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Investor WocheEZB hält Zinsen konstant, Tesla und Alphabet mit negativem Cashflow, SAP mit Auftragsplus, Nestlé enttäuscht bei Margenausblick, Q2 Metals mit starken Bohrergebnissen

Apple will mit MapKit wieder stärker in Fahrzeugen präsent sein, Silver Hammer Mining erweitert das Projektportfolio durch Zukäufe drastisch, Daimler Truck hebt die Prognose an, Rheinmetall baut ein Pulverwerk in Bayern. Realty Income bietet 5 % Dividendenrendite. Negativer Cashflow drückt die Aktien von Tesla und Alphabet.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 10 min
Titelbild: European Central Bank / Felix Schmidt

Marktentwicklung

Die Ölpreise zogen deutlich an und mit ihnen die Inflationserwartungen und die Anleiherenditen. Dies setzte die Aktienmärkte unter Druck: Trotz positivem Wochenauftakt notieren S&P 500 und NASDAQ-100 im Minus. Der DAX konnte dagegen leicht zulegen. Gold hält die Marke von 4.000 USD, Silber bleibt unter 60 USD.

Top-Meldungen

EZB lässt Zinsen unverändert – vorerst

Die EZB beließ die Leitzinsen nach einer Anhebung um 0,25 Prozentpunkte im Jun. bei 2,25 Prozent. Entscheidend für die weitere Entwicklung werden die Energiepreise sein. "Die Aussichten für die Energiepreise sind zwar sehr volatil, liegen aber derzeit in der Nähe des Basisszenarios der von Fachleuten des Eurosystems erstellten Projektionen vom Juni und deutlich über dem Niveau, das vor dem Konflikt im Nahen Osten verzeichnet wurde", so die EZB in einer Mitteilung. Eine weitere Zinserhöhung im September ist bereits eingepreist, die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung im Dezember liegt bei 50 %.

Tesla-Aktie wegen negativem Cashflow unter Druck

Teslas (ISIN: US88160R1014, WKN: A1CX3T) Umsatz im zweiten Quartal stieg um 26 % auf 28 Mrd. USD, der Nettogewinn sank jedoch um 5 %. Der Gewinn je Aktie von 33 Cent verfehlte die Erwartungen. Dass die Aktie nach der Bekanntgabe der Zahlen um mehr als 14 % nachgab, ist vor allem auf den negativen freien Cashflow von 1,1 Mrd. USD zurückzuführen. Dies ist auf höhere Ausgaben zurückzuführen. Positiv: Die Abonnentenzahlen der automatisierten Fahrerassistenzsoftware "Full Self-Driving (Supervised)" legten im Vorjahresvergleich um 56 % zu.

SAP meldet 26 % mehr Aufträge im Cloud-Geschäft

SAP (ISIN: DE0007164600,WKN: 716460) senkt zwar das Gesamtjahresziel für den operativen Gewinn auf 11,8 bis 12,2 Mrd. von zuvor 11,9 bis 12,3 Mrd. EUR, führt dies jedoch auf Verwässerungseffekte durch die Übernahme der KI-Spezialisten Dremio und Prior Labs zurück. Der Auftragseingang der in der Cloud-Sparte stieg dagegen im zweiten Quartal um 26 % auf 22,9 Mrd. EUR. Der Umsatz legte hier mit 24 % weniger stark zu als im ersten Quartal, die Erlöse lagen mit 6,28 Mrd. EUR ebenso im Rahmen der Erwartungen wie der um 11 % auf 9,88 Mrd. EUR gestiegene Konzernumsatz. Die Aktie notierte am Freitagmittag um mehr als 5 % im Plus.

Q2 Metals bohrt bei Lithiumprojekt 137,6 Meter mit 3,25 % Li₂O

Q2 Metals (ISIN: CA74739G1072, WKN: A3D4CR) legte die Ergebnisse von 7 der 19 im Rahmen des Winterbohrprogramms 2026 beim Lithiumprojekt Cisco in Quebec gebohrten Löcher vor. Unter den starken Ergebnissen war unter anderem ein Abschnitt von 137,6 Metern mit einem Gehalt von 1,47 % Li2O, einschließlich 40,6 Metern mit 3,25 % Li2O.

