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Investor WocheNVIDIA mit Rekordumsatz, Anthropic vor schwarzen Zahlen, Spotify erlaubt KI-Remixe, Visionary Copper and Gold erweitert Landpaket in Neufundland

NVIDIA übertrifft die Erwartungen. Anthropic steht vor dem ersten operativen Quartalsgewinn. Investoren bieten 10,7 Mrd. EUR für Recordati. Walmart enttäuscht trotz 7 % Umsatzplus, ExxonMobil steht vor einer Rückkehr nach Venezuela. Die Fair Isaak Aktie wird von Analysten gelobt, die Trump-Regierung investiert in Quantencomputer-Aktien.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 10 min
Titelbild: picture alliance / dpa / Aurelien Morissard / Maxppp

Marktentwicklung

Der NASDAQ-100 legte rund 500 Punkte zu und näherte sich damit dem jüngsten Allzeithoch. Ähnlich der S&P 500, der knapp 100 Punkte hinzugewinnen konnte. Der DAX stieg im Wochenverlauf um mehr als 1.000 Punkte. Der EUR/USD notiert bei 1,16, Gold kämpft mit der Marke von 4.500 USD.

Top Meldungen

NVIDIA erzielt Rekordumsatz: Rückkaufprogramm und Dividendenerhöhung

Nvidia (ISIN: US67066G1040, WKN: 918422) meldete für das Aprilquartal einen Rekordumsatz von 81,6 Mrd. USD, ein Plus von 85 % gegenüber dem Vorjahresquartal und 3,4 % über den von FactSet befragten Analystenprognosen von 78,9 Mrd. USD. Der Nettogewinn lag im Quartal bei 58,3 Mrd. USD, mehr als dreimal so hoch wie im Vorjahresquartal und 36,5 % über den von Analysten erwarteten 42,9 Mrd. USD. Das Unternehmen kündigte ein Aktienrückkaufprogramm im Wert von 80 Mrd. USD an und erhöhte seine vierteljährliche Bardividende von einem Cent auf 25 Cent pro Aktie.

Finanzinvestoren bieten 10,7 Mrd. EUR für Recordati

Die Finanzinvestoren CVC Capital Partners und Groupe Bruxelles Lambert (GBL) legten ein Barangebot in Höhe von 51,29 Euro je Aktie des italienischen Pharmakonzerns Recordati (ISIN: IT0003828271, WKN: A0EABR) vor. Dies entspricht einer Bewertung von 10,7 Mrd. EUR. Die Investoren planen, Recordati nach der Übernahme von der Börse zu nehmen.

Visionary Copper and Gold erweitert Landpaket in Neufundland auf 300 km2

Visionary Copper and Gold (ISIN: CA9279521012, WKN: A41FV3) hat das Landpaket im Rahmen des Pt. Leamington-Projekts in Neufundland auf fast 300 km² erweitert. Max Porterfield, Präsident und CEO von Visionary, erklärte: "Durch die Erweiterung unseres regionalen Landpakets auf rund 30.000 Hektar erhält Visionary die Kontrolle über eines der am gründlichsten untersuchten – aber am wenigsten erkundeten – VMS-Gebiete im Zentrum Neufundlands."

ExxonMobil vor Rückkehr nach Venezuela

ExxonMobil (ISIN: US30231G1022, WKN: 852549) führt offenbar Gespräche über eine Rückkehr nach Venezuela und über einen neuen Erwerb von Rechten für die Ölproduktion. Dies berichtet die NYT. Venezuela besitzt laut der britischen Nichtregierungsorganisation Energy Institute 303 Milliarden Barrel Öl und somit 17 % der globalen Reserven. Vor rund zwei Jahrzehnten waren ausländische Unternehmen unter dem damaligen Machthaber Hugo Chávez enteignet worden.

