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Investor WocheWalt Disney enttäuscht, Vodafone und Telekom erhöhen Dividende, Siemens Energy erhöht Prognose

Walt Disney gibt nach enttäuschenden Zahlen im Filmgeschäft nach, SoftBank stößt Beteiligung an NVIDIA zugunsten OpenAI ab. Vodafone, Telekom, Merck, Eon und Siemens Energy legen solide Zahlen vor, Bayer steigert neben Gewinn auch Rückstellungen. Albemarle profitiert vom neuen Wind auf Lithiummarkt.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 10 min
Titelbild: picture alliance / ZUMA Wire / Wang Ying / Xinhua

Marktentwicklung

Vor allem in der zweiten Wochenhälfte gaben die Märkte nach: Der NASDAQ-100 notierte am frühen Freitagnachmittag um 24.600 Punkte, S&P 500 und DAX lagen nach einem zwischenzeitlichen Anstieg auf Wochensicht ebenfalls leicht im Minus. Der Goldpreis behauptet die Marke von 4.000 USD, Bitcoin rutscht deutlich unter 100.000 USD.

Top Meldungen

Walt Disney verfehlt Umsatzerwartungen und enttäuscht mit Filmgeschäft

Trotz der Ankündigung von höherer Dividende und Aktienrückkäufen gab die Walt Disney (ISIN: US2546871060, WKN: 855686) Aktie nach. Das Unternehmen meldete für das vierte Quartal einen bei 22,5 Mrd. USD stagnierenden Umsatz und verfehlte damit die Erwartungen der Analysten (22,8 Mrd. USD). In der Filmsparte fiel ein operativer Verlust von 52 Mio. USD an. Insgesamt wurde ein Nettogewinn von 1,4 Mrd. USD erreicht, was den Wert des Vorjahresquartals (564 Mio. USD) übertraf. Der bereinigte Gewinn pro Aktie lag mit 1,11 USD über den Erwartungen der Analysten.

SoftBank stößt Beteiligung an NVIDIA ab

Die SoftBank Group (ISIN: JP3436100006, WKN: 891624) verkauft ihre gesamte Beteiligung am Chiphersteller Nvidia (ISIN: US67066G1040, WKN: 918422) für 5,8 Mrd. USD um massive Investitionen in künstliche Intelligenz, einschließlich OpenAI, zu finanzieren. SoftBank verkaufte zudem einen Teil seiner Anteile am US-Telekommunikationsunternehmen T-Mobile für 9,2 Mrd. USD. Richard Windsor, Technologieanalyst bei Radio Free Mobile, kommentierte, das Unternehmen sei "aus einer relativ sicheren KI-Investition ausgestiegen" und habe alles auf ein Vorhaben gesetzt.

Vodafone mit erster Dividendenerhöhung seit sieben Jahren

Vodafone (ISIN: GB00BH4HKS39, WKN: A1XA83) will die Dividende bis zum Ende des laufenden Geschäftsjahres um 2,5 % erhöhen und eine "progressive Dividendenpolitik" verfolgen. Es ist die erste Dividendenerhöhung seit sieben Jahren. Das Unternehmen will die obere Grenze seiner Gewinn- und Cashflow-Prognose erreichen, da die Serviceumsätze auf dem deutschen Markt wieder wachsen. Angestrebt wird ein EBITDA von 11,3 bis 11,6 Mrd. EUR und ein bereinigter Cashflow von 2,4 bis 2,6 Mrd. EUR. Der Gesamtumsatz stieg im ersten Halbjahr um 7,3 % auf 19,6 Mrd. EUR, der operative Gewinn sank aufgrund von Belastungen im Zusammenhang mit der Fusion von Three UK um 9,2 % auf 2,2 Mrd. EUR.

Merck liegt beim Gewinn über den Erwartungen

Der Pharma- und Technologiekonzern Merck (ISIN: DE0006599905, WKN: 659990) hat im dritten Quartal die Erwartungen übertroffen. Das bereinigte operative Ergebnis stieg um gut 3 % auf 1,67 Mrd. EUR. Analysten hatten im Schnitt 1,56 Mrd. EUR erwartet. Der Umsatz legte um 1 % auf 5,3 Mrd. EUR zu.