"Wichtig ist, dass die Cisco-Lagerstätte weiterhin in alle Richtungen offen ist und erhebliches Potenzial für eine kontinuierliche Ressourcenerweiterung bietet. Die heutigen Ergebnisse unterstreichen diese Chance", sagt CEO Alicia Milne.

Nestle trotz steigender Umsätze unter Druck

Der Umsatz von Nestlé (ISIN: CH0038863350, WKN: A0Q4DC) legte im zweiten Quartal um 3,7 % zu, was leicht über den Erwartungen der Analysten lag. "Das Wachstum in den aufstrebenden Märkten hat sich beschleunigt", erklärte der seit Herbst vergangenen Jahres amtierende Konzernchef Philipp Navratil. "In den Industrieländern konnten wir wiederum eine solide Performance erzielen." Die operative Marge sieht Navratil über dem Wert von 16,1 % im vergangenen Jahr. Dass der Aktienkurs deutlich unter Druck geriet, lag an der operativen Marge, die im ersten Halbjahr um 0,10 Prozentpunkte auf 16,1 % sank und nicht zuletzt aufgrund hoher Kaffee- und Kakaopreise weiter unter Druck bleibt.

Apple mit Comeback bei Fahrassistenzsystemen

Apple (ISIN: US0378331005, WKN: 865985) meldet sich im Geschäft mit Navigations- und Fahrassistenzsystemen zurück. So wird Ford als erster Automobilhersteller das neue Softwareentwicklungskit MapKit für die Automobilindustrie einsetzen. Die neue Software integriert Apple noch tiefer in die Fahrzeuge als zuvor. "Mit unserem neuen MapKit for Automotive SDK bringen wir Maps noch stärker in den Alltag der Autofahrer", sagte Eddy Cue, Senior Vice President für Services und Gesundheit bei Apple.

Silver Hammer Mining vergrößert Portfolio mit zwei Deals

Silver Hammer Mining (ISIN: CA8277331069, WKN: A3C4PX) hat gleich zwei Übernahmen angekündigt. Stroud Resources und seine fortgeschrittene Santo-Domingo-Silber-Gold-Liegenschaft in Mexiko werden ebenso übernommen wie SilverMark Resources mit einer 75-%-Earn-in-Option für ein großes Projektportfolio in Marokko, einschließlich der historisch produzierenden Akka-Mine. Das kombinierte Unternehmen firmiert künftig unter dem Namen Silver Frontier Mining Corp. Investor Eric Sprott soll im Rahmen des Deals zum Cornerstone-Investor werden.

Daimler Truck hebt Prognose an

Daimler Truck (ISIN: DE000DTR0CK8, WKN: DTR0CK) erwartet für 2026 nun ein bereinigtes Betriebsergebnis (EBIT) von 3,6 bis 4,1 Mrd. EUR nach zuvor 3,2 bis 3,7 Mrd. EUR. Grund sind neue US-Zollregelungen und eine starke Nachfrage in Nordamerika. Dort soll die bereinigte Umsatzrendite nun 9 bis 11 % erreichen statt der zuvor erwarteten 6 bis 8 %. Für das Industriegeschäft insgesamt rechnet Daimler Truck nun mit einem Umsatz von 43 bis 47 Mrd. EUR und damit 1 Mrd. EUR mehr als bislang.

Rheinmetall will in Aschau 750.000 Treibladungen pro Jahr herstellen

Rheinmetall (ISIN: DE0007030009, WKN: 703000) baut im bayerischen Aschau die modernste Pulverfabrik Europas. 500 Mio. EUR Investitionen sollen eine Kapazität für 750.000 Treibladungen pro Jahr herstellen. Zu den wichtigsten Abnehmern zählen das Artilleriewerk im niedersächsischen Unterlüß sowie die im Aufbau befindlichen Munitionswerke in Litauen, Lettland und Ungarn. "Ohne dieses Werk wäre die Nato nicht kampffähig", sagt Rheinmetall-Chef Armin Papperger.

Unter der Lupe

Realty Income: Sichere Bank in unsicheren Zeiten?

