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2026 zählt mehr als ChatDer nächste KI Geldregen trifft nicht die lautesten sondern die nützlichsten Anwendungen

KI wird für Investoren zum Infrastrukturthema. Während China beim Preis Druck macht, fließt Kapital besonders in Verteidigungstechnologie, Medizin-KI und handlungsfähige KI-Systeme.

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 8 min
Titelbild: Alex Knight / Unsplash

KI-Boom verliert 2026 nichts von seiner Wucht, aber er verändert seine Richtung. Große Sprachmodelle und Chatbots stehen nicht mehr allein im Zentrum. Hinzu kommen Bereiche, in denen künstliche Intelligenz direkt in kritische Prozesse eingreift. Der Investor und KI-Berater Mark Minevich beschreibt diese Verschiebung auf Morningstar.com, der Online-Plattform des Finanzinformationsunternehmens Morningstar.

Seine These ist klar: Kapital folgt dort der KI, wo sich staatliche Prioritäten, industrielle Nachfrage und skalierbare Geschäftsmodelle überlagern. Besonders deutlich werde das in Verteidigung, Gesundheitswesen und bei agentischen Systemen, also Software, die planen, entscheiden und Aufgabenketten eigenständig ausführen kann.

Der Kapitalstrom verlagert sich in die nächste KI Phase

Die Größenordnung bleibt enorm. Nach Daten von PitchBook entfielen im ersten Quartal 2025 rund 57,9 % der weltweiten Wagniskapital-Investitionen auf KI- und Machine-Learning-Start-ups. Für Januar 2026 meldete Crunchbase zudem 31 neue Milliarden-Start-ups. was dem höchsten Monatswert seit Juni 2022 entspricht.

Für Minevich ist das mehr als ein Bewertungsrausch. Er deutet die Welle als Übergang von der Modell- zur Infrastrukturphase. Entscheidend sei nicht mehr nur, wer ein starkes Grundlagenmodell anbietet, sondern wer KI in regulierte, kapitalkräftige und strategisch relevante Märkte implementiert. An dieser Stelle werde aus Technik ein belastbares Geschäftsmodell.

Hinzu kommt der wachsende Wettbewerbsdruck aus China. Eine aktuelle Analyse des US-Sicherheits-Thinktanks RAND Corporation beschreibt chinesische Modelle als deutlich günstiger und spricht von Kosten, die nur bei einem Sechstel bis einem Viertel vergleichbarer US-Systeme liegen. Das verschärft den Preiswettbewerb und drückt Anbieter dazu, sich stärker über Anwendungen statt allein über Modellgröße zu differenzieren.

Geopolitische Spannungen treiben Dual Use Firmen an

Besonders deutlich zeigt sich der Trend in der Verteidigungstechnologie. Laut Defense News stieg das Venture-Capital-Volumen in Defense Tech 2025 auf den Rekordwert von 49,1 Mrd. USD nach 27,2 Mrd. USD im Vorjahr. Gemeint sind dabei auch Anbieter, deren Produkte zivil und militärisch einsetzbar sind.

Der politische Rückenwind ist ebenfalls stark. Die NATO-Staaten beschlossen 2025 in Den Haag ein Ziel von insgesamt 5 % des Bruttoinlandsprodukts bis 2035, davon 3,5 % für Kernverteidigung und 1,5 % für sicherheitsnahe Ausgaben. Parallel will die Europäische Union mit ihrem Programm ReArm Europe beziehungsweise Readiness 2030 Investitionen von bis zu 800 Mrd. EUR mobilisieren.

Damit wächst ein Markt, in dem autonome Systeme, Aufklärung, Logistik und Wartung nicht mehr als Nischenthemen gelten. Minevichs Argument ist hier plausibel: Wo Sicherheitsinteressen, staatliche Budgets und technologische Reife zusammenfallen, steigen die Chancen auf dauerhaft hohe Finanzierung und neue Unicorn-Bildungen.

Im Gesundheitswesen und bei Agenten wächst der nächste Markt

Auch das Gesundheitswesen erscheint in dieser Logik als naheliegendes Zielfeld. Es ist groß, reguliert und datenintensiv. Minevich nennt klinische Dokumentation, medizinische Recherche, Diagnostik und sichere Sprachmodelle als besonders aussichtsreiche Felder. Der Reiz für Investoren liegt dabei weniger im Hype als in langen Nachfragezyklen und hohen Eintrittsbarrieren.

Am weitesten in die Breite dürfte jedoch agentische KI vordringen. Gartner erwartet, dass bis Ende 2026 rund 40 % der Unternehmensanwendungen aufgabenspezifische KI-Agenten enthalten werden, nach weniger als 5 % im Jahr 2025. Gemeint sind Systeme, die nicht nur antworten, sondern Arbeitsabläufe selbst ausführen und koordinieren.

