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Cloud-Erfolge schlagen VisionenAmazon und Alphabet zeigen wie sich hohe KI-Investitionen an der Börse auszahlen

Alphabet, Amazon, Microsoft und Meta investieren massiv in KI. Die Wall Street reagiert jedoch selektiv und belohnt vor allem das Cloud-Wachstum, volle Auftragsbücher und belastbare Gewinnprognosen.

von Verumo-Redaktion

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Titelbild: Planet Volumes / Unsplash

Die nächste Runde im KI-Wettlauf ist eröffnet, und sie wird teurer. Nach den jüngsten Quartalszahlen der großen US-Technologiekonzerne schätzt der Markt die KI-Ausgaben der vier Schwergewichte Alphabet, Amazon, Microsoft und Meta für 2026 zusammen auf gut 725 Mrd. USD. Das ist deutlich mehr als im Vorjahr. Entscheidend ist nun aber etwas anderes: Anleger honorieren nicht mehr jedes Milliardenprogramm automatisch, sondern vor allem jene Investitionen, die schon heute sichtbar Umsatz, den Auftragsbestand und den Gewinn steigern.

Alphabet zeigt, wie sich hohe Ausgaben rechtfertigen lassen

Am klarsten fällt die Reaktion bei Alphabet (ISIN: US02079K3059, WKN: A14Y6F) aus. Der Google-Mutterkonzern hebt sein Investitionsbudget für 2026 laut dem US-Wirtschaftsmagazin Barron's um rund 5 Mrd. USD auf 190 Mrd. USD an. Zugleich wächst das Cloud-Geschäft kräftig. Der KI-bezogene Auftragsbestand liegt dem Bericht zufolge bei 460 Mrd. USD, und auch die Nachfrage nach den hauseigenen Tensor-Prozessoren (TPU), also spezialisierten KI-Chips, zieht an.

Eine solche Kombination überzeugt den Markt. Justin Patterson von der US-Investmentbank KeyBanc Capital Markets sagte laut Barron's, die Cloud wachse effizient, während das operative Ergebnis weiter zulege. Mit einer soliden Finanzposition könne Alphabet deshalb beim Kapazitätsausbau das hohe Tempo beibehalten. Vorbörslich legte die Aktie um fast 6 % zu und steuerte damit auf ein neues Rekordhoch zu.

Meta stößt mit höheren Budgets auf größere Skepsis

Ganz anders fällt das Bild bei Meta (ISIN: US30303M1027, WKN: A1JWVX) aus. Der Konzern erhöhte sein Investitionsbudget für 2026 dem Bericht zufolge um 10 Mrd. USD auf rund 145 Mrd. USD. Doch anders als bei Alphabet fehlt hier die unmittelbare Monetarisierung aus einem großen Cloud-Geschäft. Das macht die neue Ausgabenrunde für Investoren schwerer zu rechtfertigen.

Hinzu kommt, dass Konzernchef Mark Zuckerberg selbst keine konkreten Zeitpläne für den Markthochlauf der einzelnen Produkte in Aussicht stellte. Er sprach zwar von einer klaren Vorstellung über die Richtung, ließ aber offen, wie schnell und in welchem Umfang sich die Projekte auszahlen. An der Börse kam das schlecht an. Die Aktie lag vor Handelsstart rund 8 % im Minus. Damit zeigt sich schärfer denn je, was sich gerade verschiebt: Vision allein reicht nicht mehr, gefragt ist ein belastbares Geschäftsmodell.

Amazon und Microsoft liefern starke Cloud-Signale

Amazon (ISIN: US0231351067, WKN: 906866) meldete mit seiner Tochter Amazon Web Services das stärkste Wachstum seit fast vier Jahren. Der Umsatz der Sparte stieg laut Barron's um 28 % auf 37,6 Mrd. USD. Rückenwind liefern demnach auch ausgeweitete Partnerschaften mit den KI-Entwicklern Anthropic und OpenAI. Für Ryan Lee von Direxion (US-Finanzdienstleister) ist Amazon damit gut positioniert, Verschiebungen in der Partnerschaft zwischen Microsoft und OpenAI für sich zu nutzen.

Auch Microsoft (ISIN: US5949181045, WKN: 870747) bleibt im KI-Geschäft ein Schwergewicht, wirkt für Anleger aber zugleich am komplexesten. Der Konzern plant dem Bericht zufolge für sein Geschäftsjahr 2026, das im Juli beginnt, Investitionen von rund 190 Mrd. USD. Für Azure und das breitere Cloud-Geschäft stehen weiter Wachstumsraten von etwa 40 % im Raum. Allerdings bleibt die Akzeptanz von Copilot hinter der breiten Kundenbasis zurück, auch wenn der Konzern mit einem Auftragsbestand von 627 Mrd. USD weiterhin enorme gebuchte, aber noch nicht realisierte Erlöse vor sich herschiebt.

Der Markt trennt inzwischen klar zwischen Hoffnung und Beleg

Damit verändert sich auch die Logik der KI-Investments. Charu Chanana von der dänischen Investmentbank Saxo Bank sagte laut Barron's, der Ausbau der KI-Infrastruktur bleibe intakt und halte die gesamte Wertschöpfungskette von Halbleitern über Speicher bis zu Rechenzentren im Fokus. Zugleich werde aber immer offensichtlicher, dass nicht mehr alle Aktien von diesem Trend gleichermaßen profitieren.

Der Markt feiert nicht länger die bloße Größe der KI-Investition, sondern den Nachweis, dass aus Rechenzentren, Chips und Softwareverträgen belastbare Geschäfte entstehen. Alphabet und Amazon lieferten dafür in dieser Quartalssaison die überzeugenderen Belege. Meta muss diesen Beweis erst noch erbringen. Microsoft wiederum bleibt stark, aber erklärungsbedürftig. Der KI-Boom läuft also weiter, nur wird er an der Börse inzwischen deutlich strenger bewertet.