
Aktie stürzt ab: PayPals Krise verschärft sich mit dem nächsten Tiefschlag
Nach dem überraschenden CEO-Wechsel fällt die PayPal-Aktie auf den tiefsten Stand seit 2017. Schwache Zahlen und ein enttäuschender Ausblick verstärken die Sorgen um die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns.
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Die Aktie von PayPal (ISIN: US70450Y1038, WKN: A14R7U) hat nach mehreren Negativmeldungen deutlich an Wert verloren. Der Kurs fiel am Dienstag um rund 18 % auf etwa 43 USD - ein Niveau, das zuletzt 2017 erreicht wurde. Auslöser war eine Kombination aus enttäuschenden Quartalszahlen, einem schwachen Ausblick und dem überraschenden Rücktritt von CEO Alex Chriss nach nur zweieinhalb Jahren im Amt.
PayPal enttäuscht beim Ergebnis und der Prognose
Im vierten Quartal verfehlte PayPal die Erwartungen auf ganzer Linie. Der Gewinn pro Aktie lag mit 1,23 USD unter der Prognose von 1,29 USD. Auch beim Umsatz blieb das Unternehmen hinter den Analystenschätzungen zurück: 8,68 Mrd. USD statt erwarteter 8,79 Mrd. USD. Für das laufende Geschäftsjahr 2026 stellte das Unternehmen einen Ausblick vor, der deutlich unter dem Marktkonsens liegt. Die Analysten von Truist Securities stuften die Zahlen als "enttäuschenden Bericht" ein und bestätigten ihre Verkaufsempfehlung mit einem Kursziel von 58 USD. Gleichzeitig rechnen sie mit einem möglichen weiteren Kursrückgang in Richtung der "mittleren bis hohen 30er".
CEO-Wechsel verunsichert Investoren zusätzlich
Die Personalie an der Spitze sorgt zusätzlich für Irritationen: Alex Chriss wird zum 1. März durch Enrique Lores ersetzt, der bislang an der Spitze von HP stand. Übergangsweise übernimmt Jamie Miller, bislang Finanzchefin von PayPal, die Leitung. Miller räumte ein, dass die Einführung neuer Funktionen für Händler schwieriger verlaufen sei als erwartet. Auch sei es nicht gelungen, das Nutzerverhalten der rund 439 Mio. aktiven Kunden grundlegend zu verändern.
Analysten sehen strukturelle Schwächen
Neben den Zahlen und dem Managementwechsel rückt zunehmend ein tieferliegendes Problem in den Fokus: der Verlust von Marktanteilen. BTIG bleibt bei seiner neutralen Einschätzung und verweist auf stagnierendes Wachstum in PayPals wichtigem Segment der gebrandeten Zahlungen. Die Wachstumsrate lag zuletzt bei nur noch 1 % auf währungsbereinigter Basis - nach Jahren stabiler Zuwächse im mittleren einstelligen Bereich.
Trotz dieser Schwächen bleibt das Unternehmen profitabel. Laut Daten von InvestingPro liegt die Eigenkapitalrendite bei soliden 24 %, der Piotroski-Score erreicht den Maximalwert von 9, was auf eine robuste Bilanz hinweist. Dennoch bleibt das Sentiment negativ: Bei einer geschätzten Free-Cashflow-Rendite von 15 % im Geschäftsjahr 2026 erscheint die Aktie zwar günstig bewertet, aber das Vertrauen der Anleger ist erschüttert.
Der Ausblick bleibt trüb
PayPal steht unter massivem Wettbewerbsdruck - insbesondere durch Fintech-Konkurrenten wie Stripe oder Block, aber auch durch klassische Tech-Giganten, die den Zahlungsmarkt verstärkt ins Visier nehmen. Nach einem Kursverlust von über 41 % im Vorjahr war die Hoffnung groß, dass sich die Lage stabilisiert. Doch der aktuelle Einbruch und die Unklarheit über die künftige Ausrichtung lassen Zweifel aufkommen, ob PayPal wieder zur alten Stärke zurückfinden kann.