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AktienmarktTechnischer Jahresausblick: Diese Chartmarken sind laut HSCB 2026 wichtig

Dow Jones und DAX erfahren eine Trenddynamisierung mit Abwärtsrisiken, der Aufwärtstrend des S&P 500 ist absolut intakt, das Potenzial des NASDAQ-100 fast ausgeschöpft: Nur einige Ergebnisse aus dem charttechnischen Jahresausblick der Großbank HSBC.

von Verumo-Redaktion

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Titelbild: Getty Images / Unsplash

In diesen Tagen flattern unzählige Publikationen in die Mailbox, die sich in irgendeiner Form mit einem Aktienmarktausblick 2026 befassen. Einige dieser Publikationen sind durchaus lesenswert - darunter der klassisch im Printformat zugestellte charttechnische Jahresausblick von HSCB. Die Besonderheit: In den dort betrachteten Charts steht jede Kerze für ein ganzes Jahr. Welche Erkenntnisse liefert diese langfristige Betrachtung? Und welche Chartmarken werden 2026 wichtig?

Dow Jones erfährt Trenddynamisierung

Der Dow Jones Chart zeigt auf Jahresbasis mittlerweile drei weiße Kerzen in Folge. Relevant ist zudem ein "Trend, welcher die Hochpunkte von 1929 und vom Jahrtausendwechsel 1999/2000 verbindet." Der Dow Jones verläuft aktuell über dieser Trendlinie "und hat deshalb eine Trenddynamisierung" vollzogen. Dem Jahresausblick zufolge weist dies auf "möglicherweise noch vorhandene Renditepotenziale" hin. Die obere Begrenzung des neuen Trendkanals verläuft demnach bei 52.474 Punkten.

Umgekehrt ergeben sich daraus in technischer Hinsicht Risiken: "Entsprechend gilt es, einen Rückfall unter diese Trendlinie, die im neuen Jahr bis auf 42.549 Punkte ansteigen wird, unbedingt zu verhindern."

Ein charttechnisches Detail gibt jedoch Anlass zur Hoffnung: Die Kerze des laufenden Jahres markiert ein sogenanntes Outside-Jahr, geht also oben und unten über die Kerze des Vorjahres hinaus. Die Statistik dazu liefert der Bericht gleich mit: "Seit 1897 kam es beim Dow Jones zu elf solchen Außenstäben. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 80 % brachten die folgenden zwölf Monate weitere Anschlussgewinne." Diese lagen mit 13 % deutlich höher als im langfristigen Durchschnitt.

S&P 500: Katastrophenstopp bei 4.800 Punkten

Im S&P 500 sehen die HSBC Analysten die Marke von 4.800 Punkten als entscheidend an. "In jedem der letzten fünf Jahre hat sich das Aktienbarometer mit diesem Level auseinandergesetzt." Hier sieht die Analyse den "Katastrophenstopp 2026": Fällt der Markt darunter, könnte es noch sehr viel weiter abwärts gehen.

Der S&P 500 wird zusätzlich in einem Monatschart betrachtet. Demnach ist der seit Herbst 2011 laufende Aufwärtstrend bei 5.130 Punkten "absolut intakt." Weiter heißt es: Zusammen mit der 38-Monats-Linie bei aktuell 5.201 Punkten entsteht hier eine massive Unterstützungszone, welche durch den Pullback zu Jahresbeginn lehrbuchmäßig bestätigt wurde."Nach oben liefert derweil die V-Formation aus dem Frühjahr wichtige Hinweise auf bestehendes Potenzial. "So lässt sich aus der Tiefe des zwischenzeitlichen Einbruchs ein langfristiges Kursziel von 7.400 Punkten ableiten."

Trenddynamisierung und dennoch Orientierungssuche im DAX

Im DAX macht die Analyse ebenfalls eine Trenddynamisierung aus. "Im zu Ende gehenden Jahr gelang zudem der Spurt über die Trendlinie (...), welche die Hochs von 2007 und 2015 verbindet." Auch hier wäre demnach ein Kursrückgang unter die Line ein starkes Warnsignal.

Im Hinblick auf den deutschen Leitindex warnen die Autoren - wie auch bei anderen Indizes - vor einer "überhitzten Indikatoren-Konstellation." So habe der RSI das gesamte Jahr im überkauften Bereich verbracht. Wichtig zudem die Entwicklung der letzten Monate: "Auf Monatsbasis ergibt sich mittlerweile eine ganze Batterie an Kerzen mit kleinen Körpern" - ein Zeichen für Orientierungssuche. "Diese besondere Kerzenkonstellation signalisiert aber auch das sich aufstauende Bewegungspotenzial."

NASDAQ-100: Kaum noch Potenzial

Überhitzte Indikatoren liegen dem HSBC Jahresausblick auch beim NASDAQ-100 vor, Investoren sollten "die Fallhöhe" berücksichtigen. Das aktuelle Rekordlevel von 26.182 Punkten ist das 40. Allzeithoch im Jahr 2025. Aus der V-Umkehr vom Frühjahr ergibt sich jetzt noch ein kalkulatorisches Kursziel von 27.000 Punkten. Ungemach droht demnach beim Unterschreiten des Februarhochs und der Nackenlinie des V-Musters bei 22.223 Punkten.