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Investor WocheEU-Einkaufsmanager pessimistisch, VW kassiert China-Ziele, SAP bei Cloud über Erwartungen, Q2 Metals mit erster MRE für Cisco, Teslas Umsatz steigt

Vor allem die Dienstleister drücken den EU-Einkaufsmanagerindex. VW kassiert die eigene China-Prognose, Q2 Metals legt eine wegweisende MRE für das Lithiumprojekt Cisco vor. Stellantis bündelt Investitionen in vier Kernmarken, Meta und Microsoft bauen Stellen ab. Tesla steigert den Umsatz, Intel entwickelt sich zum späten KI-Gewinner.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 10 min
Titelbild: Getty Images / Unsplash

Marktentwicklung

Viel Bewegung gab es in dieser Woche nicht. Der Nasdaq-100 legte auf Wochensicht etwa 120 Punkte zu, der S&P 500 trat nahezu auf der Stelle. der DAX notierte am Freitagnachmittag gut 1 % niedriger als zum Wochenauftakt. Der US-Dollar verharrt zum Euro bei 1,17, Gold kämpft mit der Marke von 4.700 USD. Der Ölpreis bleibt hoch und volatil.

Top Meldungen

EU-Einkaufsmanagerindex sinkt deutlich

Der PMI Composite für den Euroraum, der Industrie und Dienstleister zusammenfassende Einkaufsmanagerindex, sank unerwartet deutlich um 2,1 auf 48,6 Punkte und damit erstmals seit 16 Monaten wieder unter der Marke von 50 Punkten, deren Überschreiten Wachstum signalisiert. Besonders betroffen waren die Dienstleister und hier insbesondere Unternehmen aus dem Transport- und Logistikbereich.

Volkswagen kassiert Absatzziele in China

VW (ISIN: DE0007664039, WKN: 766403) rechnet für 2030 damit, in der Volksrepublik noch rund 3,2 Millionen Fahrzeuge auszuliefern. Vor zwei Jahren lag die Prognose noch bei 4 Millionen Fahrzeugen. 2019 wurden 4,2 Millionen Fahrzeuge abgesetzt. Im vergangenen Jahr konnten die Wolfsburger noch 2,7 Millionen Fahrzeuge in China ausliefern.

Q2 Metals legt erste MRE für Cisco vor

Q2 Metals (ISIN: CA74739G1072, WKN: A3D4CR) hat die erste Mineralressourcenschätzung für das Lithium-Projekt Cisco im kanadischen Québec vorgelegt. Die Ressource in der abgeleiteten Kategorie beläuft sich auf 295 Millionen Tonnen mit 1,63 % Lithiumoxid. Der Explorer sieht erhebliches Potenzial für weiteres Wachstum. "Wir sind überzeugt, dass Cisco über die nötige Größe, Qualität und Infrastrukturvorteile verfügt, um langfristige Wertschöpfung zu ermöglichen", kommentierte CEO Alicia Milne.

SAP schlägt Erwartungen im Cloud-Geschäft

Die Cloud-Erlöse des Software-Riesen SAP (ISIN: DE0007164600, WKN: 716460) stiegen im ersten Quartal auf 5,96 Mrd. EUR und übertrafen damit die Analystenerwartungen von 5,9 Mrd. EUR. Der Auftragsbestand für die kommenden zwölf Monate lag währungsbereinigt bei 25 % und damit im Rahmen der Analystenschätzungen. An der Jahresprognose für Cloud-Erlöse in Höhe von 25,8 bis 26,2 Mrd. Euro hielt SAP fest.

Stellantis fokussiert bei Investitionen vier Kernmarken

Wie Medien unter Berufung auf Insider berichten, konzentriert Stellantis (ISIN: NL00150001Q9, WKN: A2QL01) Investitionen künftig auf die Marken Jeep, Ram, Peugeot und Fiat. In diese Marken soll laut Reuters mehr Geld fließen. Andere Marken, darunter Opel, sollen dagegen Fahrzeuge auf Basis der Technologien dieser vier Marken herstellen und sich auf die jeweiligen nationalen Märkte konzentrieren.

