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Investor WocheDisney investiert in OpenAI, Bieterkampf um Warner Bros., Oracle enttäuscht, Eli Lilly mit Triple G Studienerfolg, TUI, Broadcom, ThyssenKrupp, Brown-Forman

Disney steigt bei OpenAI. Bieterkampf um Warner Bros entbrennt, TUI zahlt wieder Dividenden, Broadcom hebt den Ausblick an, ThyssenKrupp stoppt die Elektrostahlproduktion. Der Jack Daniels Hersteller Brown-Forman scheint günstig bewertet und zeigt Anzeichen einer Bodenbildung. Chinas Industrieproduktion und Außenhandel sind auf Rekordkurs.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 9 min
Titelbild: Verumo

Marktentwicklung

Die Weihnachtsrallye will nicht so recht starten. Der DAX legte bis zum frühen Freitagabend um gut 1 %, der NASDAQ-100 gab auch wegen der starken Verluste der Oracle-Aktie um mehr als 2 % nach. Der S&P 500 verlor knapp 1 %. Gold notierte über 4.300 USD, Silber über 60 USD.

Top Meldungen

Disney investiert in OpenAI

Disney (ISIN: US2546871060, WKN: 855686) investiert 1 Mrd. USD in OpenAi und sichert sich Optionen auf weitere Anteile. Der Deal umfasst zwei Komponenten: Disney wird selbst Kunde von OpenAI und wird die KI-Software des Unternehmens unter anderem für den Streamingdienst Disney+ einsetzen. Zudem können Nutzer der ChatGPT Video App Sora Figuren aus dem Disney-Imperium in gewissem Umfang nutzen, was bislang durch Urheberrechte eingeschränkt war.

Bieterkampf um Warner Bros.

Um Warner Bros. (ISIN: US9344231041, WKN: A3DJQZ) ist ein Bieterkampf entbrannt: Nachdem Netflix (ISIN: US64110L1061, WKN: 552484) in der vergangenen Woche ein 83 Mrd. USD schweres Angebot auf den Tisch gelegt hatte, dem Management und Verwaltungsrat beider Unternehmen bereits zugestimmt hatten, schaltete sich Paramount (ISIN: US69924R1086, WKN: A1W9NU) am Montag mit einer feindlichen Übernahmeofferte ein. Der von David Ellison, Sohn des Oracle-Gründers Larry Ellison, geführte Konzern bietet 108 Mrd. USD. Doch es geht nicht nur um Zahlen, sondern auch um Vorwürfe. Paramounts Anwälte werfen der Führung von Warner vor, bei der Zustimmung zum Angebot von Netflix ihre Treuepflicht verletzt zu haben - möglicherweise im Hinblick auf künftige Vorteile und Positionen im neuen Netflix-Konzern.

Broadcom mit stärkerem Ausblick

Broadcom (ISIN: US11135F1012, WKN: A2JG9Z) erwartet für das am 01. Februar endende Quartal 19,1 Mrd. USD Umsatz, was über den Analystenerwartungen von 18,5 Mrd. USD liegt. Die Quartalsdividende wurde um 10 % auf 0,65 USD pro Aktie erhöht. "Wir sehen die Dynamik im ersten Quartal anhalten und erwarten, dass der Umsatz mit KI-Halbleitern im Jahresvergleich auf 8,2 Mrd. USD doppelt so hoch ausfällt", sagte Vorstandschef Hock Tan.

Oracle enttäuscht die Märkte trotz steigender Umsätze

Oracle (ISIN: US68389X1054, WKN: 871460) enttäuscht bei Cloud-Umsätzen. Die Erlöse aus der Bereitstellung von Computing-Kapazitäten stiegen im Quartal um 34 % auf 7,98 Mrd. Dollar. Im Infrastrukturgeschäft legte der Umsatz um 68% auf 4,08 Mrd. Dollar zu. Beides lag unter den Erwartungen der Analysten. Die Märkte sorgen sich um Kosten und Zeitpläne für den Aufbau von KI-Infrastruktur in beträchtlicher Größenordnung. Es wachsen Zweifel daran, dass die hohen KI-Auftragseingänge sich rasch im Ergebnis niederschlagen.

