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Investor WocheNovo Nordisk geht unter, US-Wirtschaft wächst stark, Euro-Inflation stabil, Amazon enttäuscht, Meta als KI-Schnäppchen, Apple vor KI-Zukäufen

Novo Nordisk mit weiterer schwarzer Woche. Die US-Wirtschaft wächst deutlich, während die Fed Zinssenkungen aufschiebt. Die US-Inflation zieht an, in der Eurozone bleibt sie stabil. Eine überraschende Zollentscheidung beeinflusst den Kupfermarkt. Amazon enttäuscht bei Ausblick und Cloudgeschäft, Meta glänzt mit KI-Potenzial und Apple plant große Zukäufe.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 10 min
Titelbild: [M] Verumo / picture alliance / Blondet Eliot / abaca

Marktentwicklung

Die Märkte erlebten diese Woche ein Auf und Ab mit moderater Intensität. Insgesamt lagen S&P 500 und NASDAQ-100 am Freitagmittag leicht im Minus. Der DAX verlor dagegen deutlicher um mehr als 3 %. Der EUR/USD notierte im Zuge des aufwertenden Greenback bei 1,14, Gold verharrt in der Konsolidierung, der Kupferpreis in New York gibt nach Zoll-Ausnahmen um fast 25 % nach.

Top Meldungen

Fed und BoJ lassen Leitzins unverändert

Die US-Notenbank Federal Reserve hat am Mittwoch zum fünften Mal in Folge die Zinsen unverändert in einer Spanne zwischen 4,25 und 4,5 % gelassen. Jerome Powell sorgt sich um die Auswirkungen der Zölle auf die Inflation, sieht die Geldpolitik aber grundsätzlich weiterhin zwischen den sprichwörtlichen Stühlen. "Wenn man zu früh handelt, kann man die Inflation möglicherweise nicht vollständig kontrollieren und muss die Zinsen erhöhen. Das ist ineffizient. Wenn man zu spät handelt, könnte man dem Arbeitsmarkt unnötig schaden." Zwei Mitglieder des Ausschusses forderten eine sofortige Zinssenkung.

Die Bank of Japan entschied am Donnerstag erwartungsgemäß, den Leitzins bei 0,50 % zu belassen, stellte jedoch Zinserhöhungen in Aussicht, sollten sich Konjunktur und Inflation wie prognostiziert entwickeln. Ziel sei es, das Inflationsziel von 2 % nachhaltig und stabil zu erreichen.

US-Wirtschaft wächst im zweiten Quartal um 3 %

Die US-Wirtschaft wächst stärker als erwartet. Dem Handelsministerium zufolge stieg das BIP im zweiten Quartal saison- und inflationsbereinigt um 3 %. Im ersten Quartal war es noch um 0,5 % geschrumpft. Im ersten Halbjahr lag die Wachstumsrate bei 1,2 % und damit unter den 2,5 % des Vorjahres. Die Konsumausgaben stiegen im zweiten Quartal um 1,4 % und damit deutlich stärker als im ersten Quartal, was auf den robusten Arbeitsmarkt zurückgeführt wird. Die Unternehmen halten sich jedoch zurück.

Die nächste Runde im Zoll-Krimi: EU, Kupfer, Extra-Zölle

Auch diese Woche war wieder von Ereignissen im Handelsstreit geprägt. Am Sonntag hatten sich die EU mit den USA auf einen Handelsdeal geeinigt. Die Vereinbarung sieht einen 15 % Zoll für die meisten aus der EU in die USA exportierten Waren vor. Der Satz gilt auch für Autos und Autoteile, aber nicht für Stahl und Aluminium. Zudem hat sich die USA zum Kauf von Energie und zu Investitionen in den USA verpflichtet. EU-Zölle auf US-Industrielieferungen werden weitreichend abgeschafft und nicht-tarifäre Handelshemmnisse verringert.

