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IndustriemetallePreise für Industriemetalle im Keller: So setzen Anleger auf Kupfer, Nickel & Co.

Langfristig rechnen fast alle Marktteilnehmer mit einem deutlichen Preisanstieg bei Industriemetallen. Bislang sind Kupfer und Co. jedoch noch sehr billig. Für Privatanleger ist dieses Marktsegment mittlerweile sehr einfach zugänglich.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 6 min
Titelbild: Photovs / 123RF

Wichtiger Rohstoffindex gibt deutlich nach

Der Bloomberg Commodity Index (BCOM) ist einer meisten beachteten Rohstoffindizes. Vor ziemlich genau einem Jahr – am 10. Juni 2022 – markierte der Index ein Allzeithoch bei 135,43. Das Hoch stellte zugleich das Ende des seit April 2020 laufenden Aufwärtstrends da – der durch dem Kriegsausbruch in der Ukraine zusätzlich befeuert wurde.

Danach setzt jedoch allen Befürchtungen im Hinblick auf weiter steigende Rohstoffpreisen zum Trotz ein deutlicher Rückgang bis auf 100 Punkte ein. Der Abwärtstrend ist weiter intakt. Aktuell notiert der Index bei knapp 104 Punkten.

Der BCOM basiert auf 20 verschiedenen Terminkontrakten. Energie und Getreide sind ebenso enthalten wie Industriemetalle, Lebendvieh, Gold und Silber.

Deutlich kleiner gefasst ist der Subindex für Industriemetalle. Der Bloomberg Industrial Metals Index basiert auf Alu, Kupfer, Nickel und Zink. Dieser Subindex hatte am 11. März 2022 ein Allzeithoch bei 230,32 Punkten markiert. Danach stürzte der Markt regelrecht zusammen. Bereits am 15. Juli 2022 war der Metallindex auf 140,3 Punkte gefallen. Der aktuelle Kurs liegt knapp über diesem Niveau.

Industriemetalle leiden unter Konjunkturschwäche

Die Entwicklung hat viele Anleger überrascht. Metalle gelten als entscheidender Zukunftsmarkt. Kupfer etwa wird für nahezu alles benötigte, für das der Begriff der Energiewende steht: Stromnetze, Batterien, Windkraftanlagen und Solarzellen.

Ähnlich verhält es sich bei Nickel: Der Rohstoff wird dringend für die den Dekarbonisierung benötigt - so dringend, dass beim wichtigen Rohstoffexporteur Indonesien derzeit ein erfolgreiches IPO nach dem anderen gefeiert wird.

Doch der langfristige Optimismus IM Hinblick auf Metalle resultiert nicht nur aus der steigenden Nachfrage, sondern konzentriert sich zunehmend auf das knappe Angebot. Immer weniger erzreiche Vorkommen werden erschlossen. In vielen wichtigen Abbauländern Südamerikas wachsen die politischen Unsicherheiten. Gleichzeitig blickt die Branche auf eine lange Zeit von Unterinvestitionen zurück. S&P Global etwa schätzte kürzlich, dass spätestens 2027 ein Kupfermangel eintritt – und dann auch sehr lange bestehen bleiben kann. Die Citibank rechnet damit, dass der Preis bereits bis zum Jahr 2020 um 50 % könnte.

Wie kann es inmitten all dieser bullishen Prognosen zu einer solchen Baisse kommen? Hauptgrund ist die lahmende Weltkonjunktur. Europa, die USA und China wachsen derzeit sehr langsam bzw. befinden sich in einer Rezession. Dadurch sinkt die Nachfrage aus der Industrie.

Über ETCs in Industriemetalle investieren

Doch das muss nicht so bleiben. Im Fall einer anziehenden Konjunktur könnte auch die Nachfrage nach Kupfer und Co. sehr rasch ansteigen – und auf ein nach oben hin begrenztes Angebot treffen. Bei Rohstoffen dient der Marktpreis stärker noch als bei reinen Finanzassets wie Aktien als Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage. Ein Nachfragerückgang kann deshalb sehr rasch zu sehr stark steigenden Preisen führen – wie es etwa im Frühjahr des vergangenen Jahres für mehrere Metalle zu beobachten war.

Anleger können in Industriemetalle investieren. Dazu stehen klassische Zertifikate, aber auch börsengehandelte Rohstoffe (Exchange Traded Commodities, ETCs) zur Verfügung. Im Unterschied zu einem Zertifikat gibt es hier zumeist eine bessere Besicherung. Die Produkte bilden Indices wie den Bloomberg Industrial Metals Subindex ab. Auch ETCs auf einzelne Metalle wie Aluminium oder Nickel sind erhältlich.

Wie funktionieren Metall-ETCs?

Wie ein Metall ETC funktionieren kann, zeigt der Blick auf das beispielhaft ausgewählte Papier von Wisdom Tree auf Nickel (ISIN: DE000A0KRJ44, WKN: A0KRJ4). Es handelt sich um eine voll besicherte Inhaberschuldverschreibung.

Im Portfolio befinden sich von Staatsanleihen aus den USA und einigen europäischen Ländern. Die Wertentwicklung des Nickelmarktes vollzieht der ETC über ein Swapgeschäft nach. Anleger müssen eine jährliche Managementgebühr in Höhe von 0,49 % pro Jahr zahlen, die direkt vom Kurs abgezogen wird. Außerdem gibt es eine tägliche Swapgebühr in Höhe von 0,001233 %. Der ETC bezieht sich auf den Bloomberg Nickel Sub Total Return Index (BCOMNITR). Steigt dieser um 1 %, steigt auch der ETC vor Abzug von Gebühren um 1 %.

Neben den Managementgebühren sollten Anleger bei Rohstoffinvestments auch die Rollkosten beachten. Die Position muss regelmäßig gerollt werden. Dabei werden demnächst fällige Futures durch neue Kontrakte mit längerer Laufzeit ersetzt. Die länger laufenden Futures sind im Normalfall (Contango) teurer.

Dadurch erleiden Kleinanleger bei jedem Rollvorgang einen gewissen Wertverlust. In bestimmten Marktsituationen – etwa, wenn Metalle besonders knapp sind – kann sich jedoch eine Backwardation Situation einstellen. Dann kommt es durch Rollvorgänge zu einem Wertzuwachs.

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