Tui mit erster Dividende seit Corona

Tui (ISIN: DE000TUAG505, WKN: TUAG50) zahlt erstmals seit der Pandemie wieder eine Dividende: 0,10 EUR pro Aktie will das Unternehmen nach einem Gewinnsprung im am 30.09. abgelaufenen Geschäftsjahr auszahlen. Fortan sollen 10-20 % des bereinigten Ergebnisses ausgeschüttet werden, das im Geschäftsjahr um 30 % auf 1,34 EUR anstieg.

ThyssenKrupp stoppt Elektrostahl-Produktion

ThyssenKrupp (ISIN: DE0007500001, WKN: 750000) legt die Produktion von Elektrostahl kurzzeitig auf Eis. Ab Mitte Dezember werden die Werke in Gelsenkirchen und im französischen Isbergues bis zum Jahresende vollständig geschlossen. Zudem soll der Standort Isbergues ab Januar für mindestens vier Monate nur mit 50 Prozent seiner Gesamtkapazität produzieren. Als Begründung nennt das Unternehmen billige Importe aus Asien.

Eli Lilly feiert Studien-Erfolg

Eli Lilly (ISIN: US5324571083, WKN: 858560) meldet einen Studienerfolg für ein Medikament gegen Fettleibigkeit. In einer klinischen Studie der Phase 3 führte der Wirkstoff Retatrutid nach 68 Wochen zu einem durchschnittlichen Gewichtsverlust von 28,7 %, und erwies sich damit als wirksamer als das hauseigene Medikament Zepbound. Im Gegensatz zu bisherigen Medikamenten aktiviert Retatrutid drei Hormonrezeptoren - GLP-1, GIP und Glucagon -, woraus sich die Bezeichnung "Triple G" entwickelte.

Unter der Lupe

Brown-Forman: Jack Daniels Hersteller mit Bodenbildung bei günstiger Bewertung

Der 1870 gegründete und in Louisville in Kentucky ansässige Hersteller alkoholischer Getränke Brown-Forman (ISIN: US1156372096, WKN: 856693) ist manchen Verbrauchern durch Marken wie Jack Daniel's, Woodford Reserve, Old Forester, Early Times, Canadian Mist, Coopers' Craft, Slane Irish, Finlandia, Korbel, El Jimador, Sonoma Cutrer und Chambord ein Begriff. Während einige Produkte des Portfolios für ihre stimmungsaufhellende Wirkung bekannt sind, ruft der Kursverlauf schon lange keine Euphorie mehr hervor: Mehr als die Hälfte ihres Wertes büßte die Aktie in den letzten drei Jahren ein. Ist Brown-Forman nun unterbewertet?

Morningstar Analyst Dan Su jedenfalls glaubt, dass die "günstige Aktie dieses Unternehmens mit großem Wettbewerbsvorteil für geduldige Anleger attraktiv" sein könnte. Zwar habe das Unternehmen schwierige Jahre mit schwacher Nachfrage aus den USA und Europa hinter sich. Doch könnten "die Markenstärke, Innovationen und das Wachstum in Schwellenländern" die Umsätze wieder steigern - derzeit werde das Wachstumspotenzial unterschätzt. Brown-Forman sei für den Trend der Premiumisierung in der Branche ebenso gut aufgestellt wie das wachsende Segment der Ready-to-Drink-Getränke. Es bestehe ein breiter wirtschaftlicher Burggraben, die Gründerfamilie Brown sei als Mehrheitseigentümer langfristig aufgestellt.