Realty Income (ISIN: US7561091049, WKN: 899744) könnte für Anleger interessant sein, die in unsicheren Börsenphasen defensive Titel bevorzugen. Das im kalifornischen San Diego ansässige Unternehmen besitzt rund 15.500 Immobilien – zumeist freistehende Einzelhandelsimmobilien – in 49 Bundesstaaten und Puerto Rico. Diese sind an 250 Mieter aus 47 Branchen nach dem Triple-Net-Prinzip vermietet: Der Mieter trägt neben der Grundmiete auch alle Betriebskosten. Dazu gehören Grundsteuern, Gebäudeversicherungen und alle Instandhaltungskosten.

Realty Income bezeichnet sich selbst als "The Monthly Dividend Company" und gehört mit Dividendenerhöhungen über 25 Jahre in Folge zu den Dividendenaristokraten. Die Bewertung ist interessant: So liegt die zukunftsgerichtete Dividendenrendite bei 5 %. Morningstar-Analyst Dave Sekera zählt das Unternehmen zu den Top-10-Dividendenaktien 2026. Der Kurs liegt aktuell bei knapp 65 USD, den fairen Wert sieht Morningstar bei 72 USD.

Das Immobilienportfolio zeichnet sich durch lange Vertragslaufzeiten (gewichtete durchschnittliche Mietvertragslaufzeit: 8,7 Jahre) und hohe Deckungsquoten aus. Schwachstellen gibt es auch: Die hohen Deckungsquoten werden teilweise mit sehr geringen vertraglichen Mietsteigerungen von 1 % pro Jahr erkauft, was auf die Rentabilität drückt und die organischen Wachstumspotenziale begrenzt.

"Dank der stetigen und stabilen Einnahmen zählt Realty Income zu den nur zwei REITs, die im S&P High-Yield Dividend Aristocrats Index vertreten sind und ein Kreditrating von A- oder besser aufweisen. Dies macht Realty Income zu einer der verlässlichsten Anlagen für einkommensorientierte Anleger", sagt Morningstar-Analyst Kevin Brown.

Die durch das Wall Street Journal befragten Analysten erwarten in den kommenden Jahren einen sehr moderaten Anstieg des Gewinns von 1,55 USD pro Aktie in diesem auf 1,77 USD pro Aktie im übernächsten Jahr. Acht Analysten und damit zwei mehr als vor drei Monaten empfehlen die Aktie zum Kauf.

Grafik der Woche

Alphabets freier Cashflow im freien Fall

Alphabet hat Zahlen vorgelegt, die die Anleger verunsichern. Das Unternehmen meldete für das zweite Quartal zwar einen Umsatzanstieg von 24 % auf 119,8 Mrd. USD und einen Anstieg des Umsatzes der Cloud-Sparte um 82 % auf 24,8 Mrd. USD. Gleichzeitig wurde die Prognose für die Investitionsausgaben auf eine Spanne von 195 Milliarden bis 205 Milliarden Dollar angehoben. Das Entscheidende: Der freie Cashflow von Alphabet sank in den negativen Bereich. Dieses Novum ist kein Ausreißer, sondern ein Trend: Googles Finanzchef geht auch von weiterhin negativem Cashflow aus und verweist auf den weiteren Ausbau der KI-Investitionen.

Investor Woche: EZB hält Zinsen konstant, Tesla und Alphabet mit negativem Cashflow, SAP mit Auftragsplus, Nestlé enttäuscht bei Margenausblick, Q2 Metals mit starken Bohrergebnissen

Fun Fact

Jack Dorseys erster Tweet überhaupt wurde für 2,9 Mio. USD verkauft

Der erste Tweet von Twitter-Gründer Jack Dorsey wurde 2021 in einen Non-Fungible Token (NFT) umgewandelt und für 2,9 Mio. USD verkauft. Käufer des digitalen Zertifikats: Sina Estavi, Geschäftsführer des malaysischen Blockchain-Unternehmens Bridge Oracle. Inhalt des Tweets: "just setup up my twttr". Im Folgejahr wollte Estavi den NFT versteigern. Das höchste Gebot lag jedoch bei lediglich knapp 14.000 USD.

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