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Investor WocheSpaceX kauft Mobilfunk-Frequenzen, US-Rendite marschiert Richtung 6 %, OpenAI Umsatz unter Erwartungen, Q2 Metals mit neuen Lithium-Funden, Starbucks könnte Chipotle übernehmen

Delta Air Lines kassiert wegen hoher Treibstoffpreise die Gewinnprognose. Die asiatischen E-Commerce-Plattformen lassen aufgrund höherer Zölle für Kleinsendungen auf dem deutschen Markt Federn. QuantumCore startet die Entwicklung von Multiplex-Mikrochips. Virtuix sieht sich im Wandel von immersiver Unterhaltung zu einer KI-gestützten Ganzkörper-Simulationsplattform. Lennar stand auf Berkshires Einkaufsliste: Hat der Kurs den Boden gesehen?

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 10 min
Titelbild: picture alliance / Panama Pictures / Christoph Hardt

Marktentwicklung

Allen Schwankungen unter der Woche zum Trotz notierte der NASDAQ-100 am Freitagnachmittag gegenüber dem Wochenstart nahezu unverändert, im S&P 500 gelang ein Plus von knapp 1 %, der DAX gab um gut 0,5 % nach. Die Renditen von Staatsanleihen bleiben hoch, der EUR/USD kämpft mit der Marke von 1,12. Gold, Silber und Bitcoin bleiben gedämpft.

Top-Meldungen

Pimco sieht US-Rendite auf 6 % zusteuern

Der globale Ausverkauf am Bondmarkt ist zusammen mit dem wiedererstarkenden USD das zentrale Thema an den Finanzmärkten. Der Anleihespezialist Pimco warnte nun, dass das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht sein muss: CIO Dan Ivascyn hält einen weiteren starken Anstieg der Renditen vom aktuellen Niveau aus für "machbar", wie er gegenüber der FT sagte. Er verwies auf negative technische Indikatoren und Stop-Out-Aktivitäten von Hedgefonds.

SpaceX kauft Mobilfunk-Frequenzen

Dass die Aktie der Deutschen Telekom ISIN DE0005557508 WKN 555750 (und T-Mobile-USA-Mutter) mehr als 7 % nachgab, verleiht dieser Meldung Gewicht. SpaceX ISIN US84615Q1031 WKN A42D4F vereinbarte am Donnerstag den Kauf eines landesweiten Portfolios an 800-Megahertz-Frequenzen vom Finanzinvestor Grain Management, um künftig Mobilfunkverbindungen direkt aus dem All auf Smartphones anzubieten. Die Niederfrequenzen können Hindernisse wie Wände oder Bäume besser durchdringen und sollen das bestehende globale 2-Gigahertz-Spektrum von Starlink Mobile ergänzen.

Annualisierter Umsatz von OpenAI unter den Erwartungen

Annualisierte Umsätze sind eine wichtige Währung im KI-Trade: Aufgrund des starken Umsatzwachstums melden OpenAI, Anthropic und Co. monatliche Umsätze, die auf das Gesamtjahr hochgerechnet werden. OpenAI enttäuschte Investoren nun mit Blick auf die Zahlen für September: Mit 50 Mrd. USD wurden die mehr oder weniger angekündigten 70 Mrd. USD weit verfehlt.

Delta Air Lines mit Gewinnwarnung wegen hoher Kerosinpreise

Delta Air Lines ISIN US2473617023 WKN A0MQV8 hat trotz Rekordumsätzen im dritten Quartal ihre Gewinnprognose gesenkt. Ursächlich waren die hohen Preise für Kerosin: Die Treibstoffkosten legten um 69 % zu. Die Einnahmen bis Ende September stiegen im Jahresvergleich um 16 % auf 17,6 Mrd. USD, der Nettogewinn sank jedoch um die Hälfte.

Infolgedessen wurde die Gewinnprognose für das Gesamtjahr um fast ein Viertel auf einen Gewinn je Aktie von 5,10 bis 5,60 USD herabgesetzt (gegenüber der letzten Prognose von 6,50 bis 7,50 USD).

