
US-Kupferoffensive: Arizona als Schlüssel für Rio Tinto, BHP, Gunnison Copper, Teck Resources, Prismo Metals und Co.
Die USA wollen ihre Abhängigkeit von Kupferimporten reduzieren. Arizona steht dabei im Zentrum der Strategie. Während Rio Tinto und BHP das Resolution-Projekt vorantreiben, startet Gunnison Copper eines der größten Bohrprogramme seiner Firmengeschichte.
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Kupfer entwickelt sich in den USA zunehmend zum strategischen Rohstoff. Der Ausbau von Stromnetzen, neue Rechenzentren, Elektromobilität und die Modernisierung der Industrie treiben den Bedarf nach oben. Gleichzeitig bleibt die Importabhängigkeit hoch. Nach Angaben des US Geological Survey mussten zuletzt rund 57 % des amerikanischen Kupferverbrauchs durch Importe gedeckt werden.
Arizona spielt in dieser Entwicklung eine Schlüsselrolle. Rund 70 % der amerikanischen Kupferproduktion stammen bereits heute aus dem Bundesstaat. Gleichzeitig liegen dort einige der größten noch unerschlossenen Kupfervorkommen Nordamerikas. Entsprechend aktiv präsentiert sich die Branche. Produzenten, Entwickler und Explorer investieren Milliardenbeträge, treiben Übernahmen voran und starten neue Bohrprogramme.
Resolution Copper als Gamechanger für US-Kupferproduktion
Im Mittelpunkt steht das Resolution-Copper-Projekt in Oak Flat. Das Joint Venture von Rio Tinto (ISIN: GB0007188757, WKN: 852147) und BHP Group (ISIN: AU000000BHP4, WKN: 850524) zählt zu den größten unerschlossenen Kupfervorkommen der Welt.
Nach jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen und regulatorischen Verzögerungen kommt das Projekt nun wieder voran. Allein in den kommenden zwei Jahren sollen rund 500 Mio. USD investiert werden. Nach Angaben des Unternehmens könnte Resolution künftig bis zu einem Viertel des amerikanischen Kupferbedarfs decken. Das abgebaute Kupfer soll vollständig innerhalb der USA verarbeitet werden. Rio Tinto verfügt mit der Kennecott-Anlage über eine der wenigen aktiven Kupferschmelzen des Landes und könnte damit große Teile der Wertschöpfungskette im Inland halten.
Arizona erlebt neuen Kupferboom
Der zunehmende Fokus auf die heimische Kupferversorgung hat zuletzt mehrere bedeutende Transaktionen ausgelöst.
Hudbay Minerals (ISIN: CA4436281022, WKN: A0DPL4) vereinbarte im Frühjahr die Übernahme von Arizona Sonoran Copper (ISIN: CA04058Q1054, WKN: A3C8MS). Mit dem Erwerb des Cactus-Projekts entsteht zusammen mit Hudbays Copper-World-Projekt eines der größten Kupferentwicklungsgebiete Nordamerikas. Ende April bündelten Kodiak Copper (ISIN: CA50012K1066, WKN: A2P2J9) und Teck Resources (ISIN: CA8787422044, WKN: 858265) ihre Aktivitäten auf zwei Kupferprojekten in Arizona. Die Projekte Mohave Copper und Copper Hill werden künftig über eine eigenständige, auf die USA ausgerichtete Gesellschaft weiterentwickelt. Teck beteiligt sich dabei als strategischer Partner an der Finanzierung und Exploration.
Neben den Übernahmen und Projekttransaktionen sorgen auch Explorer für neue Impulse. Prismo Metals (ISIN: CA74275G1072, WKN: A3DWS9) etwa arbeitet auf dem Silver-King-Projekt im historischen Pioneer Mining District. Die Liegenschaft befindet sich nur wenige Kilometer vom Resolution-Copper-Projekt entfernt. Das Unternehmen meldete zuletzt hochgradige Silberabschnitte von bis zu 4.811 g/t Silber und sieht Hinweise auf ein tieferliegendes Porphyr-Kupfersystem. Die jüngsten Kartierungsarbeiten bestätigten mehrere großflächige Alterationszonen, die typischerweise mit großen Kupferlagerstätten in Verbindung gebracht werden.
Die Aktivitäten zeigen, dass sich die Branche längst nicht mehr nur auf Großprojekte konzentriert. Vielmehr entsteht in Arizona ein ganzer Kupferdistrikt mit mehreren Produktions- und Entwicklungsprojekten.
Gunnison Copper startet riesiges Bohrprogramm
In diesem Umfeld treibt Gunnison Copper (ISIN: CA4028801088, WKN: A40TP4) die Entwicklung seines gleichnamigen Kupferprojekts voran. Anfang Juni schloss das Unternehmen eine Privatplatzierung über 34,5 Mio. CAD ab. Nur einen Tag später kündigte Gunnison den Start eines umfangreichen Bohrprogramms mit insgesamt 42.000 Metern an.
Das Programm bildet einen zentralen Baustein der laufenden Vor-Machbarkeitsstudie (PFS). Gleichzeitig sollen Ressourcen erweitert, bestehende Ressourcen in höhere Kategorien überführt und zusätzliche metallurgische Daten gewonnen werden. Für die Arbeiten veranschlagt das Unternehmen rund 15 Mio. USD. Erste Ergebnisse werden in den kommenden sechs Monate erwartet. Das komplette Programm soll innerhalb von zwölf bis fünfzehn Monaten abgeschlossen sein und gehört zu den umfangreichsten Explorations- und Entwicklungsmaßnahmen, die derzeit auf einem Kupferprojekt in Arizona laufen.
Arizona wird zum Hotspot für US-Kupferstrategie
Die Aktivitäten von Rio Tinto, BHP, Hudbay, Teck und Gunnison Copper zeigen, wie stark sich Arizona derzeit verändert. Während Resolution Copper die Basis für eine neue Großmine schaffen soll, arbeiten mehrere weitere Unternehmen an der Entwicklung zusätzlicher Projekte. Gleichzeitig entstehen neue Partnerschaften, Übernahmen und Explorationsprogramme. Für die USA ist diese Entwicklung von strategischer Bedeutung. Die Elektrifizierung der Wirtschaft, der Ausbau von Rechenzentren und die Modernisierung der Energieinfrastruktur werden den Kupferbedarf über Jahre hoch halten. Ohne zusätzliche heimische Produktion würde die derzeitige Importabhängigkeit bestehen bleiben.
Arizona entwickelt sich daher zunehmend zum Zentrum der amerikanischen Kupferstrategie. Milliardeninvestitionen bei Resolution Copper, die Übernahme von Arizona Sonoran durch Hudbay Minerals sowie neue Initiativen von Teck Resources oder etwa auch Kodiak Copper zeigen, wie stark sich die Branche auf den Bundesstaat konzentriert. Gunnison Copper positioniert sich dabei als einer der aktivsten Entwickler der Region. Die abgeschlossene Finanzierung und das nun gestartete 42.000-Meter-Bohrprogramm markieren die nächsten Schritte auf dem Weg zu einem bedeutenden Kupferplayer in der Region. Die kommenden Monate werden zeigen, welchen Beitrag das Projekt künftig zur amerikanischen Kupferversorgung leisten kann.