Ein weiterer Paukenschlag wirbelte den Kupfermarkt durcheinander: Der angekündigte Kupferzoll von 50 % kommt mit Ausnahmen für raffinierte Vormaterialien wie Kupferkathoden, Erze und Konzentrate. Der Kupferpreis an der Comex brach daraufhin massiv ein.

Am späten Donnerstagabend legte das Weiße Haus noch einmal nach und kündigte weitere Zollerhöhungen an, darunter 35 % auf manche kanadische Waren und 39 % für die Schweiz.

Inflation in Deutschland und Eurozone stabil, Anstieg in USA

Der PCE-Index in den USA stieg im Juni um 2,6 % gegenüber dem Vormonat, nachdem der Wert im Mai noch bei 2,3 % gelegen hatte. Die Kerninflation stieg von 2,7 % im Mai auf 2,8 % an.

In der Eurozone blieb die Teuerungsrate im Juli konstant bei 2,0 % und lag damit minimal über den erwarteten 1,9 %. Auch die Kerninflation blieb mit 2,3 % stabil. Die Inflation im Dienstleistungssektor fiel von 3,3 % im Juni auf 3,1 %, den niedrigsten Stand seit mehr als drei Jahren. Auch für Deutschland wurde für Juli eine Teuerung von 2 % auf Jahressicht (Kerninflation: 2,7 %).

Amazon mit schwachen Zahlen zum Cloudgeschäft

Die Amazon Aktie (ISIN: US0231351067, WKN: 906866) geriet nach der Bekanntgabe der Quartalszahlen am Donnerstagabend unter Druck, obwohl mit 167,7 Mrd. USD (+13 % gegenüber dem Vorjahr) ein Umsatz über den Erwartungen gemeldet wurde. Der Gewinn legte um mehr als ein Drittel auf 18,2 Mrd. USD zu. Die Märkte waren vom Ausblick auf das laufende Quartal enttäuscht: Das operative Ergebnis soll nun in einer Spanne von 15,5-20,5 Mrd. USD liegen - der Markt hatte mit 19,4 Mrd. USD gerechnet. Das Wachstum im Cloudgeschäft blieb zudem deutlich hinter den Zahlen der Konkurrenz zurück.

Apple bereit für KI-Zukäufe "jeder Größe"

Apple (ISIN: US0378331005, WKN: 865985) hat Bereitschaft signalisiert, die bislang eher enttäuschende Bilanz im KI-Bereich durch Zukäufe aufzubessern. Apple-Chef Tim Cook zufolge ist der Konzern sei "sehr offen" für Übernahmen und sei dabei "nicht auf eine bestimmte Größe fixiert." Die KI-Investitionen des Konzerns würden derzeit generell "erheblich" gesteigert. Bloomberg bringt Perplexity und Mistral ins Spiel, anzukündigen gibt es Cook zufolge aber derzeit nichts. Zahlen hat der Konzern auch vorgelegt: Der Umsatz stieg im vergangenen Quartal um zehn Prozent auf gut 94 Mrd. USD, so stark wie seit 2021 nicht mehr und über den Erwartungen liegend.

Unter der Lupe

Meta Aktie nach den Zahlen: Eine günstig bewertete KI-Option?

Meta (ISIN: US30303M1027, WKN: A1JWVX) legte in dieser Woche Zahlen vor: Der Umsatz legte im Vergleich zum Vorjahr auf 47,5 Mrd. USD zu und übertraf die Erwartungen an der Wall Street FactSet zufolge mit dem größten Abstand seit mehr als vier Jahren. Die operative Marge stieg um 5,0 Prozentpunkte auf 43 %.

Der Markt reagierte mit einem zweistelligen Kursanstieg - und dennoch könnte die Aktie weiterhin eine vergleichsweise günstige KI-Option sein. Morningstar jedenfalls sieht den fairen Wert des Titels bei 850 USD (aktueller Kurs: 764 USD).

