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Die besten europäischen Rohstoffexplorer-Aktien 2025

Investieren in die Rohstoffsouveränität Europas

Europa braucht mehr Rohstoffe – und mehr Rohstoffsouveränität. Letztlich führt kein Weg an mehr Bergbau vorbei. Bergbau beginnt mit der Exploration. Daraus ergeben sich Chancen für Explorationsunternehmen. Wir stellen die vielleicht besten europäischen Rohstoffexplorer-Aktien 2025 vor.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 13 min
Erstmals veröffentlicht am 18. Juli 2024Titelbild: Evgeny Gromov / 123RF

Europa braucht Rohstoffe – und will sie selbst fördern

Die EU benötigt Rohstoffe - und zwar mehr denn je. Viele Rohstoffe sind kritisch: Sie werden in Europa bislang nicht gefördert, wodurch sich gefährliche Abhängigkeiten ergeben. Insbesondere die Abhängigkeit von China gilt als strategische Schwäche.

Kritische Rohstoffe sind für eine ganze Reihe strategischer Sektoren unverzichtbar, darunter die Netto-Null-Industrie, die digitale Industrie, die Luft- und Raumfahrt und die Verteidigungsindustrie.

"Die EU muss die Risiken für Lieferketten, die mit solchen strategischen Abhängigkeiten verbunden sind, mindern, um ihre wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit zu verbessern", heißt es bei der EU-Kommission.

Konkret wird dieses Vorhaben mit dem Critical Raw Materials Act. Damit werden Vorgaben für die inländischen Kapazitäten gemacht. So sollen bis 2030 mindestens 10 % des Jahresverbrauchs der EU durch heimische Produktion gewonnen werden. Noch deutlich höher liegt die Benchmark mit 40 % bei der Verarbeitung. Nicht mehr als 65 % des EU-Jahresverbrauchs bei jedem als strategisch eingestuft Rohstoff dürfen aus einem einzigen Drittland kommen.

Die europäische Rohstoffsouveränität erfordert den Aufbau einheimischer Wertschöpfungsketten. Diese beginnen beim Rohstoffabbau bzw. Bergbau – und dieser wiederum mit der Exploration.

Die Vorkommen sind da – der Widerstand gegen den Bergbau auch

Europa gilt auf den ersten Blick nicht als Heimat großer Rohstofflagerstätten. Dies liegt auch daran, dass auf dem alten Kontinent bislang vergleichsweise wenig exploriert wurde.

In den letzten Jahren gab es jedoch einige beeindruckende Funde. So wurden vor der Küste Norwegens größere Mengen an wertvollen Rohstoffen entdeckt, darunter Seltene Erden, Kupfer und Kobalt.

Den Schätzungen der Norwegischen Erdöldirektion (NPD) zufolge könnten unter dem Meeresboden bis zu 38 Millionen Tonnen Kupfer lagern - fast das Doppelte der aktuellen jährlichen Minenproduktion. Zudem werden 45 Millionen Tonnen Zink und 1,7 Millionen Tonnen Cer (wichtig für die Aluminiumverarbeitung) vermutet.

In Nordschweden in der Nähe von Kiruna wurden auf dem Gelände der größten Eisenerzmine Europas mehr als eine Million Tonnen an Seltenerdoxiden gefunden – das Achtfache des derzeitigen weltweiten Jahresbedarfs. In Serbien lagern so viele Rohstoffe, dass die EU ein Abkommen mit dem Land abgeschlossen hat. Neben Kupfer gibt es dort auch Lithium in größeren Mengen.

Gerade in Serbien aber zeigt sich, dass Bergbau und Rohstoffgewinnung in Europa auch auf Widerstand stoßen. Die serbische Regierung hatte dem Rio Tinto Konzern 2022 die Lizenz für das Lithiumprojekt Jadar zeitweise entzogen. Der Grund: Massive Proteste von Umweltschützern.

Erst im Juli 2024 wurde die Lizenz nach einem Urteil des Verfassungsgerichts zurückgegeben. Auch aufgrund solcher Widerstände dauert es von der Entdeckung eines Rohstoffvorkommens bis zur Inbetriebnahme einer neuen Mine leicht 10-15 Jahre.