Anthropic vor erstem operativen Quartalsgewinn

Anthropic erwartet im zweiten Quartal einen Umsatz von 10,9 Mrd. USD und damit doppelt so viel wie im Vorquartal. Dies berichten Medien unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person, die auf Zahlen verweist, die gegenüber Investoren offengelegt wurden. Demnach wird im zweiten Quartal ein operativer Gewinn von 559 Mrd. USD erwartet. Anthropic plant eine neue Finanzierungsrunde und strebt damit eine Bewertung von 900 Mrd. USD an.

Walmart mit 7 % Umsatzplus

Walmart (ISIN: US9311421039, WKN: 860853) meldete im letzten Quartal ein starkes Umsatzwachstum und erwartet aufgrund hoher Energiepreise auch weiterhin mehr Kunden. Der flächenbereinigte Umsatz des Einzelhändlers in den USA stieg in den drei Monaten bis zum 1. Mai um 4,1 %, der Nettoumsatz erhöhte sich um 7,3 % auf 177,8 Milliarden US-Dollar. Das Unternehmen beließ seine Finanzprognosen für das restliche Jahr weitgehend unverändert, woraufhin die Aktie deutlich nachgab.

Spotify ermöglicht KI-generierte Covertitel

Spotify (ISIN: LU1778762911, WKN: A2JEGN) ermöglicht seinen Kunden künftig die Erstellung KI-generierter Cover und Remixe von Songs. Dem Streamingdienst zufolge entsteht so eine zusätzliche Einnahmequelle für Künstler und Künstlerinnen und Songschreiber. Co-Chef Alex Norström sagte auf der ersten Investorenkonferenz seit vier Jahren in New York: "Heute treten wir in eine neue Phase ein: Generative KI beschleunigt die Produktion in einem bislang beispiellosen Tempo."

Unter der Lupe

Fair Isaak: Nach 50 % Korrektur und starken Zahlen wieder ein Kauf?

Die Fair Isaak (ISIN: US3032501047, WKN: 873369) Aktie hat sich seit ihrem Hoch Ende 2024 in etwa halbiert und notiert aktuell bei 1.288 USD. Im langfristigen Chart ist ein intakter Abwärtstrend zu sehen.

Und doch könnte das Papier des vor allem für seine FICO-Kreditscores bekannten Unternehmens einen Blick wert sein. Die Scores gelten als branchenweit anerkannte Benchmark zur Bestimmung der Kreditwürdigkeit von Privatkunden. Der Großteil von Umsatz und Gewinn entfällt auf das US-amerikanische Kreditscore-Geschäft.

Die jüngsten Quartalszahlen lagen deutlich über den Erwartungen. Der Gewinn pro Aktie erreichte 692 Mio. USD nach 499 Mio. USD im Vorjahr. Erwartet worden waren 630 Mio. USD. Das gute Ergebnis ist auf ein Wachstum der Hypothekeneinnahmen um 127 % zurückzuführen.

Morningstar-Analyst Rajiv Bhatia sieht den fairen Wert der Aktie bei 1.600 USD und damit fast ein Drittel über dem aktuellen Kurs. "FICO-Scores werden von einer Vielzahl von Akteuren im Hypothekenökosystem genutzt, die über Kreditgeber und Verbraucher hinausgehen, beispielsweise von Ratingagenturen (etwa für Kreditrisikotransfers), Hypothekenversicherern und Investoren in hypothekenbesicherte Wertpapiere (MBS)", skizziert er die Umsatzchancen.

Auch bestehe ein gewisser Burggraben gegenüber Konkurrenten wie VantageScore. So seien FICO-Scores und Vantage Scores nicht leicht austauschbar. Und selbst wenn Kreditgeber Vantage Scores verwendeten, würden auch weiterhin FICO Scores eingeholt.

Das zukunftsgerichtete KGV der Aktie liegt bei knapp 24 und damit ein Drittel niedriger als im 5-Jahres-Durchschnitt. Dividenden werden nicht ausgeschüttet. Allerdings gibt es eine Rückkaufsrendite von mehr als 6 %.

