
Kryptowährungen: Federal Reserve gewährt Kraken Masterkonto - Perpetual Futures im Anmarsch?
Krypto erfährt Rückendeckung aus Washington: Kraken erhält ein Masterkonto bei der Fed, Donald Trump fordert einen Deal mit Banken bei der Stablecoin-Regulierung und der neue CFTC-Vorsitzende Selig spricht sich für Perpetual Krypto Futures aus.
Lesezeit 5 min
Die Kryptobörse Kraken erhält Zugang zu den zentralen Zahlungssystemen der US-Notenbank Federal Reserve. Wie das Unternehmen mitteilte, wurde der in Wyoming ansässigen Kraken Financial Bank ein Masterkonto bei der Notenbank eingerichtet. "Damit ist Kraken Financial die erste Digitalbank in der Geschichte der USA, die direkten Zugang zur Zahlungsinfrastruktur der Federal Reserve erhält", heißt es in der Mitteilung.
"Agieren als direkt angeschlossenes Finanzinstitut"
Arjun Sethi, Co-CEO von Payward und Kraken, erläutert: "Mit einem Masterkonto bei der Federal Reserve können wir nicht mehr als peripherer Teilnehmer am US-Bankensystem agieren, sondern als direkt angeschlossenes Finanzinstitut."
Er sieht das Masterkonto als Meilenstein auf einem noch viel ambitionierteren Weg: "Mit der Zeit könnte diese Architektur die atomare Abwicklung zwischen Fiat- und Kryptowährungen, institutionelles Cash-Management in Verbindung mit der Verwahrung digitaler Vermögenswerte sowie programmierbare Finanzprodukte innerhalb eines vollständig regulierten Rahmens ermöglichen."
Über das Masterkonto bei der Federal Reserve kann Kraken Financial direkt auf zentrale US-Zahlungssysteme wie Fedwire zugreifen, ohne auf zwischengeschaltete Banken angewiesen zu sein. Auch deshalb spricht sich die Bankenbranche gegen den Zugang von Kryptounternehmen zu den Zahlungssystemen der Notenbank aus.
"Der Zugriff auf Zentralbankkonten kann auch ein erhebliches Risiko für einzelne Reservebanken, für das US-Zahlungssystem und seine Teilnehmer sowie für die Finanzstabilität darstellen", warnten das Bank Policy Institute, das Financial Services Forum und die Clearing House Association in einem Brief im Februar.
Die Federal Reserve Bank von Kansas City teilte mit, dass das eingerichtete Konto zweckgebunden und mit einer anfänglichen Laufzeit von einem Jahr ausgestattet sei "Dieses Konto beinhaltet Beschränkungen und Auflagen, die auf das Geschäftsmodell und das Risikoprofil von Kraken Financial zugeschnitten sind und dazu dienen, die in den Richtlinien identifizierten Risiken zu mindern", heißt es in der Mitteilung der Zentralbank.
Trump fordert Deal bei Genius Act
Kraken Financial ist als Special Purpose Depository Institution (SPDI) des Bundesstaates Wyoming zugelassen. Der US-Bundesstaat hatte die Lizenz 2025 erteilt, woraufhin die Kryptobörse ihren Sitz nach Wyoming verlegte. Von dort stammt Senatorin Cynthia Lummis, die zu den größten Fürsprechern von Kryptowährungen in Washington zählt und in ihrem Heimatstaat kryptofreundliche Maßnahmen vorangetrieben hat.
Unterstützung erhält die Branche auch einmal mehr durch US-Präsident Donald Trump. Dieser schrieb am späten Dienstag auf Truth Social: "Der Genius Act wird von den Banken bedroht und untergraben, und das ist inakzeptabel - wir werden das nicht zulassen."
Der Genius Act ist ein entscheidendes Gesetz zur Regulierung von Stablecoins. Zwischen der Kryptoindustrie und der Bankenbranche ist ein Streit entbrannt: Banken wollen verhindern, dass Kryptounternehmen gestattet wird, Zinsen auf Stablecoins zu zahlen.
Die Institute warnen, dass dadurch Einlagen in Kryptowährungen abfließen und dadurch das Finanzsystem bedroht werden könnte. Die im Januar anstehende Überprüfung des Gesetzes durch den Senatsausschuss wurde abgesagt, nachdem die Krypto-Börse Coinbase (ISIN: US19260Q1076, WKN: A2QP7J) die Unterstützung versagt hatte.
Neuer CFTC Vorsitzender Selig plädiert für Perpetual Krypto Futures
Trump hat zudem Mike Selig zum CFTC Vorsitzenden ernannt, der kurz vor Weihnachten vereidigt worden war. Selig hat sich für Krypto-Perpetual-Futures, unbefristete Terminkontrakte auf Kryptowährungen, ausgesprochen." Die Biden-Regierung hat Krypto-Unternehmen und Liquidität ins Ausland verlagert, darunter auch die Märkte für Perpetual Futures", kritisierte er am späten Dienstagabend auf X. "Wir müssen Perpetual Futures zurück in die USA holen und arbeiten daran, sie bald hier zu haben."