Die besten europäischen Rohstoffexplorer Aktien 2025

Dennoch: Langfristig will Europa unabhängiger von Rohstoffimporten werden. Zahlreiche Explorationsunternehmen suchen bereits heute an unterschiedlichen Stellen des Kontinents nach Gold, Kupfer, Seltenen Erden, Lithium und anderen Rohstoffen.

Diese Explorationsunternehmen könnten ihre Bedeutung im europäischen Bergbau in den kommenden Jahren deutlich steigern. Daraus ergeben sich Chancen für Anleger, die an der Entwicklung partizipieren. Wir haben uns sechs europäische Rohstoffexplorer Aktien genauer angesehen.

Zinnwald Lithium

Zinnwald Lithium (ISIN: GB00BFN4GY99, WKN: A2DWS6) arbeitet am Zinnwald-Lithium-Projekt in der Nähe von Dresden 150 km von einer geplanten Gigafactory für Batterien entfernt. Es handelt sich dabei um die zweitgrößte Lithiumerzlagerstätte in der EU.

Das Projekt weist gemäß der revidierten Mineralressourcenschätzung (MRE) von 2024 gemessene + angezeigte + abgeleitete Ressourcen von 2.662.000 Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent (LCE) auf. Die MRE 2024 basiert auf einem 2022/23 durchgeführten Bohrprogramm mit 84 Bohrungen von jeweils rund 300 m.

Die mögliche Produktionskapazität wird ausgehend von der MRE 2018 bei einer Minenlebensdauer von 35 Jahren auf 12.000 Tonnen Lithiumhydroxid in Batteriequalität geschätzt – genug für 800.000 EV-Batterien pro Jahr. Wahrscheinlich liegt dieser Wert aufgrund der 2024 aktualisierten MRE noch wesentlich höher.

Zusätzlich zu dem Gebiet, das durch die ursprüngliche Bergbaulizenz abgedeckt wird, besitzt Zinnwald Lithium die Explorationsrechte für eine zusätzliche Fläche von etwa 10 km2, auf der weitere Lithiumressourcen nachgewiesen werden sollen, um die Projektlaufzeit zu verlängern.

Kuniko

Kuniko (ISIN: AU0000159840, WKN: A3CTAL) exploriert und entwickelt eine Reihe von Rohstoffprojekten mit den Batteriemetallen Nickel, Kupfer, Kobalt und Lithium in Norwegen und Schweden.

Im Portfolio befinden sich insgesamt acht Projekte. Am weitesten fortgeschritten ist das Nickel-Kupfer-Kobalt Projekt Ertelien 40 km nordwestlich von Oslo.

Die aktualisierte MRE wurde in Übereinstimmung mit den JORC-Richtlinien abgeschlossen und taxiert die Lagerstätte auf 22 Mio. Tonnen angezeigte Ressourcen mit 0,26 % Nickeläquivalent 1 (NiEq) und 18 Mio. Tonnen abgeleitete Ressourcen mit 0,25 % NiEq. Die enthaltenen Metalle für die angezeigten Ressourcen entsprechen 39Kt Nickel (Ni), 29Kt Kupfer (Cu) und 3,1Kt Tonnen Kobalt (Co) sowie 32Kt Nickel (Ni), 21Kt Kupfer (Cu) und 2,5Kt Tonnen Kobalt (Co) für die abgeleiteten Ressourcen.

Ertelien ist Teil eines größeren Explorationsgebiets, das von Kuniko lizenziert wurde. Der Ringerike Battery Metal District in Südnorwegen umfasst mehrere brachliegende Nickel-Kupfer-Minen und Versuchsabbaugebiete. Der Bezirk ist für mehrere aussichtsreiche Intrusionen bekannt, darunter die Tysklandsgruve-Intrusion, bei der Probenahmen Gehalte von bis zu 1,86 % Cu, 1,87 % Ni, 10 % Co, 0,43 ppm Au und 0,21 ppm Pd 2 ergaben.