Dort, wo Software Personal nicht nur unterstützt, sondern ganze Prozessketten übernimmt, entsteht die nächste KI-Welle.Für Investoren verschiebt sich der Blick damit weg vom reinen Modellanbieter hin zu Firmen, die KI in sicherheitskritische, medizinische oder operative Anwendungen übersetzen. Aus dem Chatbot wird Infrastruktur.

KI-Boom verliert 2026 nichts von seiner Wucht, aber er verändert seine Richtung. Große Sprachmodelle und Chatbots stehen nicht mehr allein im Zentrum. Hinzu kommen Bereiche, in denen künstliche Intelligenz direkt in kritische Prozesse eingreift. Der Investor und KI-Berater Mark Minevich beschreibt diese Verschiebung auf Morningstar.com, der Online-Plattform des Finanzinformationsunternehmens Morningstar, Inc.

Seine These ist klar: Kapital folgt dort der KI, wo sich staatliche Prioritäten, industrielle Nachfrage und skalierbare Geschäftsmodelle überlagern. Besonders deutlich werde das in Verteidigung, Gesundheitswesen und bei agentischen Systemen, also Software, die planen, entscheiden und Aufgabenketten eigenständig ausführen kann.

Der Kapitalstrom verlagert sich in die nächste KI Phase

Die Größenordnung bleibt enorm. Nach Daten von PitchBook entfielen im ersten Quartal 2025 rund 57,9 % der weltweiten Wagniskapital-Investitionen auf KI- und Machine-Learning-Start-ups. Für Januar 2026 meldete Crunchbase zudem 31 neue Milliarden-Start-ups. was dem höchsten Monatswert seit Juni 2022 entspricht.

Für Minevich ist das mehr als ein Bewertungsrausch. Er deutet die Welle als Übergang von der Modell- zur Infrastrukturphase. Entscheidend sei nicht mehr nur, wer ein starkes Grundlagenmodell anbietet, sondern wer KI in regulierte, kapitalkräftige und strategisch relevante Märkte implementiert. An dieser Stelle werde aus Technik ein belastbares Geschäftsmodell.

Hinzu kommt der wachsende Wettbewerbsdruck aus China. Eine aktuelle Analyse des US-Sicherheits-Thinktanks RAND Corporation beschreibt chinesische Modelle als deutlich günstiger und spricht von Kosten, die nur bei einem Sechstel bis einem Viertel vergleichbarer US-Systeme liegen. Das verschärft den Preiswettbewerb und drückt Anbieter dazu, sich stärker über Anwendungen statt allein über Modellgröße zu differenzieren.

Geopolitische Spannungen treiben Dual Use Firmen an

Besonders deutlich zeigt sich der Trend in der Verteidigungstechnologie. Laut Defense News stieg das Venture-Capital-Volumen in Defense Tech 2025 auf den Rekordwert von 49,1 Mrd. USD nach 27,2 Mrd. USD im Vorjahr. Gemeint sind dabei auch Anbieter, deren Produkte zivil und militärisch einsetzbar sind.

Der politische Rückenwind ist ebenfalls stark. Die NATO-Staaten beschlossen 2025 in Den Haag ein Ziel von insgesamt 5 % des Bruttoinlandsprodukts bis 2035, davon 3,5 % für Kernverteidigung und 1,5 % für sicherheitsnahe Ausgaben. Parallel will die Europäische Union mit ihrem Programm ReArm Europe beziehungsweise Readiness 2030 Investitionen von bis zu 800 Mrd. EUR mobilisieren.

Damit wächst ein Markt, in dem autonome Systeme, Aufklärung, Logistik und Wartung nicht mehr als Nischenthemen gelten. Minevichs Argument ist hier plausibel: Wo Sicherheitsinteressen, staatliche Budgets und technologische Reife zusammenfallen, steigen die Chancen auf dauerhaft hohe Finanzierung und neue Unicorn-Bildungen.

Im Gesundheitswesen und bei Agenten wächst der nächste Markt

Auch das Gesundheitswesen erscheint in dieser Logik als naheliegendes Zielfeld. Es ist groß, reguliert und datenintensiv. Minevich nennt klinische Dokumentation, medizinische Recherche, Diagnostik und sichere Sprachmodelle als besonders aussichtsreiche Felder. Der Reiz für Investoren liegt dabei weniger im Hype als in langen Nachfragezyklen und hohen Eintrittsbarrieren.

Am weitesten in die Breite dürfte jedoch agentische KI vordringen. Gartner erwartet, dass bis Ende 2026 rund 40 % der Unternehmensanwendungen aufgabenspezifische KI-Agenten enthalten werden, nach weniger als 5 % im Jahr 2025. Gemeint sind Systeme, die nicht nur antworten, sondern Arbeitsabläufe selbst ausführen und koordinieren.

Dort, wo Software Personal nicht nur unterstützt, sondern ganze Prozessketten übernimmt, entsteht die nächste KI-Welle.Für Investoren verschiebt sich der Blick damit weg vom reinen Modellanbieter hin zu Firmen, die KI in sicherheitskritische, medizinische oder operative Anwendungen übersetzen. Aus dem Chatbot wird Infrastruktur.