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13F FilingsDiese Aktien hat Warren Buffett im zweiten Quartal gekauft und verkauft

Warren Buffett hat im zweiten Quartal eine milliardenschwere Position in der UnitedHealth Group Aktie eröffnet. Welche Aktien hat die Legende aus Omaha noch gekauft - und welche abgestoßen?

von Verumo-Redaktion

Lesezeit 4 min
Titelbild: [M] Verumo / verwendetes Bild: picture alliance / dpa / Larry W. Smith

Berkshire Hathaway (ISIN: US0846707026, WKN: A0YJQ2) veröffentlichte unlängst die durch Anleger weltweit stark beachteten Informationen zu Aktienkäufen und Aktienverkäufen im zweiten Quartal, die sogenannten 13F Filings. Was genau hat sich in Warren Buffetts Portfolio getan?

Diese Aktienpositionen hat Buffett verringert oder aufgelöst

Sechs Aktienpositionen wurden verkauft. Darunter war eine vollständige Veräußerung: Berkshire verkaufte den kompletten Bestand an T-Mobile US (ISIN: US8725901040, WKN: A1T7LU). Für mehr Aufsehen sorgten allerdings die Verkäufe von Anteilen an Apple (ISIN: US0378331005, WKN: 865985) und Bank of America (ISIN: US0605051046, WKN: 858388).

In beiden Fällen handelt es sich nicht um ein Novum: Apple-Aktien stößt Berkshire bereits seit September 2023, BofA-Aktien seit Juli 2024. "Bislang hat das Unternehmen seinen Apple-Anteil um 69 % reduziert und damit einen geschätzten Gewinn von 99,6 Milliarden US-Dollar erzielt. Es hat seinen Anteil an der Bank of America um 41 % reduziert und einen geschätzten realisierten Gewinn von 12,1 Milliarden US-Dollar verbucht", erläutert Morningstar-Analyst Gregory Warren.

Zurückgefahren wurden auch die Positionen im Breitband-Kommunikationsdienstleister Charter Communications (ISIN: US16119P1084, WKN: A2AJX9), im medizinischen Dienstleister DaVita (ISIN: US23918K1088, WKN: 897914) und im Medienunternehmen Liberty Media (ISIN: US5312297550, WKN: A3ERTA).

Bei diesen Aktien hat Berkshire zugegriffen

Bei insgesamt sechs Aktien stockte Warren Buffett bestehende Positionen auf. Bei diesen Titeln handelte es sich um den Ölkonzern Chevron (ISIN: US1667641005, WKN: 852552), den Bierbrauer Constellation Brands (ISIN: US21036P1084, WKN: 871918), Dominos Pizza (ISIN: US25754A2015, WKN: A0B6VQ), den Elektronikspezialist Heico (ISIN: US4228061093, WKN: 889997), den Immobiliendienstleister Lennar (ISIN: US5260571048, WKN: 851022) und den Poolbauer Pool Corp (ISIN: US73278L1052, WKN: A0JMVJ).

Lennar kauft Buffett ebenso wie den Einfamilienhausbauer D.R. Horton (ISIN: US23331A1097, WKN: 884312) und den Hersteller von Stahlprodukten sowie Eisen- und Nichteisenmetallen Nucor (ISIN: US6703461052, WKN: 851918) bereits seit längerer Zeit. Die SEC erteilte Berkshire Hathaway die Geheimhaltung dieser Käufe.

Neue Positionen wurden außerdem bei dem Krankenversicherungsunternehmen UnitedHealth Group (ISIN: US91324P1021, WKN: 869561), beim Werbeunternehmen Lamar Advertising (ISIN: US5128161099, WKN: A12FFH) und bei Sicherheitsspezialisten Allegion (ISIN: IE00BFRT3W74, WKN: A1W869) aufgebaut.

UnitedHealth Group: Ein klassischer Buffett-Deal?

Vor allem die 2 Mrd. USD schwere Investition bei UnitedHealth sorgt für Gesprächsstoff, kämpft das Unternehmen doch mit steigenden medizinischen Kosten, schwachen Erträgen und behördlichen Untersuchungen seiner Abrechnungspraktiken. Die Aktie des Unternehmens hat im vergangenen Jahr fast 50 % ihres Wertes verloren. Generell besteht die Befürchtung, dass das Geschäft langfristig unter dem steigenden Kostendruck im Gesundheitswesen leiden könnte.

Morningstar-Analystin Julie Utterback kann Buffetts Überlegungen nachvollziehen. Sie hält UnitedHealth weiterhin für ein erstklassiges und wirtschaftlich rentables Managed-Care-Unternehmen, das in der Lage sei, "die Probleme zu bewältigen, mit denen es konfrontiert ist." Nachdem der Einstieg Buffetts bekannt wurde, stiegen die Kurse umgehend deutlich an. Auf Wochensicht notiert die Aktie um mehr als 12 % im Plus. Die Märkte betrachten das Engagement von Berkshire Hathaway ganz offensichtlich als Vertrauensbeweis.

Die Aktie des Vermögensverwalters ist zuletzt selbst etwas unter Druck geraten. Insbesondere seitdem Warren Buffett seinen Rücktritt angekündigt hat, verlief die Performance schwach. Manche Analysten sehen einen Prozess der Auspreisung einer "Buffett-Prämie". Seit gut zwei Wochen steigt die Aktie allerdings wieder.