Der Konzern rechnet nun mit einem Umsatz zwischen 20,8 und 21,4 Mrd. EUR und einem bereinigten Ergebnis von 6,0 bis 6,2 Mrd. EUR. Bislang waren ein Umsatz von 20,5 bis 21,7 (Vorjahr: 21,2) Mrd. EUR und ein Ergebnis von 5,9 bis 6,3 (6,1) Mrd. EUR erwartet worden.

Deutsche Telekom erhöht Dividende und kündigt Aktienrückkäufe an

Die Deutsche Telekom (ISIN: DE0005557508, WKN: 555750) will für 2025 eine Dividende von 1 EUR pro Aktie auszahlen (Vorjahr: 0,90 EUR), was der höchsten Ausschüttung der Konzerngeschichte entspricht. Im dritten Quartal steigerte die Telekom den Umsatz organisch um 3,3 % auf 28,9 Mrd. EUR. Aufgrund des starken US-Geschäfts rechnet das Unternehmen nun mit einem bereinigten operativen Ergebnis von 45,3 Mrd. EUR und einem freien Cashflow von 20,1 Mrd. EUR.

Eon bestätigt Gewinnprognose

Eon (ISIN: DE000ENAG999, WKN: ENAG99) konnte in den ersten neun Monaten des Jahres das bereinigte EBITDA um 10 % auf 7,4 Mrd. EUR steigern, der bereinigte Überschuss stieg um 4 % auf 2,3 Mrd. EUR. Die Prognosen wurden bekräftigt: Demnach wird für das Gesamtjahr ein bereinigtes EBITDA zwischen 9,6 und 9,8 Mrd. EUR erwartet. Im Geschäftsfeld Netze stieg der operative Gewinn um 18 % auf 5,6 Mrd. EUR.

Bayer steigert operativen Gewinn und Vorsorge für Rechtslasten

Der bereinigte operative Gewinn von Bayer (ISIN: DE000BAY0017, WKN: BAY001) stieg von Juli bis September um 20,8 % auf 1,51 Mrd. EUR. Der Umsatz sank indes um 3 % auf 9,66 Mrd. EUR. Der Konzern rechnet unverändert mit einem Umsatz von 46 bis 48 Mrd. EUR sowie einem bereinigten operativen Gewinn von 9,7 bis 10,2 Mrd. EUR. Allerdings mussten auch die Rückstellungen im Zusammenhang mit Glyphosat und die Chemikalie PCB erhöht werden. Für das Gesamtjahr rechnet der Konzern nun mit Sonderbelastungen von minus 4,0 bis minus 3,5 Mrd. EUR nach zuvor 3,5 bis 2,5 Mrd. EUR.

Siemens Energy erhöht Prognose

Siemens Energy (ISIN: DE000ENER6Y0, WKN: ENER6Y) meldete für das Geschäftsjahr 2024/25 einen Umsatzanstieg um 15 % auf 39 Mrd. EUR. Das Dax-Unternehmen hat inzwischen einen Rekordauftragsbestand von 138 Mrd. EUR angehäuft. Der Gewinn legte von 1,3 Mrd. EUR auf 1,7 Mrd. EUR zu. Für das kommende Jahr ist ein Umsatzanstieg um 13 % und ein Gewinn von 3-4 Mrd. EUR geplant.

Unter der Lupe

Albemarle: Gewinner des Turnarounds am Lithiummarkt?

Der Kurs der Albemarle (ISIN: US0126531013, WKN: 890167) Aktie spiegelt die Achterbahnfahrt am Lithiummarkt wider. Einer der weltweit größten Hersteller des Batteriemetalls wurde noch Anfang 2023 zu 285 USD gehandelt. Aktuell kostet die Aktie weniger als 115 USD. Das Papier hat sich technisch gesehen nach einem langen Abwärtstrend stabilisiert und das letzte Hoch vom November 2024 übertroffen, was eine Konsolidierung oder sogar Trendwende andeuten könnte.

