachten Nutzlast auf 83 %, was bei westlichen Anwendern de facto einem Monopol entspricht.

Neben Raketen bietet SpaceX seit 2020 auch das Satellitennetzwerk Starlink an und versorgt Millionen Menschen mit Internetzugang. Starlink ist die Cashcow von SpaceX: 2026 werden 22-24 Mrd. USD Einnahmen erwartet. Weiteres Wachstum durch Satellitentelefonie steht im Raum.

SpaceX, Anthropic, Fannie Mae & Freddie Mac

Aktuell liegt die Bewertung bei 800 Mrd. USD. Im Fall eines IPOs könnte die Bewertung sogar weit über 1 Billion USD steigen. In trockenen Tüchern ist jedoch noch nichts. Möglich ist auch, dass Starlink von SpaceX abgespalten und separat an die Börse gebracht wird.

Einem Bericht der FT zufolge führt das KI-Unternehmen Anthropic Gespräche mit Investmentbanken über ein IPO. Der Chatbot Claude kommt insbesondere bei Geschäftskunden gut an. Bei der letzten Finanzierungsrunde im Dezember wurde eine Bewertung von 350 Mrd. USD erreicht.

Fannie Mae und Freddie Mac: Die beiden Namen stehen in den USA für den Weg ins Eigenheim. Die Hypothekenfinanzierer garantieren für mehr als die Hälfte aller US-Hypotheken und erlangten im Zuge der Finanzkrise aufgrund der 191 Mrd. USD teuren Rettung durch den Staat traurige Berühmtheit. US-Präsident Donald Trump hat im vergangenen Jahr die Rückkehr der beiden Unternehmen an die Börse ins Spiel gebracht. Analysten schätzen die mögliche Bewertung auf 500 Mrd. USD.

TK Elevator, KNDS, Raisin, DeepL: Auch in Deutschland stehen IPOs an

Auch der deutsche IPO-Markt blickt mit Optimismus auf 2026. Die Hoffnung wird durch den erfolgreichen Börsengang von Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) im abgelaufenen Jahr genährt, der Nachahmer anziehen könnte.

TK Elevator, die frühere Aufzugssparte von ThyssenKrupp, ist ein IPO-Kandidat für 2026. Das Unternehmen befindet sich im Besitz der Finanzinvestoren Advent und Cinven, die bereits Gespräche über die Platzierung führen und dabei offenbar eine Bewertung von bis zu 20 Mrd. EUR anstreben. Das Unternehmen gilt als gut diversifiziertes Substanzunternehmen mit solider EBITDA-Marge und langfristigen Wachstumsperspektiven.

Rüstungswerte gehörten zu den Börsengewinnern 2025. 2026 könnte der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS in Frankfurt und Paris an die Börse gehen. Auch hier wird eine Bewertung im Bereich von 20 Mrd. EUR angestrebt. KNDS baut den Kampfpanzer Leopard 2 und spielt in den Überlegungen zur Wiederaufrüstung europäischer Verteidigungslinien eine zentrale Rolle.

Für die Rüstungs-Start-ups Helsing (KI-Systeme) und Quantum Systems (Drohnen) kommt ein IPO 2026 dagegen wahrscheinlich zu früh. Die mit 12 bzw. 3 Mrd. EUR bewerteten Unternehmen dürften zunächst über klassische Finanzierungsrunden weiterwachsen und könnten 2027 den Weg aufs Parkett finden.

Raisin hat sich zu einer bekannten Marke im Finanzbereich entwickelt: Egal ob Zinsanlagen oder staatlich geförderte Altersvorsorge - die Produkte kommen bei Kunden gut an. Im Jahr 2024 wuchs das EBITDA um 69 % auf 34 Mio. EUR. In Finanzkreisen gilt ein IPO in Frankfurt als wahrscheinlich.

Auch das in Köln ansässige KI-Unternehmen DeepL strebt an die Börse - allerdings in den USA. Angestrebt: eine Bewertung von bis zu 5 Mrd. USD.

OpenAI-IPO lässt wohl noch auf sich warten

Der Börsengang des ChatGPT Entwicklers OpenAI lässt dagegen wohl noch auf sich warten. Zwar wurde das Unternehmen bei der letzten Finanzierungsrunde im Oktober mit mehr als 500 Mrd. USD bewertet.

Doch das Unternehmen schreibt tiefrote Zahlen, was laut Prognosen von HSBC auch bis 2030 so weitergeht. Bis dahin Milliarden USD für Rechenleistung verbraucht. Aufgrund dieses hohen Cashburns gilt ein IPO derzeit als unwahrscheinlich.