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Bauboom im Sun BeltIn den USA sinken die Mieten seit 19 Monaten

In den USA sinken die Mieten infolge erhöhter Bautätigkeit seit 19 Monaten. Mieter zahlen nominal aktuell so viel wie vor drei Jahren. Die Leerstandsquote in Mehrfamilienhäusern klettert auf 8 %.

von Verumo-Redaktion

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Titelbild: picture alliance / Zoonar / Êrik Lattwein

Auf breiter Front steigende Mieten sind womöglich kein unabwendbares Schicksal. Dies legen Daten des US-Maklers Redfin dar. Einer neuen Analyse zufolge sanken die Angebotsmieten in den USA im November um 0,7 % auf den niedrigsten Stand seit März 2022.

Die mittlere Angebotsmiete in den USA fiel demnach im November im Vergleich zum Vorjahr um 0,7 % auf 1.595 USD. Im Vergleich zum Höchststand im August 2022 (1700 USD) entspricht dies einem Rückgang um 6,2 %.

Miete pro Quadratfuß erstmals seit drei Jahren wieder unter 1,80 USD

Es handelt sich um einen längerfristigen Trend: Der November war der 19. Monat in Folge, in dem der mittlere Mietpreis pro Quadratfuß im Vergleich zum Vorjahr zurückging. Mit 1,79 USD lag der Preis erstmals seit November 2021 wieder unter 1,80 USD.

Zurückgeführt wird der Rückgang der Mieten auch auf die Rekordzahl an neuen Wohnungen, die in diesem Jahr fertiggestellt wurden. So wurden landesweit im zweiten Quartal 22,6 % mehr Wohnungen fertiggestellt als im Vorjahreszeitraum – der höchste Anstieg seit mehr als zwölf Jahren. Dadurch stieg die Leerstandsquote in Gebäuden mit fünf oder mehr Einheiten im dritten Quartal auf 8 %, was den höchsten Stand seit Anfang 2021 markiert.

Redfin Ökonom Sheharyar Bokhari sieht einen Mietermarkt heraufziehen. "Mieter in Gegenden, in denen die Bautätigkeit boomt, sind derzeit in einer günstigen Lage. Die Erschwinglichkeit verbessert sich, da die Mieten sinken und die Löhne steigen, und es gibt mehr Auswahl, da immer mehr neue Wohnhäuser eröffnet werden". Für 2025 zeichne sich ab, dass sich die Erschwinglichkeitslücke zwischen Kauf und Miete – dieZahl der Baugenehmigungen jedoch um 6,1 % gegenüber dem Vormonat gestiegen – der größte Anstieg auf Monatsbasis seit Februar 2023.

Baugenehmigungen für Mehrfamilienhäuser steigen um 22,1 %

Der starke Anstieg der Baugenehmigungen war ausschließlich den Mehrfamilienhäusern zu verdanken (die im Vergleich zum Vormonat um 22,1 % zunahmen – der stärkste Anstieg seit Februar 2023), während die Baubeginne für Mehrfamilienhäuser im Vergleich zum Vormonat um 24,1 % einbrachen. Dies könnte auf die Auswirkungen der Hurrikane Saison zurückzuführen sein. Die weitere Entwicklung bleibt im Detail abzuwarten.

Die Entwicklungen in den USA zeigen deutlich, dass eine vermehrte Bautätigkeit den Wohnungsmarkt rasch und deutlich entspannen kann. Ohne diese Bautätigkeit führt wachsende Verknappung zu immer weiter steigenden Preisen.

Dies belegt ein Blick nach Deutschland. Laut einer Analyse des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) kletterten die hiesigen Mieten in diesem Jahr sowohl im Bestand als auch bei Neubauten um rund 4 %. Seit 2010 steht bei den Nettokaltmieten in Deutschland ein Anstieg um insgesamt 64 % zu Buche.