Das Unternehmen ist ein vollintegrierter Lithiumproduzent und deckt die Wertschöpfungskette von der Mine bis zur Raffinerie ab. Zu den Assets gehören Salzsolevorkommen in Chile und den USA sowie zwei Hartgesteinsminen in Australien, die beide als Joint Ventures betrieben werden und im unteren Bereich der globalen Kostenkurve liegen. Das Unternehmen betreibt Lithiumraffinerien in Chile, den USA, Australien und China.

Der Lithiumpreis könnte seinen Boden gefunden haben - sicher ist das noch nicht. Dennoch: Das bereinigte EBITDA von Albemarle stieg im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahr, da durch Einsparungen gesenkte Produktionskosten die niedrigeren Lithiumpreise mehr als ausglichen.

Sinnvolle Bewertungskennzahlen lassen sich in der aktuellen Geschäftslage kaum anführen: Albemarle wird mit dem etwa 27-fachen EBITDA bewertet, das KBV liegt bei 1,75.

Klar ist: Bleibt der Lithiummarkt schwach, wird auch Albemarles Geschäft dauerhaft dadurch belastet. Im Fall einer Erholung des Marktes wäre das Unternehmen jedoch aufgrund seiner Größe, den kostengünstigen Rohstoffen und auf Eis gelegten Projekten gut positioniert. "Sobald sich die Preise erholen, gehen wir davon aus, dass Albemarle seine Abbau- und Raffineriekapazitäten hauptsächlich durch Brownfield-Erweiterungen bestehender Anlagen ausbauen wird", schrieb Morningstar-Analyst Seth Goldstein Anfang November. Morningstar taxiert den fairen Wert der Aktie auf 200 USD. Die durch das Wall Street Journal befragten Analysten geben im Median ein Kursziel von 100 USD an: Albemarle ist eine Wette auf eine Erholung des Lithiummarktes.

Chart der Woche

Sicherheit, die keine ist

Es gibt fast keine Kennzahl zur Bewertung von Aktienmärkten, die den Markt derzeit nicht im deutlich überbewerteten Bereich sieht. Und es gibt fast keinen Tag, an dem nicht laut und eindringlich vor dieser Überbewertung gewarnt wird. Doch: Was ist die Alternative? Staatsanleihen sind angesichts der horrenden Verschuldung ebenfalls riskant, Gold und Bitcoin weit gelaufen, Immobilien in weiten Teilen ebenso teuer wie der Aktienmarkt. Bliebe noch: Cash. Das rettende Ufer der Liquidität ist allerdings ein teurer Freund: Wer lange Cash hält, verliert permanent an Kaufkraft. Seit Mitte der 1990er Jahre hat etwa der USD mehr als 50 % seiner Kaufkraft verloren. Aus 100 USD wurden kaufkraftbereinigt rund 47 USD. Anders im S&P 500: Mehr als 870 % Rendite erzielte der Leitindex im selben Zeitraum - inflationsbereinigt versteht sich. Das Sicherheitsversprechen der Seitenlinie erscheint so ausgesprochen teuer.

Investor Woche: Walt Disney enttäuscht, Vodafone und Telekom erhöhen Dividende, Siemens Energy erhöht Prognose
Bildquelle: https://bilello.blog/2025/the-week-in-charts-11-13-25

Fun Fact

Kleopatra lebte näher an ChatGPT als an den Pyramiden

Die berühmte ägyptische Königin Kleopatra lebte von 69 v. Chr. bis 30 v. Chr. und gilt als Inbegriff der Schönheit und Verführungskunst. Zu ihren Geliebten zählten Julius Cäsar und (nach dessen Ermordung) Marcus Antonius. Nicht nur dank der Abenteuer von Asterix und Obelix ist ihr Name eng mit den Pyramiden verbunden. Und doch liegt das Leben und Wirken Kleopatras näher an ChatGPT, das 2052 nach ihrem Tod auf den Markt kam, als an der Fertigstellung der Cheopspyramide um 2.560 v. Chr.

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