Geologisch gesehen gibt es Ähnlichkeiten mit den Tier-1-Ni-Cu-Lagerstätten in Voisey's Bay im kanadischen Labrador.

Die beiden Hauptaktionäre von Kuniko sind strategische Investoren: Mit Stellantis (Anteil: 19,4 %) besteht eine Abnahmevereinbarung für die zukünftige Produktion von Nickel und Kobalt. Zusammen mit Vulcan Energy (15,9 %) ermöglicht Stellantis die vertikale Integration in die europäische Batteriewertschöpfungskette.

Electrum Discovery

Electrum Discovery (ISIN: CA28616D1087, WKN: A401HN) besitzt ein fast 1.000 km2 großes Portfolio in Serbien. Dieses enthält aussichtsreiche Kupfer-Gold-Projekte in direkter Nachbarschaft zu großen und ertragreichen Minen.

Das Kernprojekt Timok East etwa grenzt an die Bergbaubetriebe Bor, Veliki Krivelj, Čukari Peki und Majdanpek im Besitz von Zijin Mining. Die angrenzende metallogene Zone Bor von Zijin Mining beherbergt eine der höchsten Konzentrationen an Cu-Mineralisierungen im eurasischen Tethyangürtel.

Bei Explorationsarbeiten 2024 wurde die Bambino-Anomalie entdeckt, die im weiteren Jahresverlauf durch weitere Maßnahmen validiert werden konnte. Das Projekt zieht das Interesse der ersten Reihe auf sich: Electrum Discovery ist Teil des BHP Xplore Programms 2025 und erhält dadurch einen eigenkapitalfreien Zuschuss und Zugang zu BHPs Netzwerken und Partnerschaften.

Während des Förderzeitraums könnte BHP einen Investitionsvorschlag unterbreiten. Sollte Electrum Discovery diesen ablehnen, hätte BHP für einen Zeitraum von 12 Monaten ab dem Datum des Investitionsvorschlags ein Vorkaufsrecht für alle Direktinvestitionen in das Timok-East-Projekt.

Neben Timok East gehört auch Novo Tlamino zum Portfolio von Electrum Discovery. Das Projekt befindet sich in der Nähe von Bosilegrad im äußersten Südosten Serbiens und besteht aus zwei aneinandergrenzenden Explorationslizenzen, Donje Tlamino und Surlica-Dukat, die eine Gesamtfläche von 192 Quadratkilometern abdecken. Die Lizenz Donje Tlamino umfasst das Barje-Prospekt, für das eine vermutete Mineralressource vorliegt, die ungefähr 670.000 Unzen AuEq in 7,1 Mio. Tonnen mit einem Gehalt von 2,9 g/t AuEq bei einem Cut-off-Gehalt von 0,7 g/t AuEq enthält.

European Green Transition

European Green Transition (ISIN: GB00BPVG5407, WKN: A40AB6) fokussiert Assets mit direktem Bezug zur Energiewende. Die Strategie: Der Erwerb qualitativ hochwertiger Assets, die in Schwierigkeiten geraten oder unterbewertet sind und über begrenztes Kapital verfügen. Durch strategische Investitionen sollen Wertsteigerungen erreicht werden. Die derzeitigen Projekte des Unternehmens befinden sich in Schweden, Zypern, Irland und Deutschland.

Zum Portfolio gehört etwa das südschwedische Seltenerdprojekt Olserum mit einem hohen Anteil an den Seltenerdmetallen Dysprosium, Neodym und Terbium. Ursprünglich umfasste das Projekt 6,5 km², wurde aber inzwischen auf 102,1 km² erweitert. Es gibt eine historische 43-101-konforme Ressourcenschätzung mit einer angezeigten Ressource von 4,5 Mio. t mit einem Gehalt von 0,6 % Seltenerdoxiden (TREO) und einer geschätzten Ressource von 3,3 Mio. t mit 0,63 % TREO bei einem Cut-off von 0,4 %. Die historische Olserum-Ressource seltener Erden erstreckt sich über eine Streichlänge von 300 m mal 100-150 m Breite und wurde bis zu einer Tiefe von 250 m erprobt. Sie bleibt in der Tiefe und seitlich offen und bietet erhebliches Potenzial zur Erweiterung.