Microsoft und Meta streichen Stellen

Jobabbau im Silicon Valley: Der Facebook-Mutterkonzern Meta (ISIN: US30303M1027, WKN: A1JWVX) streicht 8.000 Stellen. Weitere 6.000 Stellen werden nicht nachbesetzt. Nicht zuletzt soll KI die bestehenden Teams ersetzen und die hohen Investitionen in die Technologie rechtfertigen. Microsoft (ISIN: US5949181045, WKN: 870747) unterdessen unterbreitet langjährigen Mitarbeitern Abfindungsangebote. Rund 7 % der Belegschaft in den USA sind davon betroffen. Dort werden aktuell 125.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Wachstum durch KI-Agenten treibt Intel-Aktie

Intel (ISIN: US4581401001, WKN: 855681) meldete am Donnerstag einen Umsatz von 13,6 Mrd. USD für das Märzquartal, ein Plus von 7 % gegenüber dem Vorjahresquartal und 11 % über den Erwartungen der Analysten. Nach Börsenschluss stiegen die Aktien um bis zu 20 %. Die Umsatzprognose für das laufende Quartal wurde auf 13,8 bis 14,8 Mrd. USD angehoben, was über den von Analysten prognostizierten 13 Mrd. USD liegt.

"Die nächste Welle der KI wird die Intelligenz näher an den Endnutzer bringen und sich von grundlegenden Modellen über Inferenz bis hin zu agentenbasierter Intelligenz entwickeln", erklärte Lip-Bu Tan, CEO von Intel, in einer Stellungnahme. "Diese Entwicklung erhöht den Bedarf an Intels CPUs sowie Wafer- und Advanced-Packaging-Lösungen erheblich."

Tesla steigert Quartalsumsatz um 16 %

Tesla (ISIN: US88160R1014, WKN: A1CX3T) meldete für das erste Quartal einen Umsatz von 22,4 Mrd. USD, was einem Zuwachs von 16 % gegenüber dem Vorjahresquartal entspricht. Dabei legte der Umsatz im Automobilgeschäft um 16% zu. Der Nettogewinn legte um 17 % zu. Bemerkenswert war der freie Cashflow von 1,4 Mrd. USD. Analysten hatten im Konsens erstmals seit zwei Jahren einen negativen freien Cashflow erwartet. Dieser wird jedoch noch eintreten. Finanzvorstand Vaibhav Taneja sagte, Tesla werde für den Rest des Jahres einen negativen freien Cashflow haben, da das Unternehmen sich darauf vorbereite, im Jahr 2026 25 Mrd. USD für Investitionen auszugeben.

Unter der Lupe

ServiceNow: Eine seltene Option für Hartgesottene

ServiceNow (ISIN: US81762P1021, WKN: A1JX4P) Aktionäre hatten zuletzt wenig Spaß mit ihrem Bestand. Wurden Mitte vergangenen Jahres noch bis zu 207 USD pro Aktie gezahlt, liegt der Kurs aktuell bei knapp 85 USD. Der Chart sieht aktuell aus wie das sprichwörtlich fallende Messer. Eine Bodenbildung ist nicht in Sicht.

Ganz wesentlichen Anteil an den Kursverlusten zeichnet der so genannte KI-Scare-Trade. ServiceNow bietet eine SaaS-Lösung zur Strukturierung und Automatisierung einer Reihe von Geschäftsprozessen an.

Der Chart will so gar nicht zu den jüngsten Zahlen passen. Der Umsatz legte im ersten Quartal währungsbereinigt um 19 % auf 3,77 Mrd. USD zu. Die operative Marge erreichte 31,8 %. Morningstar hat die Schätzung für den fairen Wert bei 165 USD nach den jüngsten Quartalszahlen bestätigt. "Die Aktie ist attraktiv und bietet eine der besten Kombinationen aus Wachstum und Margen im Softwaresektor", sagt Dan Romanoff.

Er nennt die Stärke aller Produkte, das Wachstum des Auftragsbestands und erhebliche Umsätze im Bereich der KI als positive Aspekte. Der Umsatz im Bereich KI erreichte 1,5 Mrd. USD, ein Plus von 50 % gegenüber dem Vorjahr, dank neuer KI-Produkte und vertiefter Partnerschaften mit NVIDIA, Microsoft und Google Cloud. Romanoff verweist zudem auf robuste Cross-Selling- und Up-Selling-Aktivitäten.

