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Investor WocheUS-Arbeitsmarkt stark, deutsche Konjunktur schwach, Gunnison Copper sucht neue Bohrziele, Toyota mit weniger Umsatz, Commerzbank baut Stellen ab

Viele neue Stellen in den USA erweitern den Fed-Spielraum, während die deutsche Konjunktur unter Druck bleibt. Amazon öffnet sein Logistiknetzwerk für Drittunternehmen, die Commerzbank setzt zur Abwehr der Unicredit auf Entlassungen. Gunnison Copper sucht in Arizona nach neuen Bohrzielen, Firefox Gold erweitert Goldmineralisierungen in Lappland. Toyota leidet unter dem Iran-Krieg, CoreWeave unter hohen KI-Investitionen.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 10 min
Titelbild: picture alliance / Zuma Press Wire / Kenneth Martin

Marktentwicklung

Eine freundliche Woche neigt sich dem Ende zu. Der NASDAQ-100 legte in dieser Woche um fast 5 % zu, der S&P 500 konnte 2,3 % gewinnen. Der DAX notierte 0,3 % höher als zum Wochenauftakt. Der Ölpreis gab deutlich nach: WTI rutschte wieder unter 100 USD. Gold konnte dagegen wieder leicht zulegen.

US-Arbeitsmarkt mit 115.000 neuen Stellen über den Erwartungen

Die US-Wirtschaft hat im April 115.000 neue Stellen geschaffen und damit die Analystenschätzungen von 55.000 deutlich übertroffen. Die Arbeitslosenquote verharrte stabil bei 4,3 %. Zuwächse in den Sektoren Gesundheit, Einzelhandel und Logistik glichen Stellenstreichungen in der Industrie und IT aus. Trotz des Iran-Kriegs und steigender Energiekosten bleibt der Arbeitsmarkt resilient, was der US-Notenbank Fed Spielraum gibt, die Zinspause vorerst beizubehalten.

Deutsche Konjunktur bleibt unter Druck

Trotz eines deutlichen Auftragszuwachses von 5,0 % meldet das Statistische Bundesamt für den März einen Produktionsrückgang im produzierenden Gewerbe um 0,7 %. Besonders der Maschinenbau (-2,7 %) und die Energieerzeugung (-4,0 %) belasteten das Ergebnis, während Bau und Automobilindustrie leichte Zuwächse verzeichneten. Die Exporte leiden unter der geopolitischen Unsicherheit am Persischen Golf sowie den Folgen US-Handelspolitik. Die Ausfuhren in die USA brachen im Vorjahresvergleich um 21,4 % ein, die Exporte nach China sanken um 1,8 %.

Gunnison Copper schließt radiografische Untersuchung in Arizona ab

Gunnison Copper CA4028801088A40TP4 hat eine luftgestützte Vermessung seines Konzessionsgebiets im Cochise Mining District erfolgreich beendet. Unter Einsatz der Georadiotomografie-Technologie von Lunasonde wurde eine detaillierte Kartierung des Untergrunds vorgenommen. Ziel der Maßnahme ist die Identifizierung potenzieller kupferhaltiger Strukturen mit dem Ziel, Bohrziele zu generieren. Die Datenverarbeitung läuft bereits, erste Ergebnisse werden in Kürze erwartet. Dieses Programm soll neue Explorationsmöglichkeiten erschließen und die potenzielle Ressourcenerweiterung im gesamten Bergbaurevier Cochise unterstützen.

FireFox Gold meldet Ausweitung der Goldmineralisierung bei Mustajärvi

FireFox Gold CA31816R8369A419WJ gab positive Bohrergebnisse von seinem Vorzeigeprojekt in Nordfinnland bekannt. Die jüngsten Explorationsarbeiten bestätigten eine tiefere Mineralisierung in der Northeast Zone sowie eine Erweiterung der East Zone.

Die Bohrungen von FireFox wurden auch in die Lücke zwischen der Ost- und der Nordostzone ausgedehnt. Eine Bohrung stieß auf eine über 6,0 Meter mächtige, halbmassive bis massive, pyritmineralisierte Quarzbrekzie, die unmittelbar unter einer dünnen glazialen Deckschicht beginnt. Solche Quarz-Pyrit-Brekzien enthalten im Projektgebiet Mustajärvi häufig signifikante Goldgehalte. Analyseergebnisse liegen allerdings noch nicht vor.