Starbucks könnte Chipotle übernehmen

Starbucks ISIN US8552441094 WKN 884437 hat offenbar eine Übernahme von Chipotle Mexican Grill ISIN US1696561059 WKN A0ESP5 geprüft. Ein solcher Deal, der den größten Zusammenschluss im Restaurantsektor überhaupt markieren würde, wurde laut Medienberichten in den vergangenen Monaten vorbereitet. Ob es tatsächlich zu einer Offerte kommt, ist aber unklar. Die Aktien von Starbucks brachen nach den Berichten am Donnerstag zeitweise um bis zu 6,7 % ein, die Papiere von Chipotle legten um mehr als 6 % zu.

Neue Zölle lassen Umsätze von Temu, Shein und AliExpress in Deutschland einbrechen

Die Erlöse der asiatischen E-Commerce-Plattformen gingen im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 35,5 % auf 566 Mio. EUR zurück, wie der Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (BEVH) mitteilte. Der Marktanteil der drei Plattformen im deutschen Onlinehandel sank damit auf 3,1 %. Ursächlich sind vor allem die hohen Zölle für Kleinsendungen. Die Zollfreigrenze von 150 Euro für Warensendungen aus Nicht-EU-Staaten ist im Juli weggefallen. Seitdem fallen bei diesem Warenwert pauschal 3 EUR pro Warengruppe an.

Q2 Metals erweitert Mineralisierung beim Lithiumprojekt Cisco

Q2 Metals ISIN CA74739G1072 WKN A3D4CR meldete die Analyseergebnisse des Sommerbohrprogramms 2026 auf dem Cisco-Lithiumprojekt in Québec. Dem Unternehmen gelang eine Erweiterung der oberflächennahen Mineralisierung um 100 Meter nach Norden. Durchteuft wurden unter anderem 134,5 Meter mit 1,20 % Li2O und 101,6 Meter mit 1,02 % Li2O. CEO Alicia Milne sieht die Mineralisierung "über die Grenzen der MRE-Erkundung vom April 2026 hinaus" erweitert und zudem bestätigt, "dass Cisco in alle Richtungen offen bleibt und ein signifikantes Wachstumspotenzial aufweist".

QuantumCore startet Entwicklung von Multiplex-Mikrochips

QuantumCore ISIN CA74767F1045 WKN A429HH hat die Entwicklung einer dritten kritischen Technologie für seine Quantencomputer-Infrastrukturplattform gestartet. Multiplex-Mikrochips sollen die Anzahl der erforderlichen physikalischen Verbindungen zwischen der Steuerelektronik für Raumtemperatur und den Quantenverarbeitungseinheiten deutlich reduzieren. Neben der supraleitenden Quantenverstärkertechnologie und der Einzelphotonendetektorplattform sieht das Unternehmen darin eine weitere potenziell essenzielle Schlüsseltechnologie für die Skalierung von Quantencomputern.

Virtuix-CEO Goetgeluk sieht Wandel von immersiver Unterhaltung zu KI-Ganzkörper-Simulation

Jan Goetgeluk, CEO von Virtuix ISIN US92835U1016 WKN A41H19, wird auf dem 20. jährlichen LD Micro Main Event in Los Angeles gegenüber Investoren den Wandel von Virtuix von immersiver Unterhaltung hin zu einer breiter aufgestellten, KI-gestützten Ganzkörper-Simulationsplattform erläutern. Im Mittelpunkt stehen dabei Endverbraucheranwendungen über das Meta-Quest-Ökosystem, militärische Trainings- und Simulationslösungen für die USA, die Teleoperation humanoider Roboter bis hin zu neuen Anwendungen im Gesundheitswesen. Eine Woche zuvor wird Goetgeluk das jüngste Wachstum des Unternehmens im Endverbraucherbereich sowie die expandierenden Verkäufe im Verteidigungssektor vorstellen.

Unter der Lupe

Nach Berkshire-Einstieg: Hat Lennar den Boden schon gesehen?

Der Kauf von Lennar ISIN US5260571048 WKN 851022-Aktien durch Berkshire Hathaway ISIN US0846707026 WKN A0YJQ2 hat Wellen geschlagen. Lennar ist nach DR Horton der zweitgrößte börsennotierte Hausbaukonzern in den USA und adressiert Erstkäufer, Aufsteiger und aktive Senioren.

Der Chart zeigt das sprichwörtliche fallende Messer. Knapp 180 USD kostete die Aktie vor rund zwei Jahren. Heute sind es noch 76 USD. Die schwache Nachfrage auf dem US-Immobilienmarkt belastet das Geschäft. Im dritten Quartal sanken Absatzvolumen und Preise gegenüber dem Vorjahr um 3 %. Das Unternehmen musste außerdem einen Rückgang der Bruttogewinnmarge im Hausbau um 170 Basispunkte melden.

