
100 Filialen werden geschlossen: Steht C&A vor der Insolvenz? Modekette kündigt massive Einschnitte an
Wie viele Kaufhaushäuser auch, befindet sich die beliebte Modekette C&A in der Krise. Mit gezielten Sparmaßnahmen und strukturellen Veränderungen will das Modehaus nun auf das stagnierende Geschäft reagieren.
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Die beliebte Modehauskette C&A ist weitläufig für preisgünstige Kleidung bekannt. Dennoch befindet sich das Unternehmen in Deutschland seit Jahren in der Krise. Abhilfe sollen nun strukturelle Veränderungen bringen. So soll auf den Online-Handel ein größerer Fokus gesetzt und damit auf das veränderte Kaufverhalten reagiert werden.
Die Modekette hat bereits seit längerer Zeit mit sinkenden Kundenzahlen und den damit verbundenen Umsatzrückgängen zu kämpfen. Waren die Modehäuser bundesweit doch lange Zeit der Inbegriff für günstige Mode in großer Auswahl, haben Modediscounter wie Primark oder auch die Nonfoodbereiche im Lebensmitteldiscount C&A schon lange den Rang abgelaufen.
Den Ernst der Lage zeigt die aktuelle Bilanz des Geschäftsjahres 2019/20. Medienberichten zufolge geht daraus hervor, Dass der Deutschlandumsatz von 2,26 auf 2,16 Milliarden Euro gesunken sei. Dabei habe sich bereits vor der Corona-Pandemie ein Fehlbetrag von 96,6 Millionen Euro angehäuft.
Seit rund einem Jahr ist Giny Boer Europachefin bei C&A. Wie das Manager Magazin berichtet, soll Boers Plänen zufolge vor allem in das bisher vernachlässigte Online-Geschäft investiert werden. Zudem sollen alle Betriebsabläufe geprüft und optimiert werden, um in der Folge Einsparungen bei den Personalkosten zu erreichen.
Verschiedene Medien berichtete bereits, das Unternehmen stehe sogar kurz vor der Insolvenz. Diese Berichte wurden jedoch seitens C&A dementiert: "C&A kämpft nicht gegen die Insolvenz", so eine Sprecherin des Unternehmens.
Der Markt sei im Wandel, das Unternehmen habe Strukturelle Anpassungen verkündet, teilte das Unternehmen weiter mit. "Diese strukturellen Veränderungen erfolgen vor dem Hintergrund veränderten Kaufverhaltens, das die gesamte Branche betrifft".
Im Zuge der strukturellen Veränderungen wurde laut Manager Magazin auch eine Schließung der Brüsseler Hauptverwaltung in Erwägung gezogen worden sein. Der Standort Düsseldorf, so das Magazin weiter, solle im Gegenzug als einzige Zentrale gestärkt werden. Dieser Plan stünde nicht zur Debatte, teilte das Unternehmen weiter mit: "Die Brüsseler Filiale wird nicht geschlossen. Eine Schließung wurde nicht verkündet und ist nicht geplant."
Stattdessen stünde eine Zentralisierung der Länderorganisation zur Debatte. Deutschland mit Hauptsitz in Düsseldorf solle als eigenständige Organisation als der wichtigste Markt in Europa erhalten bleiben. Die Bereiche Benelux, Mittelosteuropa und Südeuropa sollen dagegen zentralisiert zusammengefasst werden. So berichteten Focus online und chip.de.
Derzeit betreibt C&A 450 Bekleidungsmärkte in Deutschland. Medienberichten zu Folge sollen davon rund 100 Filialen geschlossen werden.
Betroffen hiervon seien Standorte in Sachsen-Anhalt, Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Bayern, Berlin und Brandenburg. Die Zahl der für eine Schließung vorgesehen Filialen in Deutschland entbehre jedoch jeglicher faktischen Grundlage, so eine Unternehmenssprecherin weiter. Es bestünde kein Zusammenhang zwischen dem angekündigten Modernisierungsprozess und der Weiterentwicklung des Filialnetzes.