Das Forward KGV der ServiceNow-Aktie liegt aktuell bei 20,2. Im 5-Jahresdurchschnitt lag dieser Wert bei 54,09. Das Kurs-Cashflow-Verhältnis liegt bei 15,8 (5-Jahresdurchschnitt: 41,52).

Auch Seeking Alpha Analyst Steven Fiorillo ist optimistisch. "Der Auftragsbestand im Bereich RPO in Höhe von 27,7 Mrd. USD, das Wachstum von 22 % im Vergleich zum Vorjahr und der Anstieg der Now Assist-Kunden mit einem Auftragsvolumen von über 1 Mio. USD um 130 % unterstreichen die robuste Nachfrage von Unternehmen trotz der Befürchtungen hinsichtlich einer Umwälzung durch KI", notiert er in einem aktuellen Bericht.

Auch die Wall Street ist optimistisch. Analysten erwarten für die kommenden Jahre ein deutliches Gewinnwachstum von 4,18 USD pro Aktie in diesem auf 5,04 USD im kommenden und 6,19 USD im übernächsten Jahr. 39 der durch das Wall Street Journal befragten Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf (5x Overweight, 4x Hold und 1x Sell). Das Kursziel liegt im Median bei 140 USD.

Chart der Woche

Berkshire Hathaway bleibt ohne Buffett 38 % hinter dem S&P 500 zurück

Über Jahrzehnte hinweg konnte Warren Buffett's Berkshire Hathaway (ISIN: US0846707026, WKN: A0YJQ2) den S&P 500 hinter sich lassen. In den letzten 20 Jahren etwa legte das Investmentkonglomerat der Legende aus Omaha um 723 % zu, während der S&P 500 es auf ein Plus von 447 % schaffte.

Doch vor rund einem Jahr gab Warren Buffett seinen Rückzug als CEO bekannt. Seitdem läuft es anders: Während der S&P 500 in diesem Zeitraum knapp 29 % zulegte, gab die Berkshire Hathaway-Aktie um mehr als 11 % nach.

Viele Analysten gehen davon aus, dass die Warren Buffett Prämie aus dem Kurs ausgepreist wurde. Der neue CEO, Greg Abel, muss in große Fußstopfen treten. Pessimisten glauben, dass die frühere Outperformance ohne Buffetts einzigartige Investmenturteilsfähigkeit nicht zu halten sein wird. Außerdem werde das Unternehmen, anders als in der Vergangenheit, mehr Druck verspüren, Ergebnisse zu erklären und offener zu kommunizieren. Nicht zuletzt verliert die Marke Berkshire mit Buffett ein Stück ihrer Identität, was Käufer der Aktie, aber auch mögliche Geschäftspartner bei Deals, beeinflussen könnte.

Optimisten führen dagegen an, dass das Geschäftsmodell von Berkshire bereits jetzt dezentralisiert ist und viele Tochtergesellschaften genauso weiter laufen können wie bisher. Manche sehen in Greg Abel sogar die bessere Besetzung für bestimmte Aufgaben im Bereich der Versicherungssparte des Unternehmens. Viele hoffen zudem auf eine moderne, aktionärsfreundliche Ausrichtung des Unternehmens mit Dividendenausschüttungen und mehr Aktienrückkäufen als bislang.

Investor Woche: EU-Einkaufsmanager pessimistisch, VW kassiert China-Ziele, SAP bei Cloud über Erwartungen, Q2 Metals mit erster MRE für Cisco, Teslas Umsatz steigt

Fun Fact

Dunkin' Donuts versprüht Kaffeearoma in Bussen und steigert Verkäufe um 29 %

Aggressives Marketing kann sich lohnen. Dies zeigt das Beispiel der Kette Dunkin' Donuts in Südkorea. In der Hauptstadt Seoul wurde im Jahr 2012 eine Flavor-Radio-Kampagne gestartet. Dazu wurden in Bussen Aroma-Sprühgeräte installiert. Wenn der Dunkin' Donuts-Radiowerbespot ausgestrahlt wurde, versprühte ein im Bus installierter "Duftzerstäuber" einen nach Kaffee duftenden Duft. Die Kampagne sprach erfolgreich Pendler in der Nähe von Dunkin'-Filialen an, was zu einem Anstieg der Filialbesucher um 16 % und zu einem Anstieg der Kaffeeverkäufe in der Nähe von Bushaltestellen um 29 % führte.

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