
Gold statt Dollar: USA schürt Kapitalkrieg - Vertrauensbruch provoziert Finanzkonflikte
Die aggressive Politik der USA könnte laut Milliardär-Investor Ray Dalio eine neue Phase globaler Finanzkonflikte auslösen. Ausländische Investoren könnten US-Staatsanleihen daher zukünftig immer mehr meiden. Der Investor rät zu 5 bis 15 Prozent Gold im Portfolio.
Lesezeit 4 min
Der milliardenschwere Investor Ray Dalio schlägt Alarm. Der Gründer von Bridgewater Associates warnte am Dienstag beim Weltwirtschaftsforum in Davos vor einem drohenden Kapitalkrieg zwischen den USA und ihren Gläubigerstaaten. Trumps aggressive politische Agenda könnte ausländische Regierungen und Investoren dazu bringen ihre Bestände an US-Staatsanleihen und Dollar-Vermögenswerten zu überdenken. Die Folge wäre eine neue Phase globaler Finanzkonflikte.
Schuldenberg trifft auf schwindendes Vertrauen bei ausländischen Gläubigern
Dalio äußerte gegenüber CNBC seine Sorge über eine gefährliche Konstellation. Auf der einen Seite halten viele Länder große Mengen an US-Dollar und amerikanischen Staatsanleihen. Auf der anderen Seite gibt Washington weiterhin immense Schuldenmengen aus. Wenn das Vertrauen auf beiden Seiten nachlässt entsteht eine problematische Situation. "Wir wissen dass sowohl die Halter von US-Dollar als auch diejenigen die ihn brauchen sich gegenseitig misstrauen" sagte Dalio dem Sender. Wenn andere Länder diese Vermögenswerte halten und gleichzeitig Sorgen haben während die USA massiv neue Schulden produzieren sei das ein enormes Problem.
Die Kurse von US-Staatsanleihen fielen am Dienstag deutlich. Investoren reagierten auf erneute Zolldrohungen aus Washington, die Ängste vor einem Handelskrieg mit Europa schürten. Trump verschärfte seine Rhetorik zu Grönland und drohte Ländern mit neuen Zöllen, falls sie sich dem Verkauf des dänischen Territoriums an die USA widersetzen. Solche Konflikte könnten sich schnell ausweiten. "Wenn Sie internationale geopolitische Konflikte haben, wollen selbst Verbündete die Schulden des anderen nicht halten" erklärte Dalio. Sie bevorzugten dann harte Währungen. Das sei logisch und durch die Weltgeschichte vielfach belegt.
Gold als Anlegerschutz
Der Hedgefonds-Manager betonte die Bedeutung von Diversifikation für Anleger. Niemand sollte sich zu stark auf eine einzelne Anlageklasse oder ein Land verlassen. Gold hob Dalio als wichtige Absicherung in Zeiten finanzieller Spannungen hervor. Er empfahl einen Anteil von 5 bis 15 Prozent in einem typischen Portfolio. "Es entwickelt sich sehr gut, wenn andere Vermögenswerte schlecht laufen" sagte Dalio. Anlagen in Gold seien eine effektive Diversifikation. Der Goldpreis am Spotmarkt erreichte am Mittwoch mit 4.866 US-Dollar ein neues Allzeithoch. Investoren flüchten angesichts wachsender Spannungen in sichere Häfen.
Dalio verwies auf historische Beispiele, in denen wirtschaftliche Konflikte über Handelsfragen hinaus auf Kapitalströme und Währungsstreitigkeiten übergriffen. Die aktuelle Entwicklung erinnere an frühere Phasen, in denen das Vertrauen in eine dominierende Währung nachließ. Ob sich seine Befürchtungen bewahrheiten, hängt davon ab wie stark sich die geopolitischen Spannungen verschärfen und ob ausländische Investoren tatsächlich beginnen ihre Dollar-Bestände abzubauen. Die nächsten Monate dürften zeigen ob die Weltwährungsordnung vor einem Umbruch steht.

