
GLP-1 und mehr: Peptide-ETF geht an den Start
Peptide spielen bei GLP-1-Medikamenten eine zentrale Rolle, eine Verdopplung des Marktes bis 2035 ist absehbar. Darüber hinaus kommen die Aminosäureketten von Onkologie bis Wellness in immer mehr Anwendungen zum Einsatz. Bald geht ein Peptide-ETF an den Start.
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REX Shares hat am 27. Juli bei der US-Börsenaufsicht SEC die Zulassung für einen ETF beantragt, der rund um die Wertschöpfungskette von Peptiden investieren soll. Peptide sind kurze Aminosäureketten - die Bausteine von Proteinen -, die in einer spezifischen Sequenz miteinander verbunden sind. Sie kommen in einer Vielzahl von Produkten wie Arzneimitteln, Nahrungsergänzungsmitteln und Hautpflegeprodukten zur Anwendung.
Peptide: GLP-1-Bausteine - und noch viel mehr
Warum sind Peptide für Anleger interessant? In den vergangenen Jahren erlebten verschiedene Peptid-basierte Wirkstoffe einen Durchbruch. Zu den bekanntesten Fällen zählen GLP-1-Rezeptoragonisten für die Behandlung von Typ-2-Diabetes und Adipositas (bekannt durch Medikamente wie Ozempic, Wegovy oder Mounjaro).
Weiteres Wachstum ist absehbar: Peptide werden zunehmend auch in der Onkologie, der Kardiologie und bei seltenen Krankheiten eingesetzt. Der Gesamtmarkt für therapeutische Peptide wächst dadurch dynamisch. Allein der globale GLP -1-Markt könnte laut Morgan Stanley Research von 79 Mrd. USD im Jahr 2025 auf 190 Mrd. USD im Jahr 2035 wachsen.
Peptide haben sich überdies zu einem der heißesten Trends im Wellnessbereich entwickelt und versprechen unter anderem eine schnellere Muskelregeneration und gesünderes Altern.
Der ETF von REX Shares soll den eingereichten Dokumenten zufolge den VettaFi Peptides Index abbilden. Der Index berücksichtigt Aktien von Unternehmen, die mit der Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Peptid-basierten Produkten - darunter Therapeutika, Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetika und Medizinprodukte - sowie der für Peptide essenziellen Basistechnologien befasst sind.
Vergleichsweise viel Pure Play Peptides im ETF
Die Aufnahme in den Index erfordert ein durchschnittliches tägliches Handelsvolumen von mindestens 1 Million US-Dollar über drei Monate und eine Mindestmarktkapitalisierung von 100 Millionen US-Dollar.
Aktien im Index sind in mindestens einem von vier Segmenten tätig:
Therapeutics & Medicine: Unternehmen, die klinische Peptidmedikamente erforschen, entwickeln oder vermarkten (z. B. GLP-1-Hemmer, Insulin, synthetische Peptidtherapien).
Fertigung & Medizinprodukte: Unternehmen, die die notwendige Infrastruktur bereitstellen, darunter Auftragshersteller von Peptiden (CDMOs), spezialisierte Verabreichungssysteme und -technologien (z. B. Autoinjektoren, orale Verabreichungssysteme) sowie Diagnoseinstrumente.
Nutrazeutika & Nahrungsergänzungsmittel: Unternehmen, die zum Einnehmen geeignete Gesundheitsprodukte für Verbraucher herstellen, welche bioaktive Peptide enthalten (z. B. Kollagenpeptide für die Ernährung, Sporternährung).
Kosmezeutika & Hautpflege: Unternehmen, die topische Kosmetikprodukte entwickeln und vermarkten, die auf Peptidtechnologien basieren und Vorteile für die Hautgesundheit, Anti-Aging oder dermatologische Anwendungen bieten.
Jedes dieser Segmente ist dabei mit spezifischen Chancen und Risiken verbunden. Für Entwickler von Peptidmedikamenten etwa gilt: Eine erfolgreiche Entwicklung kann Umsätze und Margen rasch nach oben treiben, ein Rückschlag in klinischen Studien den Kurs rasch abstürzen lassen.
Synthese-Spezialisten und Auftragsentwickler dagegen arbeiten oft für viele verschiedene Pharmakonzerne als Kunden gleichzeitig. Für diese Unternehmen ist nicht entscheidend, welcher Pharmakonzern ein Produkt auf den Markt bringt, sondern wie viele Einheiten letztlich verkauft werden.
Für die Aufnahme in den Index wurden zwei Gruppen von Unternehmen definiert. Unternehmen der Gruppe "Kern" erzielen entweder mindestens 50 % ihres Umsatzes in den vier vorgenannten Segmenten oder verwenden mindestens 50 % ihrer klinischen Entwicklungsprogramme (Phase 1-3) oder mindestens 50 % ihrer jährlichen Forschungs- und Entwicklungsausgaben speziell für die Peptidforschung und -entwicklung.
FDA schlägt Zulassung von 6 Wellness-Peptiden vor
Unternehmen der Gruppe "Diversifiziert" kommen in einem der beiden genannten Bereiche auf Werte von 10-49 % oder gehören in einem der vier Segmente zu den drei größten Anbietern weltweit.
Wie immer spielt im Biotech-Bereich neben der Studienlage auch die Regulierung eine Rolle. Die US-Gesundheitsbehörde FDA empfahl kürzlich, sechs spezielle Wellness-Peptide, die bislang in einem Graumarkt verkauft werden, für bestimmte Apotheken zuzulassen. Darunter befinden sich etwa das Peptid Epitalon gegen Schlaflosigkeit und KPV zur Wundheilung und bei entzündlichen Erkrankungen.
Die Gewichtung der Positionen erfolgt vierteljährlich anhand ihrer Streubesitz-Marktkapitalisierung. Dabei werden 80 % der Kerntranche und 20 % der diversifizierten Tranche zugeordnet. Um das Konzentrationsrisiko zu reduzieren, ist die Gewichtung einzelner Positionen in der Kerntranche auf maximal 12 % und in der diversifizierten Tranche auf maximal 5 % begrenzt. Die Gesamtgewichtung von Positionen über 5 % ist auf 45 % begrenzt.