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Branche wird erfinderischKupferkonzerne wie Rio Tinto und Freeport-McMoRan setzen auf neue Fördermethoden

Wegen steigender Nachfrage und schrumpfender Vorräte greifen Kupferproduzenten zu neuen Mitteln. Leaching-Verfahren holen aus Abraum Kupfer - günstiger als klassische Methoden. Erste Großkunden wie Amazon sind bereits an Bord.

von Verumo-Redaktion

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Titelbild: Boom Bucket / Unsplash

Die Kupferindustrie steht vor einem Umbruch. Der Rohstoff wird in Rechenzentren, Elektroautos und Stromnetzen dringend benötigt - doch neue Minen liefern kaum Nachschub. Wie die Financial Times berichtet greifen Unternehmen wie Rio Tinto und Freeport-McMoRan deshalb zu Methoden, die früher als zu teuer oder ineffizient galten: sogenannte Leaching-Technologien, bei denen Kupfer mit Hilfe von Mikroben oder chemischen Lösungen aus schwierigem Gestein gelöst wird.

Kupferboom zwingt zur Suche nach alternativen Fördermethoden

Kupfer gilt als Schlüsselrohstoff für die Energiewende und den Ausbau der KI-Infrastruktur. Entsprechend steigt die Nachfrage - doch gleichzeitig sinkt das Angebot aus klassischen Quellen. Der Rohstoffkonzern BHP (ISIN: AU000000BHP4, WKN: 860115) geht davon aus, dass bestehende Minen bis 2035 rund 15 % weniger liefern als 2024. Neue Lagerstätten bringen laut Unternehmensschätzungen nur 18 % des heutigen Produktionsvolumens zusätzlich. Die Lücke wächst - und zwingt die Industrie zum Handeln.

Rio Tinto und Gunnison demonstrieren neue Leaching‑Technologie

Der britisch-australische Rohstoffkonzern Rio Tinto (ISIN: GB0007188757, WKN: 852147) hat mit Nuton eine Tochter gegründet, die Mikroorganismen einsetzt, um Kupfer aus bislang als wirtschaftlich unbrauchbar geltendem Gestein zu extrahieren. Laut Rio Tinto ist das Verfahren rund 40 % günstiger als herkömmliche Methoden. Ein Schlüsselprojekt ist die Johnson Camp Mine in Arizona. Dort arbeitet Nuton in einem Joint Venture mit Gunnison Copper Corp. (ISIN: CA4028801088, WKN: A40TP4) zusammen. Die beiden Unternehmen testen das Verfahren unter realen Bedingungen und zeigen erste Produktionserfolge.

Gunnison Copper ist ein kanadischer Kupferentwickler mit Fokus auf umweltschonende In-situ-Gewinnung. Die Partnerschaft mit Rio Tinto zeigt, dass auch mittelgroße Player in der Branche technologisch vorangehen können. Zusätzlich konnte Rio Tinto mit Amazon bereits einen Großkunden für das Kupfer aus Nuton-Produktion gewinnen - ein Signal für die Markttauglichkeit des Ansatzes.

Neue Verfahren senken die Kosten und mildern das Angebotsdefizit

Auch Freeport-McMoRan (ISIN: US35671D8570, WKN: 896476) investiert massiv in Leaching-Technologien. Bis 2030 sollen jährlich 363.000 Tonnen Kupfer durch Säure, Hitze oder beides gewonnen werden - das entspricht dem Output einer der 20 größten Kupferminen weltweit. Laut Bernstein Research liegt der Preis für dieses Leaching-Kupfer bei rund der Hälfte der Kosten klassischer Verfahren. Freeport und Rio Tinto könnten ihre Gewinnschwelle bei rund 4.000 USD pro Tonne erreichen - deutlich unter dem aktuellen Weltmarktpreis von etwa 13.000 USD (Stand: Februar 2026).

Goldman Sachs schätzt, dass die fünf größten Kupferunternehmen mit diesen Technologien bis 2034 gemeinsam rund 1 Mio. Tonnen zusätzlich produzieren könnten. Das deckt zwar nur ein Fünftel des erwarteten Defizits bis 2030 - doch es ist ein bedeutender Schritt in Richtung Versorgungssicherheit.

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