Toyota prognostiziert Ergebnisrückgang infolge geopolitischer Spannungen

Toyota JP3633400001853510 rechnet für das Geschäftsjahr 2026/27 mit einem Rückgang des operativen Gewinns um rund 20 % auf 3 Billionen Yen. Belastend wirken vor allem steigende Rohstoffkosten und Lieferengpässe durch den Iran-Krieg, die der Konzern mit rund 670 Milliarden Yen beziffert. Trotz stabiler Produktionszahlen verfehlen Umsatz- und Gewinnprognosen die Markterwartungen deutlich. Damit steht der weltgrößte Autobauer das dritte Jahr in Folge vor schrumpfenden Erträgen.

CoreWeave trotz KI-Boom und Rekordauftragsbestand unter Druck

CoreWeave US21873S1087A413X6 konnte den Quartalsumsatz auf 2,08 Mrd. Dollar mehr als verdoppeln, enttäuschte jedoch mit einem operativen Verlust von 144 Mio. Dollar, womit die Erwartungen von 133 Mio. Dollar verfehlt wurden. Trotz eines Auftragsbestands von fast 100 Mrd. Dollar belasteten die hohen Investitionen in die Infrastruktur und eine schwache Umsatzprognose für das zweite Quartal die Aktie, die zeitweise fast 10 % nachgab. Der Nvidia-Partner finanziert den massiven Ausbau seiner Rechenzentren zunehmend über komplexe Kapitalmarkttransaktionen, bei denen hochwertige KI-Chips als Besicherung für neue Kredite dienen.

Commerzbank setzt auf Stellenabbau zur Abwehr von UniCredit-Übernahme

Commerzbank DE000CBK1001CBK100 plant die Streichung von rund 3.000 Stellen bis zum Ende des Jahrzehnts, um die Profitabilität als eigenständiges Institut zu sichern. Das neue Strategiekonzept sieht vor, den Nettogewinn bis 2030 auf 5,9 Mrd. Euro nahezu zu verdoppeln. Mit diesen Zielen reagiert CEO Bettina Orlopp auf die aggressive Übernahmeabsicht der italienischen UniCredit, die bereits rund 30 % der Anteile kontrolliert. Während UniCredit deutlich drastischere Einschnitte und höhere Renditeziele in Aussicht stellt, warnt die Commerzbank-Führung vor erheblichen Umsetzungsrisiken und einem mangelnden Übernahmeaufschlag für die Aktionäre.

Amazon öffnet Logistiknetzwerk für externe Unternehmen

Amazon US0231351067906866 weitet sein Logistikgeschäft massiv aus und bietet unter dem Namen "Amazon Supply Chain Services" seine globale Infrastruktur nun auch Unternehmen an, die nicht auf dem eigenen Marktplatz verkaufen. Das Ziel ist es, die physische Logistik nach dem Vorbild von AWS zu einer universellen Service-Plattform zu entwickeln. Damit tritt Amazon in direkten Wettbewerb mit etablierten Logistikriesen wie DHL oder Kühne + Nagel. Das Unternehmen nutzt dafür seine führende Position als größter Paketdienstleister der USA und seinen technologischen Vorsprung in der Nachfrageprognose, um einen Anteil am globalen 1,3-Billionen-Dollar-Markt für Drittanbieter-Logistik (3PL) zu gewinnen.

Unter der Lupe

Lockheed Martin: Akkumulations-Chance im Verteidigungssektor?

Die Lockheed Martin US5398301094894648 Aktie hat seit ihrem Hoch Ende März knapp 25 % abgegeben. Der Aktienkurs des in Maryland ansässigen Sicherheits- und Luftfahrtunternehmens befindet sich bei knapp 510 USD im unteren Bereich des langfristigen, seit 2013 laufenden Aufwärtstrends. Eine Einstiegsgelegenheit?

Die Zahlen für das erste Quartal fielen eher schwach aus: Der Gewinn pro Aktie ging aufgrund von Unterbrechungen der Lieferkette und Programmverzögerungen um 11,5 % zurück. Morningstar senkte den fairen Wert der Aktie daraufhin von 660 USD auf 640 USD, was eine Unterbewertung um 25 % nach den Modellen des Hauses impliziert.