Dass Lennar derzeit mit dem knapp 15-fachen der Gewinne bewertet wird, dürfte allein kein Grund für den Kauf durch Berkshire gewesen sein: Im Fünfjahresdurchschnitt liegt das KGV bei gut 8,5. Interessanter scheint das KBV, das mit 0,86 deutlich unter diesem Durchschnitt (1,28) liegt. Die Dividendenrendite von knapp 2,6 % wird durch Aktienrückkäufe erheblich aufgestockt (TTM Gesamtrendite: 7,96 %).

Morningstar sieht den fairen Wert der Aktie bei 120 USD. "Unserer Ansicht nach könnte sich das Margenprofil des Unternehmens stärker verbessern als das seiner Wettbewerber, sobald Lennar ungünstig bepreiste Grundstücksverträge verlängert und sich der Wohnungsmarkt erholt", heißt es in einem Bericht.

Die Analysten rechnen damit, dass die Bruttomargen bis 2026 auf dem aktuellen Niveau bleiben werden, was der Prognose des Managements von 15,5 % bis 16,0 % entspricht. Im mittleren Konjunkturzyklus sei jedoch eine Erholung auf 19–20 % wahrscheinlich. Wichtig: "Lennar zeigt Anzeichen einer Verbesserung in puncto Effizienz, da die Baukosten im Jahresvergleich um 6 % gesunken sind."

Die Stimmung im Hinblick auf Wohnungsbauaktien ist auf dem Tiefpunkt. Dies spiegelt sich auch in den Empfehlungen der durch das Wall Street Journal befragten Analysten wider, deren Konsens auf Underweight liegt.

Doch Wohnungen bleiben in den USA ein knappes und teures Gut. Sollten die Zinsen in den kommenden Quartalen nach unten drehen und die Wohnungsnachfrage wieder anziehen, könnte Lennar davon profitieren.

Derzeit haben Shortseller das Papier ins Visier genommen: Ein am 8. Oktober veröffentlichter Bericht stellt infrage, ob Millrose Properties Lennar-Häuser wie gegenüber Goldman Sachs dargestellt für ein Mietkaufmodell erwirbt. Wie substanziell die Vorwürfe sind? Ungewiss. Sicher ist, dass das Short Interest bereits am 15. September knapp 9 % der umlaufenden Aktien ausmachte.

Derzeit ist die Aktie ein antizyklischer Trade für Mutige.

Grafik der Woche

Deutschlands gesamte Market Cap erreicht 52 % der NVIDIA-Bewertung

Die Marktkapitalisierung sämtlicher börsennotierter Unternehmen entspricht noch gut der Hälfte des Marktwertes von NVIDIA ISIN US67066G1040 WKN 918422. Die Verschiebung der Kräfteverhältnisse ist episch: Noch im Jahr 2020 war der deutsche Markt neunmal so viel wert wie der heutige KI-Gigant.

Noch etwas dramatischer wirkt der Vergleich der kombinierten Market Cap der drei großen deutschen Autobauer mit dem KI-Riesen. Gut 100 Mrd. EUR sind die Unternehmen aus Wolfsburg, Stuttgart und München zusammen heute noch wert. Das ist weniger als die kürzlich durch NVIDIA angekündigte Aufstockung der Aktienrückkäufe um 150 Mrd. USD.

Investor Woche: SpaceX kauft Mobilfunk-Frequenzen, US-Rendite marschiert Richtung 6 %, OpenAI Umsatz unter Erwartungen, Q2 Metals mit neuen Lithium-Funden, Starbucks könnte Chipotle übernehmen

Fun Fact

Michael Burry hätte 2009 besser in einen NASDAQ-ETF investiert

Michael Burry wurde durch "The Big Short" berühmt: Der Investor verdiente während der Finanzkrise 100 Mio. USD an fallenden Kursen. Danach hätte er es einer neuen Berechnung zufolge ruhiger angehen lassen können: Ein Investment von 100 Mio. USD in den Nasdaq Composite im Jahr 2009 hätte sein Vermögen bis heute auf 1,72 Mrd. USD anwachsen lassen. Tatsächlich besitzt Burry "nur" 1,42 Mrd. USD. Jedenfalls bis zum nächsten Big Short.

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