Die durch das Wall Street Journal befragten Analysten erwarten in den kommenden Jahren einen deutlichen Anstieg des Gewinns pro Aktie von rund 40 USD in diesem Jahr auf etwa 64 USD im Jahr 2028. Zwölf Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf.

Grafik der Woche

Die Trump-Regierung hofft, eine "neue Ära amerikanischer Innovation" einzuleiten, kommentierte Handelsminister Lutnick die jüngste Entscheidung, 2 Mrd. USD in neun Quantencomputer-Unternehmen zu investieren. Im Gegenzug erhält die Regierung unter anderem Beteiligungen. Das Geld fließt unter anderem an IBM (ISIN: US4592001014, WKN: 851399), Global Foundries (ISIN: KYG393871085, WKN: A3C6AF), D-Wave Quantum (ISIN: US26740W1099, WKN: A3DSV9), Rigetti Computing (ISIN: US76655K1034, WKN: A3DE3J) und Infleqtion (ISIN: US45676K1034, WKN: A422S8). Die Aktien der Unternehmen legten zum Teil deutlich zu.

Anleger können sich an dem Wettlauf um die Entwicklung von Quantencomputern beteiligen. Zu den ersten ETFs auf dem deutschen Markt für dieses Thema zählte der VanEck Quantum Computing UCITS ETF (ISIN: IE0007Y8Y157, WKN: A418QM), der es ziemlich genau ein Jahr nach seiner Auflegung auf ein AUM von 736,2 Mio. USD bringt. Der ETF bildet den MarketVector Global Quantum Leaders Total Return Net Index (MVQTMLTR) ab.

Investor Woche: NVIDIA mit Rekordumsatz, Anthropic vor schwarzen Zahlen, Spotify erlaubt KI-Remixe, Visionary Copper and Gold erweitert Landpaket in Neufundland

"Der VanEck Quantum Computing UCITS ETF ist der erste europäische ETF, der Anlegern Zugang zu einer der transformativsten Technologien unserer Zeit bietet. Obwohl erste Anwendungsfälle sichtbar werden, bleibt der kommerzielle Erfolg des Quantencomputings noch ungewiss. Das finanzielle Exposure kann sich somit auch auf verwandte Technologietreiber mit indirekter Wertschöpfung erstrecken", teilt VanEck dazu mit.

Ein Blick ins Portfolio zeigt: Rund zwei Drittel des Portfolios entfallen auf US-Aktien. Unter den Top-10-Positionen finden sich unter anderem IonQ (ISIN: US46222L1089, WKN: A3C4QT), Intel (ISIN: US4581401001, WKN: 855681), Nokia (ISIN: FI0009000681, WKN: 870737), D-Wave Quantum und Infineon (ISIN: DE0006231004, WKN: 623100).

Fun Fact

15 Mrd. USD mit Schneeballsystem OneCoin eingesammelt

Es sah aus wie ein Schneeballsystem, funktionierte wie ein Schneeballsystem und endete wie ein Schneeballsystem: 15 Mrd. USD hat die Juristin Ruja Ignatova zusammen mit Sebastian Greenwood ab 2014 mit der vorgeblichen Kryptowährung OneCoin ergaunert. OneCoin basierte auf Multi-Level-Marketing (MLM). Die Teilnehmer wurden dafür bezahlt, neue Investoren zu werben. Diese "investierten" in so bezeichnete Ausbildungspakete und Luxusevents. OneCoin wurde gezielt als der "Bitcoin-Killer" und die Zukunft des globalen Zahlungsverkehrs beworben, um Anleger mit der Angst, etwas zu verpassen (FOMO), zu ködern. Im Gegensatz zu seriösen Kryptowährungen wie Bitcoin gab es bei OneCoin keine dezentrale, echte Blockchain. Das System war von den Gründern zentral manipulierbar. Im Oktober 2017 flog die Hauptinitiatorin Ruja Ignatova nach Athen und ist seither unauffindbar. Sie steht weltweit auf der Liste der meistgesuchten Personen (u.a. beim FBI).

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