"Über einen Zeitraum von 10 Jahren modellieren wir ein jährliches Umsatzwachstum von 3,4 %, basierend auf unserer Erwartung stetiger, niedriger einstelliger Zuwachsraten bei Absatzmenge und Preisen von Spirituosen. Wir gehen davon aus, dass die bereinigte operative Marge bis zum Ende unseres 10-jährigen Prognosezeitraums um 520 Basispunkte gegenüber dem Geschäftsjahr 2025 auf 33,0 % steigen wird, während die Bruttomarge um 330 Basispunkte auf 62,0 % wächst", heißt es bei Morningstar. Den fairen Wert setzen die Analysten deshalb bei 37 USD an, was 20 % über dem aktuellen Kurs liegt.

Das zukunftsgerichtete KGV liegt mit 18,75 deutlich unter dem 5-Jahres-Durchschnitt von 27,45. Das KBV liegt mit 3,5 weniger als halb so hoch wie im Schnitt der letzten fünf Jahre. Die Dividendenrendite liegt nahe 3 %.

Die durch das Wall Street Journal befragten Analysten rechnen ebenso wie Morningstar ab 2027 wieder mit steigenden Gewinnen, setzen das Kursziel - im Median 30 USD - aber deutlich niedriger an. Es gibt lediglich eine Kaufempfehlung (bei 4x overweight, 8x hold, 3x underweight und 3x sell).

Ein Blick auf den Chart ist wichtig: Nach einem langen Abwärtstrend scheint sich eine zaghafte Bodenbildung anzukündigen.

Chart der Woche

Chinas Außenhandel gewinnt an Dominanz

Chinas Industrieproduktion erlebt ein Rekordjahr: Die Fabriken im Reich der Mitte produzieren mehr Autos, Maschinen und Chemikalien als je zuvor. Die Industrieproduktion legte in den ersten zehn Monaten des Jahres um 7 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Die US-Einfuhrzölle hemmten weder die Produktion noch den Export.

Ganz im Gegenteil: Peking meldete für die ersten elf Monate des Jahres einen Handelsüberschuss von 1,08 Billionen USD, was ebenfalls einen Rekord darstellt. Die Exporte stiegen um 5,4 % auf 3,4 Billionen USD, während die Importe um 0,6 % auf 2,3 Billionen USD sanken. Chinesische Erzeugnisse finden ihre Abnehmer nach den höheren tarifären Hürden in den USA nun andernorts: Die chinesischen Exporte nach Afrika, Südostasien und Lateinamerika stiegen um 26 %, 14 % bzw. 7,1 %. Die direkten Exporte in die USA waren um 19 % rückläufig.

Ein Ende der Dominanz ist nicht in Sicht. Peking setzt im neuen Fünfjahresplan auf die Förderung modernster Fertigungstechnologien und die Sicherstellung der technologischen Vorherrschaft in Bereichen wie Halbleiter und KI. Das Ungleichgewicht im Handel könnte sich damit noch verstärken. "Das Problem ist so groß, dass es offensichtlich ist, dass nicht nur die Vereinigten Staaten oder Europa, sondern die ganze Welt diese Lücke schließen muss", sagte Jens Eskelund, Präsident der Europäischen Handelskammer in China.

Investor Woche: Disney investiert in OpenAI, Bieterkampf um Warner Bros., Oracle enttäuscht, Eli Lilly mit Triple G Studienerfolg, TUI, Broadcom, ThyssenKrupp, Brown-Forman

Fun Fact

Luana Lopes Lara wurde mit Prognosen zur jüngsten Selfmade-Milliardärin

Die 29-Jährige gründete zusammen mit Tarek Mansour den Prognosemarkt Kalshi und hält rund 12 % an dem mit 9,5 Mrd. EUR bewerteten Unternehmen. Kalshi ist ein regulierter Prognosemarkt, auf dem Nutzer auf das Eintreten oder Ausbleiben bestimmter Ereignisse wetten können. Interessantes Detail: Der jüngste Milliardär der Welt, Shayne Coplan, gründete ebenfalls einen Prognosemarkt.

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