Dennoch bleiben die Analysten von Lockheed Martin überzeugt und glauben, "dass der Kursrückgang Anlegern die Möglichkeit bietet, die Aktie dieses wettbewerbsstarken Rüstungsriesen mit einem attraktiven Abschlag zu erwerben", wie Analyst Nicolas Owens diese Woche in einem Bericht notierte.

"Lockheed Martin profitiert zweifellos von der schieren Größe seiner milliardenschweren Verteidigungsaufträge, die über Jahrzehnte hinweg gesicherte Einnahmen und Gewinne generieren. Wir sind der Ansicht, dass Lockheeds Engagement im F-35-Programm, bei Hyperschallraketen und der Militarisierung des Weltraums gut zu den im US-Verteidigungshaushalt priorisierten Ausgabenbereichen passt", sagt Owens.

SeekingAlpha Analyst Burak Kaan Yilmaz pflichtet Owens bei und betont, der Auftragsbestand in Höhe von 186,4 Milliarden US-Dollar und das starke Wachstum im Segment Raketen- und Feuerleitsysteme sowie Raumfahrt untermauerten die langfristige Umsatzprognose und die strategische Positionierung. Er sieht die aktuelle Schwäche deshalb als langfristige Akkumulationschance.

Analysten an der Wall Street erwarten in den kommenden Jahren moderat steigende Gewinne: Von 29,85 USD pro Aktie in diesem Jahr auf 33,25 USD im Jahr 2028. Sechs der durch das Wall Street Journal befragten Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf (bei 3x overweight, 16x hold und 1x sell).

Grafik der Woche

Preisverfall am Diamantenmarkt: Das stille Ende der Unvergänglichkeit

Der Rohstoffmarkt erfährt seit Jahren einen Aufschwung: Gefragt sind vor allem Edelmetalle wie Gold als sicherer Hafen für stürmische Zeiten. Diamanten dagegen - lange in Symbol für Unvergänglichkeit - leiden unter einem dramatischen Preisverfall. Gemessen am Bloomberg Diamond Price Index sind die Preise in den letzten gut vier Jahren um 60 % gesunken. Ein Ende des Preisverfalls? Nicht absehbar.

Investor Woche: US-Arbeitsmarkt stark, deutsche Konjunktur schwach, Gunnison Copper sucht neue Bohrziele, Toyota mit weniger Umsatz, Commerzbank baut Stellen ab

Der Bloomberg Diamond Price Index (DIAMINDX) ist ein Benchmark-Index, der die Preisentwicklung für geschliffene Diamanten im Großhandel abbildet. Da Diamanten keine homogenen Güter sind, nutzt der Index eine gewichtete Durchschnittsberechnung über verschiedene Kategorien hinweg. Der Index basiert auf Daten von großen Handelsplattformen und Preislisten.

Wie konnte es dazu kommen? Ursächlich für den Preisverfall ist der Aufstieg von Lab-Grown Diamonds: Diese werden industriell herstellt sind optisch, chemisch und physikalisch absolut identisch zu Minendiamanten und insbesondere nicht von diesen zu unterscheiden. Die Hersteller werben mit Preisvorteilen bis zu 90 % und zusätzlich einer im Vergleich zu echten Diamanten nachhaltigen Produktion.

Entscheidend für den Durchbruch der Labordiamanten waren Fortschritte in der Chemical Vapor Deposition, die ähnlich funktioniert wie ein 3D-Drucker auf molekularer Ebene.

Fun Fact

Der größte zu Wohnzwecken genutzte Palast der Welt hat 1.788 Zimmer und Platz für Ponys

Der Istana Nurul Iman in der bruneiischen Hauptstadt Bandar Seri Begawan wurde 1984 erbaut, sprengt aber bis heute alle Rekorde. Mit 1.788 Zimmern, 257 Badezimmern und einer Wohnfläche von über 200.000 Quadratmetern gilt er als der größte bewohnte Palast der Welt. Die Baukosten von rund 1,4 Milliarden US-Dollar (inflationsbereinigt heute ein Vielfaches) flossen unter anderem in vergoldete Kuppeln und klimatisierte Ställe für 200 Poloponys. In den unterirdischen Garagen soll auch ein Teil der 7.000 Fahrzeuge umfassenden Flotte an Luxuskarossen des Sultans Platz gefunden haben.

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