"Metas primäres Werbegeschäft generiert weiterhin Milliarden von Dollar an freiem Cashflow, den das Unternehmen für seine Ambitionen im Bereich künstliche Intelligenz ausgibt. Wir sind weiterhin begeistert von Metas Fähigkeit, durch den Einsatz von KI-Tools mehr Engagement und Monetarisierung auf seinen Social-Media-Plattformen zu erzielen", notierte Morningstar-Analyst Malik Ahmed Khan in einem Bericht.

Er hält das Anzeigengeschäft des Unternehmens weiterhin für "robust" und die Strategie, KI-Tools für mehr Engagement und Monetarisierung seiner Plattformen einzusetzen, für "weiterhin erfolgreich." Die Entscheidung, Anzeigen auf Threads und WhatsApp zu schalten, betrachtet er als "wertsteigernd", da das Unternehmen gleichzeitig seine Werbeflächen und seine Monetarisierung steigere.

Meta hat die Markterwartungen beim Gewinn pro Aktie in den letzten vier Quartalen übertroffen. 54 durch das Wall Street Journal befragte Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf - bei lediglich einer Verkaufsempfehlung (11x overweight, 7x hold).

Chart der Woche

Novo Nordisk stürzt ab

Die Kursentwicklung der Novo Nordisk Aktie (ISIN: DK0062498333, WKN: A3EU6F) bereitet Anlegern seit dem Allzeithoch im Juni 2024 bei 139,88 EUR wenig Freude. Die Kursmisere setzte sich in dieser Woche fort: Am Dienstag wurde eine Gewinnwarnung herausgegeben, die es in sich hatte. Der Kurs brach umgehend um ein Viertel ein und sank im Wochenverlauf weiter. Damit hat sich der Börsenwert seit Juni 2024 mehr als halbiert.

Der Pharmahersteller erwartet nun für 2025 ein Umsatzwachstum von 8-14 %, nachdem der Ausblick bereits im Mai auf 13-21 % heruntergeschraubt worden war. Der operative Gewinn soll nur noch um 10-16 % wachsen statt um 16-24 %.

Die Probleme des Unternehmens beginnen in der Führungsspitze - jedenfalls hat auch eine diesbezügliche Entscheidung den Markt enttäuscht. Novo hatte im Mai überraschend den langjährigen Vorstandschef Lars Fruergaard Jørgensen abberufen, der in der Kritik stand. Mit Maziar Mike Doustdar als Nachfolger wurde nun eine interne Lösung benannt - viele hatten auf einen externen CEO gehofft.

Mindestens genauso groß ist das Problem im Bereich der Produktpipeline. Im März hatten Phase-3-Studiendaten zur Abnehmspritze Cagrisema enttäuscht.

Novo war das erste Unternehmen, das für seine neuen Diabetes- und Gewichtsverlustbehandlungen auf Basis des Wirkstoffs Semaglutid die behördliche Zulassung in den USA erhielt: Ozempic wurde 2017 für Diabetesbehandlungen und Wegovy 2021 zur Behandlung von Fettleibigkeit zugelassen. Doch die Marktführerschaft wurde verspielt, die Konkurrenz überholte Novo gemessen an den wöchentlichen Verschreibungszahlen.

Novo Nordisk Kurs, Stand 01.08.2025
Novo Nordisk Kurs, Stand 01.08.2025
Bildquelle: Tradingview

Fun Fact

Google.com für 12 USD verkauft: 12.000 USD "Finderlohn"

Oktober 2015: Programmierer Sanmay Ved durchsucht Googles Portal zum Verkauf von Internet-Adressen - und findet: Google.com. Und zwar als verfügbare Domain. Einen Klick auf den Einkaufswagen und 12 USD später ist er "Eigentümer" der Domain - jedenfalls beinahe. Denn nur rund eine Minute später storniert Google den Kauf. Der Programmierer meldete das Geschehen an die Sicherheitsabteilung des Konzerns - und erhielt 12.000 USD aus dem Security Reward Programm des Unternehmens.

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