Ein weiteres EGT-Projekt ist Pajala. Das nordschwedische Graphitprojekt weist eine vergleichbare Qualität wie die hochwertigsten Graphitprojekte weltweit auf. Diese Annahme ergibt sich aus Bohrlöchern die z. B. 4,7 m mit einem Gehalt von 39,8 % und 8,4 m mit einem Gehalt von 29 % zutage förderten. Anglo American hat in den Jahren 2000 und 2001 neun Löcher gebohrt, um nach Kupfer in IOCG-Systemen zu suchen. Das letzte Bohrloch durchteufte 10,78 m mit 0,38 % Cu in Verbindung mit einer Struktur. EGT ist auf der Suche nach einem Partner oder Verkäufer für das Projekt und ist offen für einen Equal-Equity-Deal mit einem börsennotierten Explorationsunternehmen.

Endomines

Endomines (ISIN: FI4000508023, WKN: A3D3XJ) sucht und produziert Gold entlang der Karelischen Goldlinie in Nordkarelien. Die Zone ist ein über 40 Kilometer langer und größtenteils fünf Kilometer breiter goldhaltiger Grünsteingürtel.

In diesem Gebiet gibt es mehrere nachgewiesene Goldmineralisierungen, darunter Pampalo. In Pampalo betreibt Endomines sowohl eine Untertagemine als auch einen Tagebau. Die aktualisierte Erzschätzung für die Pampalo-Mine weist eine Gesamterzreserve von 349.000 Tonnen mit einem Gehalt von 2,90 g/t Gold für 32.200 Unzen Gold auf. Neben der Mine befindet sich die unternehmenseigene Verarbeitungsanlage.

2024 wurde in Hosko ein neuer Tagebau eröffnet. Im Herbstfiel die Entscheidung, das Bergwerk unter Tage zu erweitern.

Darüber hinaus ist das Unternehmen im Bereich der Exploration aktiv - vor allem bei den Lagerstätten Korvilansuo und Kuittila an der südlichen Goldlinie. Die aktualisierte Mineralressourcenschätzung für das Projekt Korvilansuo weist eine geschätzte Ressource von 838.000 Tonnen mit einem Gehalt von 2,49 g/t Gold, also 67.200 Unzen Gold, auf. Die aktualisierte Mineralressourcenschätzung für Kuittila weist eine geschätzte Ressource von 814.700 Tonnen mit einem Gehalt von 1,88 g/t Gold, also 49.170 Unzen Gold, auf.

First Nordic Metals

First Nordic Metals (ISIN: CA33583M1077, WKN: A4081Q) ist einer der größten Claimholder in Schweden. Die Liegenschaften im Portfolio umfassen 100.000+ Hektar im Gold Line Belt, einem der am wenigsten erforschten Grünsteingürtel der Welt.

Das Flaggschiff des Explorers ist das 2,4 Moz Au Barsele Gold Projekt in der Bergbauregion Västerbottens Län in Nordschweden, 600 km nördlich von Stockholm. Das Barsele-Projekt liegt in der Bergbauregion Västerbottens Län in Nordschweden, 600 km nördlich von Stockholm, und erstreckt sich über 24.980 Hektar im Fennoskandischen Schild.

Barsele ist ein Joint Venture mit Agnico Eagle Mines, das Ende 2015 Betreiber des Projekts wurde. Seitdem wurden insgesamt 165.936 Meter Deckgesteinsdurchdringung und Kernsammlung aus insgesamt 453 Bohrlöchern tabellarisch erfasst. In unmittelbarer Umgebung des Barsele-Projekts besitzt FNM Lizenzen für drei weitere Projekte: Paubäcken, Storjuktan und Klippen.

Für das Projekt Kylmäkangas im wenig erforschten Oijärvi-Grünsteingürtel besteht eine NI 43-101-konforme angezeigte und abgeleitete Ressource von 311.000 Unzen AuEq mit einem Gehalt von 3,6 g/t AuEq.