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Rotation in SchwellenländerEmerging Markets ETFs haben eine asiatische Schlagseite

Das Anlegerinteresse an Schwellenländern bleibt hoch. Viele ETFs sind jedoch stark im asiatischen Raum gewichtet. Es gibt Möglichkeiten, dies zu umgehen.

von Verumo-Redaktion

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Titelbild: Chi Hung Wong / Unsplash

Im Zuge der Marktrotation der vergangenen Monate ist viel Geld in die Schwellenländer geflossen, wenngleich sich das Tempo zunächst abgeschwächt hat. Wie das Institute of International Finance mitteilte, investierten ausländische Investoren im Februar 21,7 Mrd. USD in Assets der Emerging Markets - nach 100,5 Mrd. USD im Januar und 45,5 Mrd. USD im Vorjahreszeitraum.

21,7 Mrd. USD Mittelzuflüsse in EM im Februar

Die Verlangsamung sei eher auf einen ungewöhnlich starken Jahresbeginn als auf eine fundamentalere Veränderung der Anlegerpräferenzen zurückzuführen, sagte Jonathan Fortun, leitender Ökonom beim IIF. "Die monatliche Verlangsamung ist am besten als Normalisierung nach einem Ausreißer im Januar zu verstehen."

Dieser Trend gilt für Zuflüsse sowohl in die Bond- als auch in die Aktienmärkte der Schwellenländer. Ausländische Investoren investierten im vergangenen Monat netto 14,3 Mrd. USD in Schwellenländeranleihen, während die Zuflüsse in Aktien von 28,0 Mrd. USD im Januar auf 7,4 Mrd. USD zurückgingen.

Die Zahlen beziehen sich auf die Zeit vor dem Kriegsausbruch im Iran. Seit der Eskalation des Konflikts haben viele Aktienmärkte in den Emerging Markets deutlich nachgegeben. Nicht wenige Anleger ziehen angesichts der im Vergleich zu den Industrieländern ohnehin niedrigeren Bewertungen ein Investment in Betracht - und landen dann oft beim MSCI World Emerging Markets, der durch verschiedene ETFs abgebildet wird.

Gegen ein Engagement in einen solchen ETF spricht prinzipiell nichts - solange Anlegern bewusst ist, dass es sich nicht um ein regional breit gestreutes Schwellenländerinvestment handelt. Warum, zeigt ein Blick ins Portfolio.

Asiatische Cluster in Emerging Market ETF

Der iShares MSCI EM UCITS ETF USD (Acc) etwa weist im Factsheet per Ende Februar folgende Aufteilung nach Regionen auf: 22,21 % Taiwan, 20,3 % China, 18,02 % Korea, 12,78 % Indien. Auf Mexiko entfallen demnach lediglich 1,96 % des Portfolios, auf Brasilien 2,36 % und auf Saudi-Arabien 2,53 %. Fast ein Viertel des Portfolios entfällt auf drei Aktien: TSMC, Samsung und Tencent.

Nicht besser sieht es beim Amundi Prime Emerging Markets UCITS ETF DR (C) aus, der den Solactive GBS Emerging Markets Large & Mid Cap USD Index abbildet. 24,49 % China, 21,88 % Taiwan, 18,28 % Korea und 13,24 % Indien entsprechen ebenfalls nicht den Anforderungen an eine breite regionale Streuung.

Der WisdomTree Emerging Markets Equity Income UCITS ETF verfolgt bei der Zusammensetzung einen etwas anderen Ansatz: Er setzt sich aus dividendenstarken Schwellenländeraktien zusammen, was den Anteil hoch bewerteter asiatischer Technologieunternehmen etwas senken sollte.

Nichtsdestotrotz ist im Portfolio ein asiatisches Übergewicht festzustellen: 23,15 % entfallen auf Taiwan, 22,16 % auf China und 3,88 % auf Südkorea. Unter den Schwergewichten im Portfolio sind z. B. China Construction Bank, MediaTek und China Merchants Bank.

Ex-Asia ETFs zur Steuerung des Asien-Anteils

Was also tun, um den Anteil asiatischer Aktien im Portfolio nicht zu hoch anzusetzen? Die einfachste Möglichkeit besteht darin, den asiatischen Anteil aktiv zu steuern und das für Emerging Markets vorgesehene Budget auf zwei Bereiche aufzuteilen: Einen ETF auf asiatische Schwellenmärkte und einen ETF, der diese ausschließt.

Im MSCI Emerging Markets ex Asia Index, der durch mehrere UCITS-konforme ETFs abgebildet wird, waren Ende Februar Brasilien mit 23,68 %, Südafrika mit 20,45 %, Saudi-Arabien mit 13,43 % und Mexiko mit 10,27 % die am stärksten vertretenen Länder.